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Ehrenamt
Fahrgäste bedanken sich bei Bürgerbus-Fahrern

Bei der Weihnachtsfeier überreichte Waltraud Feibig gesammelte Spenden an Rüdiger Ungewiß (links) vom Vorstand des Vereins. Rechts der stellvertretende Vorsitzende Wilhelm Heisel.
Bei der Weihnachtsfeier überreichte Waltraud Feibig gesammelte Spenden an Rüdiger Ungewiß (links) vom Vorstand des Vereins. Rechts der stellvertretende Vorsitzende Wilhelm Heisel. © Foto: Matthias Henke
Matthias Henke / 11.12.2019, 17:29 Uhr
Gransee Das hat schon Tradition: Waltraud Feibig sammelt bei den Fahrgästen des Granseer Bürgerbusses und überreicht das Geld als Dankeschön bei der Weihnachtsfeier der ehrenamtlichen Fahrer.

Und die Ehrenamtlichen wollen am Ball bleiben, wie der stellvertretende Vereinsvorsitze Wilhelm Heisel versicherte. "Wir haben noch einiges vor", sagte er. Und sie engagieren sich gerne, um den vornehmlich älteren Fahrgästen dabei zu helfen, mobil zu bleiben. Nachdem aber insbesondere im vergangenen Jahr der Bus große Schwierigkeiten bereitet habe und lange in der Werkstatt stand, rechne man nun fest damit, in absehbarer Zeit Ersatz zu bekommen. "Amt, Kreis und Land sind in Bewegung, was das angeht, und wir können hoffen, dass spätestens 2021 der neue Bus zur Verfügung steht. Ob es schon nächstes Jahr klappt, steht in den Sternen", so Heisel. Auch das neue Domizil an der Vogelsangstraße hoffe man, zeitnah beziehen zu können.

Verein will am Ball bleiben

Am Ball bleiben wolle der Verein auch, was die geplante Anbindung des Granseer Krankenhauses an die vom Bürgerbus bediente Ringlinie 835 angeht. "Der Bedarf ist einfach da. Es ist den Leuten, die meist alt und schlecht zu Fuß sind, doch nicht zuzumuten, dass sie am Gymnasium aussteigen und von dort aus laufen". Im April habe man die Aufnahme des Krankenhauses in den Fahrplan beantragt. Doch offenkundig stieß man nicht auf offene Ohren. Bei der jüngsten Fahrplanänderung sei dies nicht berücksichtigt worden, ergänzte Rüdiger Ungewiß. Man wolle nun alles dafür tun, dass der Vorstoß des Vereins nicht erst im kommenden Dezember realisiert werde, sondern schon im Laufe des Jahres. Im Gegenzu werde der Halt in Buberow aus dem Fahrplan gestrichen. "Da fahren wir immer umsonst hin", so Ungewiß. Keiner steige dort ein oder aus. Momentan setzten sich neun Fahrer regelmäßig hinters Lenkrad. Die Gewinnung von Nachwuchs sei ein stetiger Kampf, so Ungewiß weiter. Zumindest einen künftigen Fahrer hat der Verein so gut wie sicher, wenn auch erst in ein paar Jahren: "Wenn ich gesund bleibe, kann ich mir vorstellen, bei ihnen Mitglied zu werden und selber Bus zu fahren. So lange ist der Ruhestand ja nicht mehr hin", sagte der stellvertretende Amtsdirektor Wolfgang Schwericke. "Bis dahin bleibe ich Ihr Ansprechpartner in der Verwaltung."

Hinsichtlich eines neuen Busses und des neuen Domizils betonte Schwericke, dass die Projekte am Laufen seien, nachdem es bei Heisels Ausführungen anfangs einige skeptische Mienen in der Runde gegeben hatte. "Das Objekt an der Vogelsangstraße wurde auch für den Verein gekauft, aber alles braucht seine Zeit, einige Sachen sind da noch zu regeln", so Schwericke. "Und für den neuen Bus führen wir viele Gespräche. Jeder weiß, dass man nicht 60,70 oder 80 000 Euro mal eben aus der Portokasse zaubert, aber bis jetzt haben wir immer eine Lösung gefunden."

Aus der Statistik

Etwa 1 000 Stunden sitzen die ehrenamtlichen Fahrer pro Jahr hinter dem Lenkrad.

Noch einmal so viel Zeit verbringen sie mit Vor- und Nachbereitung der Touren.

2019 wird der Verein voraussichtlich 4360 Fahrgäste befördert haben, in den 15 Jahren seines Bestehens insgesamt 56 500.

Die Auslastung beträgt aktuell etwa 53 Prozent.

Pro Jahr erhöht sich der Tachostand um 40 000 Kilometer. ⇥mhe

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