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Die Sanierung der Heinersdorfer Kirche ist bis auf Restarbeiten abgeschlossen.

Denkmalpflege
Naturstein-Puzzle vor dem geschnitzten Altar

Bettina Winkler / 12.12.2019, 07:00 Uhr
Heinersdorf (MOZ) Es ist kalt, feucht und ungemütlich im Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert. Maurer Wilfried Oehmke kniet auf dem harten Boden vor dem nach italienischem Muster geschnitzten Holzaltar und verlegt rötlichen Naturstein in ein Trasskalkbett. "Das ist ein spezieller Baustoff, der an Natursteinen besser haftet, eine geringere Ausblühneigung hat und für die Sanierung historischer Bauten gut geeignet ist", erläutert der Fachmann der Eberswalder Firma Drei Schilde. Als Ausblühen bezeichnet man, wenn noch vorhandene Salze aus dem Gestein treten, die dann eine zentimeterdicke weiße, kristalline Schicht auf den Steinen ablagern können. "Das soll hier verhindert werden", so Oehme.

Das Verlegen der feuerflambierten Platten ist Puzzlearbeit. Sie werden nur dort gesetzt, wo die alten fehlen oder kaputt sind. Keine leichte Aufgabe, aber der Maurer ist sich sicher, dass er bis Freitag fertig sein wird.

Heiligabend 26 Gottesdienste

Das freut die für die Heinersdorfer Kirche zuständige Pfarrerin Rahel Rietzl. Schließlich müssen noch Vorbereitungen für den geplanten Gottesdienst mit Krippenspiel an Heiligabend, 16.30 Uhr, getroffen werden. Vor dem Altar, wo sich jetzt noch Baumaterial stapelt und eine Leiter den Blick versperrt, soll ein geschmückter Tannenbaum aufgestellt werden. 26 Gottesdienste in Evangelischen Kirchen in und um Fürstenwalde werden Weihnachten gefeiert. "Das ist nur mit Verstärkung von ehrenamtlichen Lektoren zu schaffen", sagt Rahel Rietzl, die am 24. Dezember noch in Tempelberg (14 Uhr) und Steinhöfel (18 Uhr) festliche Gottesdienste leitet.

Die Sanierung des Innenraums der Heinersdorfer Kirche ist in wesentlichen Teilen geschafft. Der Kostenrahmen von 130 000 Euro wurde eingehalten. Die Kirchengänger können sich Heiligabend vom neuen Raumeindruck überraschen lassen.

"Einige Details brauchen noch unsere Aufmerksamkeit", sagt Rahel Rietzl. Zwei der acht hölzernen ionischen Säulen, die die dreiseitige Empore tragen, haben den nach Vorstellung der Restauratorin und der Denkmalpflege graumelierten Anstrich in spezieller Kratztechnik erhalten. Die anderen sechs sind noch im ursprünglichen Zustand. "Mit den weiteren Malerarbeiten muss bis zum Frühjahr gewartet werden. Jetzt ist es einfach zu kalt", erzählt die Pfarrerin. Die rosa Wandfarbe und die grau abgesetzten Fenster sind fertig. Das Farbkonzept, angelehnt an das Kircheninnere von 1911, das der damalige Pfarrer Nitsche in seiner Chronik dokumentiert hat, gilt für Rahel Rietzl als gelungen.  "Das Neue bringt Bewegung und eine gewisse Tiefe in den Raum", sagt sie zufrieden. Im zweiten Bauabschnitt sollen noch der Altar und der Kronleuchter restauriert werden.

Landeskirche, Kirchenkreis, Denkmalfond des Landkreises und der Verein "Alte Kirchen" haben das Projekt mit Fördergeldern unterstützt. Auch der Heinersdorfer Verein Denk-mal-Kultur sammelte  Spenden für die Sanierung des Gotteshauses. Zudem haben viele Einwohner das Vorhaben mit einem kleinen Beitrag unterstützt.

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