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Vereinsleben
Keine Lösung für Lindower Seglerstreit

Beide Clubs segeln auf dem Gudelacksee. Viel mehr Gemeinsamkeiten gibt es aber offenbar nicht.
Beide Clubs segeln auf dem Gudelacksee. Viel mehr Gemeinsamkeiten gibt es aber offenbar nicht. © Foto: Vorname Nachname
Holger Rudolph / 13.12.2019, 17:25 Uhr
Lindow Es wird keine Dachgesellschaft für die beiden Lindower Segelvereine geben. Die Stadtverordneten erteilten dem Antrag der Grünen-Fraktion am Donnerstag mit zehn Gegenstimmen eine klare Absage. Nur vier Abgeordnete stimmten für den Vorschlag.

Mit der nun abgelehnten Lösung wollten die Grünen einen Schlussstrich unter die seit Jahren andauernden Auseinandersetzungen der Lindower Regattasegler (LRS) und des Segel-Clubs Lindow (SCL) zur Nutzung des kommunalen Wassergrundstücks am Gudelacksee ziehen.

Es bleibt nun bei dem zuletzt beschlossenen Antrag von CDU und FDP, welcher die geteilte Nutzung des Areals vorsieht. Der SCL kann dabei die kleine Halle nutzen, der LRS die große. Und es  wird niemanden geben, der neue Streitigkeiten zwischen den beiden Vereinen regelt. Der Antrag der Grünen hatte hingegen vorgesehen, dass ein keinem der beiden Vereine nahestehender neutraler Verwalter die Liegeplätze ausschließlich an Mitglieder beider Vereine vergibt. Eine Aufteilung des Grundstücks in zwei Teile sollte ausgeschlossen werden.

Gert Wegner (Bündnis 90/Grüne) machte seinem Unmut nach dem Votum Luft: "Ich halte die Entscheidung für falsch. Ihr werdet das alle noch merken." Bereits während der Diskussion und in der Einwohnerfragestunde waren Stimmen laut geworden, die sich dafür aussprachen, dass es doch viel besser wäre, die zwei Segelvereine zu einem zusammenzuschließen. Es gehe doch allen darum, Segelsport zu betreiben.

Viele Vermittlungsversuche

Amtsdirektor Danilo Lieske erläuterte daraufhin, weshalb es keinen gemeinsamen Verein geben wird: "Auch wenn ein gemeinsamer Verein vielleicht gut wäre, ist das nicht Gegenstand der heutigen Sitzung. Die Situation der Vereine stellt sich anders dar." Es habe in den zurückliegenden Jahren sehr viele Vermittlungsversuche, nicht zuletzt durch die frühere Bürgermeisterin Heidrun Otto (CDU) gegeben, die Vereine zueinander zu führen. Doch daran hätten beide Vereine kein Interesse.

Der SCL-Vereinsvorsitzende Rudi Mixdorf hatte als Grünen-Stadtverordneter in dieser Sache wegen seiner Betroffenheit kein Rederecht. Auf seinem etwas vom Tisch weggerückten Stuhl setzte er trotzdem mehrfach zum Reden an. Lieske untersagte dies deutlich. Bereits im Vorfeld der Sitzung hatte Mixdorf dem RA gegenüber gesagt, das weitere Bestehen seines Vereins als gefährdet zu sehen, falls die große Halle nicht mehr genutzt werden dürfe. Auch die für 2020 geplanten Regatten könnten womöglich nicht stattfinden.

Weshalb die Mehrzahl der Stadtverordneten gegen den Vorschlag mit der Dachgesellschaft stimmte, blieb unklar. Schon vor der Entscheidung hatte es Fragen aus dem Publikum nach der Motivation gegeben, die zur Zustimmung für den CDU/FDP-Antrag geführt hatte. Antworten kamen keine. Doch Lieske sprang den Abgeordneten zur Seite. Kein Stadtverordneter sei verpflichtet, über seine Motive für eine getroffene Entscheidung Auskunft zu geben.

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