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E-Mobilität
Brandenburgs größter Tesla-Fan kommt aus Kagel

Enthusiast: Silas Heineken aus Kagel ist Brandenburgs größter Tesla-Fan.
Enthusiast: Silas Heineken aus Kagel ist Brandenburgs größter Tesla-Fan. © Foto: Andreas Wendt
Andreas Wendt / 12.12.2019, 06:15 Uhr
Kagel (MOZ) Als Peer Heineken eines Morgens im November seinen Sohn Silas weckte und ihm zuflüsterte, dass sich das US-Unternehmen Tesla in Grünheide (Oder-Spree) ansiedeln wird, hatte der 13-Jährige nur ein müdes Lächeln im Gesicht, drehte sich auf die andere Seite und wollte einfach nur weiterschlafen.

"Das hab’ ich nicht ernst genommen", sagt er heute. Tesla ist bei den Heinekens in Kagel bei Erkner seit Monaten das Gesprächsthema Nummer 1 und Silas Brandenburgs größter Tesla-Fan. Der Gymnasiast hat einen eigenen YouTube-Kanal "Tesla-Kid Grünheide", hält Vorträge über Tesla und sein Idol Elon Musk und kennt sich mit dem amerikanischen Konzern und seinen Produkten aus wie kein Zweiter. An diesem Morgen aber hat der Schüler die Nachricht seines Vaters als verspäteten Aprilscherz ausgeblendet, zumindest für einige Stunden, denn später verbreitete sie sich wie ein Lauffeuer. "Das ist ein Wink des Schicksals, dass sich Tesla hier ansiedeln wird", sagt der großgewachsene Achtklässler.

Tesla und Silas – das ist Liebe auf den ersten Blick. Als er im vergangenen Jahr in Erkner das erste Mal einen Tesla begegnet, spricht er den Besitzer an und ist fasziniert. So fasziniert, dass er seinen Vater davon überzeugt, im April dieses Jahres selbst solch ein Modell zu kaufen. "Diese Performance, das Gesamtpaket, da kommt einfach kein anderes E-Auto ran", schwärmt der Schüler. "Es ist ein perfektes Auto." Dieses Urteil teilt auch sein Vater Peer, und Silas weiß, wovon er spricht. In seiner Klasse hält er Vorträge über sein Traumauto und dessen Erfinder, steckt seine Freunde damit an, wird aber auch von einigen belächelt.  Auf seinem YouTube-Kanal wird der 13-Jährige auch schon mal als fanatischer Fan-Boy verspottet, doch das juckt ihn nicht.  Er weiß aus Erfahrung, wie Elon Musk und Tesla die Menschen polarisiert. Wenn er mit seinem Vater im Tesla unterwegs ist, sieht er staunende Augen. "Das wird sich bald ändern. In drei Jahren", sagt Silas, "wird der Tesla Alltag sein." In drei Jahren ist Silas 16, und dann hätte er gern seinen Führerschein, um sich – unter Aufsicht – selbst hinter das Steuer des Teslas zu setzen. "Der Führerschein ist mir sehr wichtig, und dafür spare ich auch", erzählt er. Andere Hobbys sind Nebensache: ein bisschen Taekwondo im Verein, etwas Snowboarden, Skateboarden und Surfen, das war es dann auch. Seine große Liebe heißt Tesla, und seine jüngeren Geschwister hat er schon angesteckt. Wenn  Peer Heineken mit Silas und dem Rest der Familie auf große Fahrt geht, stellt sich die Frage, ob alle in den Skoda der Stiefmutter oder in den Tesla einsteigen, nur theoretisch.

Nun will sich Tesla zehn Minuten entfernt vom Haus der Heinekens in Grünheide ansiedeln. Silas sieht sich schon in der Giga-Fabrik arbeiten. "Ich würde dort gern beruflich Fuß fassen", sagt er. Der 13-Jährige ist nach eigener Aussage kein Musterschüler, aber kreativ ist er schon, nicht nur wegen seines YouTube-Kanals. Am Gymnasium Grünheide setzt der technikaffine Jugendliche seine Vision der papierlosen Kommunikation um. Klausuren oder Hausaufgaben schickt er trotz anfänglicher Skepsis seiner Lehrer per Mail an sie. Und wichtig für seine Zukunft ist ihm, dass er als Erwachsener finanziell unabhängig sein will. Jobs wie Lehrer oder Tierarzt sind für ihn tabu.

Es sind die fünf Buchstaben, die ihn antreiben und ihm die Richtung vorgeben: T-e-s-l-a. Und jetzt, wo Tesla quasi zur Nachbarschaft gehören wird, wächst die Hoffnung, Elon Musk irgendwann einmal persönlich zu begegnen. Im Alter von zehn Jahren war er zwar schon einmal in Kalifornien in unmittelbarer Nähe der Tesla-Fabrik, aber da war seine Euphorie für das E-Auto noch nicht ausgebrochen. Sein größter Wunsch verwundert deshalb nicht: "Einmal Elon Musk die Hand schütteln."

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