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Kirchensanierung in Hohennauen
Orgel erhält neue Pfeifen nach Originalaufzeichnungen

Manuela Bohm / 27.12.2019, 15:12 Uhr
Hohennauen (MOZ) Bei der Sanierung des Innenraums aufgefundene Grabplatten bezeugen die Geschichte des Ortes Hohennauen, die durch die Herrschaften derer von der Hagen und von Rauchhaupt-Bornstedt beziehungsweise Kleist von Bornstedt geprägt ist. Eine der Platten soll auch nach Beendigung der Arbeiten sichtbar bleiben, die weiteren verschwinden wieder unter einem neuen Dielenboden. Auch akustisch soll das Kirchengemäuer wieder an  alte Glanzzeiten anknüpfen.

"Vor Weihnachten war der Senior der Schuke-Orgelbauer aus Potsdam bei uns", berichtet Monika Pickenhahn. Die Hohennauerin ist Vorsitzende des hiesigen Förderkreises, der sich für den Erhalt der Kirche einsetzt. "Bereits in seinen Kindheitstagen hat er Vater und Großvater bei der Arbeit begleitet. Sein Großvater baute die Orgel 1906 hier ein und dokumentierte seine Arbeit." Zum Glück, denn die großen Pfeifen  wurden 1917 für die Rüstung eingeschmolzen. "Alle Aufzeichnungen konnten bis in unsere Zeit gerettet werden. So kann der Originalzustand der Orgel wieder hergestellt werden", ist sich Pickenhahn sicher. Gelder für die Restaurierung der Orgel kamen nicht nur von Hohennauenern und anderen Spendern. Auch vom Land Brandenburg und dem Bund gab es dafür Mittel, ist die Vereinsvorsitzende für die Unterstützung aus der Politik dankbar. Der Einbau erfolgt allerdings erst, wenn die Arbeiten im Inneren der Kirche beendet sind, "wir sie drei mal gewischt haben und sie staubfrei ist." 17 Grad Celsius brauche es, für die Intonierung der Orgel.

Derzeit laufen im Inneren des Hauses noch Sanierungsarbeiten. An der Westwand beidseitig des Orgelgehäuses, das bereits im Inventarbuch von 1738 genannt wird, wurden mit der Renovierung zwei Engel-Malereien freigelegt. Die Empore und die Patronats-Logen werden in einem hellen Creme-Farbton gefasst. Die Decke des Kirchenschiffs erhielt wieder ihren Sternenhimmel. "Viele der Hohennauener Einwohner konnten sich noch an den Sternenhimmel erinnern. In den 1980-er Jahren wurde er übergestrichen", sagt die Fördervereinsvorsitzende. Nach zähem Ringen und durch Freilegen eines Sterns konnte der Denkmalschutz überzeugt werden. Auch die Kanzel aus dem Vorgängerbau wurde vorsichtig restauriert. "Sie ist ein herausragendes Stück. Sie stammt aus der Zeit der Renaissance. Die Substanz der Kanzel ist fast gänzlich im Original erhalten", erklärt Saskia Höltken, Restauratorin der Firma Wibbeke Denkmalpflege GmbH. Die Mitarbeiter retuschieren und reinigen das Inventar der Kirche.

Die Kirche, künftig als besonderer Veranstaltungsort genutzt, erhält beheizbare Kirchenbänke, die sich alsbald wieder über den Dielen stehen, unter denen dan weiter die Grabplatten der Patrone schlummern werden. "Wir mussten die Dielen im Kirchenschiff herausnehmen. Sie waren belastet und müssen ersetzt werden", sagt  Pickenhahn. Sieben der vermutlich 15 Platten waren während der Arbeiten sichtbar geworden.  Die sichtbaren Platten weisen auf Herrschaften der Familie von der Hagen bis ins 16. Jahrhundert zurück. "Eine der Platten dürfen wir sichtbar zeigen. Auf Wunsch des Denkmalschutzes sollen die weiteren wieder abgedeckt werden", sagt Pickenhahn.

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