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Auch wenn die Aufbruchstimmung der Nachwendejahre verflogen ist - Gerd Regler ist gerne Bürgermeister.

Amtsjubiläum
Seit 30 Jahren Bürgermeister in Berkholz-Meyenburg

30 Jahre im Amt: Gerd Regler (59) ist seit 1989 Bürgermeister von Berkholz-Meyenburg. Im Baugebiet Am Mühlenberg verweist er stolz auf die rege Bautätigkeit in seiner Gemeinde.
30 Jahre im Amt: Gerd Regler (59) ist seit 1989 Bürgermeister von Berkholz-Meyenburg. Im Baugebiet Am Mühlenberg verweist er stolz auf die rege Bautätigkeit in seiner Gemeinde. © Foto: Kerstin Unger
Kerstin Unger / 12.12.2019, 06:15 Uhr
Berkholz-Meyenburg (MOZ) Dieser Tage beging Gerd Regler aus Berkholz-Meyenburg sein 30-jähriges Jubiläum als dienstältester Bürgermeister der Uckermark. Mit 29 Jahren trat er am 1. Dezember 1989 die damals hauptamtliche Funktion an. "Meine erste offizielle Veranstaltung war die Rentnerweihnachtsfeier", erinnert er sich.

Es herrsche Aufbruchstimmung. Er war kurzzeitig Sprecher im Neuen Forum, dass sich damals auch in Schwedt gründete. "Ich habe mich schon immer politisch engagiert", erzählt er. 1982 war er als junger Polizist in die SED eingetreten. Schon ein Jahr später trennten sich die Wege aus politischen Gründen wieder. Damit war auch der Studienplatz weg. Er bekam Jobangebote beim Kohlehandel, bei der Müllabfuhr und landete schließlich als Kraftfahrer beim Altstoffhandel. 1987 wurde er SERO-Betriebsleiter.

Seine politische Heimat fand er 1987 in der LDPD und nach der Wende in der FDP. Im November 1989 wurde er als hauptamtlicher Bürgermeister von Berkholz-Meyenburg gewählt. Er gründete den Städte- und Gemeindebund und den Zowa mit und war dabei, als die Gemeinden Anfang der 1990er-Jahre bei der Umstrukturierung der Energieversorgung Anteilseigner wurden.

Als sich 1992 das Amt Oder-Welse gründete, wurde Gerd Regler stellvertretender Amtsdirektor und Bauamtsleiter, wo er die Entwicklung der Baugebiete in seiner Gemeinde selbst mit voranbringen konnte. Er wollte aber Bürgermeister bleiben, sagt er und ist das seit 1993 in ehrenamtlicher Funktion. Zudem kandidierte er für den Kreistag, dem er seit der Gründung 1993 angehört. An die Zeit des Aufbruchs erinnert er sich gerne. "Ich hatte viele ältere Gemeindevertreter hinter mir. Fast täglich traten neue Gesetze in Kraft. Man legte einfach los." In Berkholz-Meyenburg entstand das erste Gewerbegebiet der Region. Wohnungsbaugebiete entwickelten sich. "Die Ladungsfrist zu Gemeindevertretersitzungen, in denen auch Bebauungspläne beschlossen wurden, betrug anfangs 24 Stunden. Es hat Spaß gemacht. Es ging vorwärts", schwärmt er.

Seine Gemeinde hat sich wirtschaftlich stark entwickelt und Einwohnerzuwachs, berichtet er. "Wir haben mehr als eine Million Quadratmeter Fläche bebaut." Und es geht weiter. Im Wohnungsbaugebiet am Mühlenberg in Berkholz herrscht rege Bautätigkeit. 25 Bauflächen  sind in der Gemeinde noch zu vergeben. "Allerdings ist es heute schwerer, neue Flächen auszuweisen. Es gibt viele Beschränkungen."

Wohnungen saniert und verkauft

Auch an der Infrastruktur habe sich viel getan, sagt der Bürgermeister, der seit vielen Jahren auch Amtsausschussvorsitzender ist. Die Straßen sind gepflastert. Zum Glück für Berkholz-Meyenburg: "Es müsste viel mehr Geld in die Kommunen fließen. So wird die kommunale Selbstverwaltung immer mehr eingeschränkt, während wir vor 30 Jahren noch loslegen konnten." Wohnungsleerstand gibt es in Berkholz-Meyenburg nicht. "Wir haben zu Wendezeiten unseren Wohnungs-bestand nicht in die Wohnungsgesellschaft eingebracht, sondern 1992 angefangen zu sanieren. Die Wohnungen im 18-WE-Block wurden privatisiert und preiswert an die Mieter verkauft", berichtet Gerd Regler.

Viel ist in den drei Jahrzehnten geschehen, was auch der ehrenamtlichen Arbeit vieler Einwohner im Ort und für die Region zu verdanken sei, sagt der Bürgermeister und verweist auf die Feuerwehr, den Dorfverein und andere Vereine bis hin nach Schwedt sowie auf die Kirche. "Ich habe immer das große Glück gehabt, in jeder Wahlperiode eine Top-Gemeindevertretung hinter mir zu haben, die einen kollegialen Umgang gepflegt hat. Wir haben eine gute Mischung aus zugezogenen und alteingesessenen Einwohnern, die mit der Meinung nicht hinterm Berg halten. Davon lebt man als Dienstleister der Bürger", stellt er fest.

Auf einen Empfang zum 30-jährigen Dienstjubiläum hat Gerd Regler verzichtet. Die aktuelle Lage im Amtsbereich lasse keine Feierlaune aufkommen. Er möchte aber allen Leuten danken, die ihm bei den Wahlen stets das Vertrauen geschenkt haben und ebenso den Mitarbeitern der Verwaltung.

Wie es nach dem Austritt Schönebergs weitergeht, ist zu klären. "Im Frühjahr muss der Gestaltungsprozess beginnen, bei dem wir die Einwohner einbeziehen werden", sagt er. Viele Fragen hatten dazu auch die Rentner am Dienstagabend. Da hatte der Bürgermeister seine Senioren zur Weihnachtsfeier begrüßt – wie vor 30 Jahren.

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