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Strom
Griebener lehnen Solarpark ab

Gut gefüllt war der Saal der Gaststätte.
Gut gefüllt war der Saal der Gaststätte. © Foto: Volkmar Ernst
Volkmar Ernst / 11.12.2019, 17:39 Uhr
Grieben (MOZ) Kartoffeln, Mais und dann Solarzellen, so könnte die Fruchtfolge auf dem Feld hinter den Gleisanlagen und dem Bahnhof in Grieben lauten. Die Errichtung eines Solarparks kann sich die Firma "Enerparc AG" dort gut vorstellen. Dienstagabend hatte der Ortsbeirat Vertreter der Firma und die Griebner in die Gäststätte "Zum Rosengarten" eingeladen, um über das Für und Wider eines solchen Projektes zu sprechen. Gut 80 Einwohner waren zu der Gesprächsrunde gekommen.

Aus Sicht der Planer ist das Gelände geeignet. Es ist flach, kann gut gesichert werden und ein 110 Meter breiter Geländestreifen entlang Gleise wäre sogar förderfähig. Zudem liegen die Bodenrichtwerte (wie gut der Boden ist) bei 22 bis 25 Punkten. In Mecklenburg-Vorpommern dürfen Solaranlagen auf Flächen bis zu 50 Punkten errichtet werden.

Dass angesichts des Klimawandels alternative Energien gefördert und gebraucht werden, da bestand bei den Gästen Einvernehmen. Warum eine solche Anlage allerdings in unmittelbarer Nähe eines Ortes errichtet werden soll, da waren die Skeptiker in der Überzahl. Ein Solarpark passe nicht in ein Siedlungsgebiet. Er schränke die Nutzung des Geländes als Erholungsgebiet ein, hieß es. Außerdem sei ein mit einem rund zwei Meter hohen Zaun gesichertes Gelände, selbst wenn der Zaun durch eine Hecke kaschiert werden könne, nicht gerade eine Empfehlung für einen Wohnort.

Viele Fragen

Zudem müsse klar geregelt werden, welchen Vorteil, einmal abgesehen von den Pachteinnahmen, die die Flächenbesitzer erhalten, Grieben von einem solchen Solarpark habe. Dass die gerade fertiggestellte Bundesstraße durch den Bau von Stromleitungen nicht beschädigt werden dürfe, war eine klare Vorgabe.

Dass die Betreiberfirma nicht mit einem Koffer voller Geld in Grieben vorstellig werden könne, sei schon durch das Gesetz geregelt, so der Hinweis von Hendrick Schramm von Enerparc. "Wir müssen und wollen uns an die Gesetze halten. Aber es gibt einen großen Spielraum bei der Festschreibung der Rahmenbedingungen." So könne die Gemeinde festschreiben, dass der Park nach Ende der Laufzeit abgebaut werden muss. Technisch sei es kein Problem, die Leitungen unter der Bundesstraße durchzulegen. Sogar eine Beteiligung der Gemeinde oder Bürger an einer Firma sei denkbar. "Alles Verhandlungsache", so Schramm.

Mit der Einwohnerversammlung wollte sich der Griebener Ortsbeirat einen Überblick verschaffen, wie die Einwohner einem solchen Projekt gegenüberstehen. Das Votum der Gäste war recht eindeutig: drei Unterstützern standen 77 Skeptiker gegenüber.

Photovoltaikoder Solarenergie

Es ist möglich Sonnen- oder Lichtergie in Elektrizität umzuwandeln und ins Stromnetz einzuspeisen.

Dazu werden spezielle Solarzellen benötigt, die meist aus Silizium sind. Das Licht regt die Elektronen im Silizium zu Schwingungen an. Diese Bewegungen der Elektronen können dann in Energie umgewandelt werden.⇥veb

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