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Lokalpolitik
Zehdenicks Eigenbetrieb steht wirtschaftlich auf gesunden Füßen

Kann sich über eine gute wirtschaftliche Situation beim Entwässerungsbetrieb freuen. Uwe Mietrasch, Chef der Stadtwerke Zehdenick.
Kann sich über eine gute wirtschaftliche Situation beim Entwässerungsbetrieb freuen. Uwe Mietrasch, Chef der Stadtwerke Zehdenick. © Foto: Matthias Henke
Thomas Pilz / 13.12.2019, 20:00 Uhr
Zehdenick (MOZ) Etwas verklausuliert und im Stile gesunder Untertreibung drückte es der Chef der Stadtwerke Zehdenick aus: "Wir verfügen im Entwässerungsbetrieb über ein gesundes Gebührenrechnungspotential", sagte Uwe Mietrasch während der Sitzung der Zehdenicker Stadtverordneten am Donnerstagabend.

Was er damit meinte: Der Betrieb macht dicke Plus, und auch weil er keine Gewinne machen darf als Kommunalversorger, drehe er die Gebührenschraube in zwei Bereichen zurück: Für Kanalkunden werde die Gebühr, sollten die Stadtverordneten dem beipflichten, von 3,84 Euro pro Kubikmeter auf 3,75 Euro pro Kubikmeter sinken. Und im Bereich Niederschlagswasser von 1,23 Euro pro Kubikmeter auf 1,20 Euro pro Kubikmeter.

Stabile Grundgebühren

Lediglich Eigentümer einer abflusslosen Sammelgrube müssten mehr zahlen. 5,56 Euro betrug die Gebühr pro Kubikmeter bislang, für die nächsten zwei Jahre will sie der Entwässerungsbetrieb auf 5,78 Euro anheben. "Wobei dies im allgemeinen Trend ist, da wird sich nichts mehr für die Kunden verbessern", merkte Mietrasch an. Gestiegene Lohnkosten, aber auch der Betrieb und Unterhalt der Fahrzeuge würden viel Geld in Anspruch nehmen.

Bernd Krumbach, SPD-Stadtverordneter und Chef des Werkausschusses, merkte bei der Gelegenheit an, dass die gesunde wirtschaftliche Lage es ermöglichte, dass die Grundgebühren seit Jahren gleich geblieben seien. "Der Betrieb steht sehr gut da", so Krumbach.

Die AfD-Fraktion sah dennoch Spielraum, die Kunden weiter zu entlasten. Indem der sogenannte kalkulatorische Zinssatz  – eine rein betriebswirtschaftliche Größe bei der Berechnung von Gebühren – von 3,45 Prozent auf zwei Prozent gesenkt werden sollte. Entstandene Überschüsse seien an die Bürger auszuzahlen. Hintergrund seien die marktüblichen, realen Zinsen, die noch weit darunter liegen, sagte Elke Knorr (AfD). Mietrasch erwiderte, darüber könne man durchaus diskutieren. Jedoch sollte man sich vor Augen führen, dass der  Betrieb beim Wirtschaften finanziell auch Spielraum benötige, falls unvorhergesehene Ereignisse, etwa Havarien den Einsatz von Mitteln forderten. Nur so sei vor einigen Jahren auch die Rückzahlung der Altanschließerbeiträge in Höhe von vier Millionen Euro bei laufendem Betrieb möglich gewesen.

Bernd Krumbach warnte, wenn man den AfD-Antrag beschließe, könnten auch die gesenkten Gebühren nicht beschlossen werden. Was bedeuten würde, zahlreiche Kunden des Entwässerungsbetriebs würden für längere Zeit nicht in den Genuss der günstigeren Konditionen kommen, weil ja alles neu berechnet werden müsste.

Mehrere Stadtverordnete plädierten vor dem Hintergrund dieser Verzögerung, die Frage der Neuberechnung der Zinsen zu verschieben.

Die AfD zog den Antrag zurück. Das Parlament billigte den Wirtschaftsplan.

Unternehmen kommt ohne Kredite aus

Für kommendes Jahr rechnet der Eigenbetrieb mit einem Gewinn von rund 111 500 Euro.

Kredite müssen nicht aufgenommen werden. Die Stadtverordneten beschlossen überdies einen Kassenkredit (vergleichbar mit dem  Dispo) von 300 000 Euro.⇥pilz

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