Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Folk-Konzert
Die "Irish Cowboys" spielen im Köpernitzer Gutshaus

Irish Folk mit den "Irish Cowboys" in Köpernitz.
Irish Folk mit den "Irish Cowboys" in Köpernitz. © Foto: Holger Rudolph
Holger Rudolph / 29.12.2019, 18:52 Uhr - Aktualisiert 29.12.2019, 19:16
Köpernitz Ganz im Nordosten Deutschlands ist die Band "Irish Cowboys" zu Hause. Nicht zuletzt durch ihre Bewerbung zum deutschen Vorentscheid des Eurovision Song Contest im Jahr 2014 ist sie auch als "De Patron" bekannt. Bereits zum zweiten Mal gastierten die vier Vorpommer am Samstagabend im Köpernitzer Kulturgutshaus. 95 Zuhörer wollten sich die Band nicht entgehen lassen.

Nach den Gänsen, Enten und Rouladen der Festtage gab es hier zur Abwechslung musikalischen Genuss. So etwas ist gemeinhin sehr magenverträglich. Wer dennoch schlemmen wollte, hatte in der Pause Gelegenheit dazu. Der gastliche Gutshaus-Förderverein legte sich zu seiner letzten Veranstaltung im zu Ende gehenden Jahr auch in dieser Hinsicht nochmals ins Zeug.

26 Instrumente im Einsatz

Die Band präsentierte in Köpernitz ihr neues Programm "Green Fire". Die Cowboys und -girls können nicht nur singen, sie beherrschen auch unwahrscheinlich viele Instrumente. Während des rund anderthalbstündigen Programms kamen 26 davon zum Einsatz. Bandchef Norbert Carl Krüger spielte unter anderem Gitarre und Cajon. Kerstin Krüger überzeugte mit Kontrabass und Bodhrán. Kaspar Michael Schwab entlockte Cello, Bass, Bodhrán und Fiddle stets die richtigen Klänge. Bei Patricia Schwab durfte das begeisterte Publikum das Spiel auf Flöten, Akkordeon, Harfe und Piano bewundern.

Das bekannte "Irish Pony" lud wie noch viele weitere Lieder zum rhythmischen Mitklatschen ein, wovon das Publikum regen Gebrauch machte. Die "Spanish Lady" klinge so gar nicht nach Irland, sagte Bandchef Carl. Und auch die Spanische Gitarre passe nicht recht zu Nordwesteuropa. Doch man müsse wissen, dass so eine feurige Spanierin der Traum eines jeden irischen Farmers sei. Einmal mehr applaudierte das Publikum stark. Absolut zu Recht, denn die Musiker zeigten große Spielfreude und waren bestens aufeinander eingestimmt.

Immer wieder ein Späßchen

Zwischen den Titeln streute Carl das eine oder andere Witzchen ein. Zum Beispiel, dass die beiden Frauen in der Band seit dem letzten Auftritt vor ein paar Jahren körperlich zugelegt hätten. Schnell wurde klar, dass es sich um kalkulierte Anzüglichkeiten handelt, die zum Programm der Truppe gehören. Spätestens dann, als Kerstin Krüger auf eine Nachfrage aus dem Publikum mitteilte, dass der Carl zu Hause absolut friedlich sei. Zuvor durfte Carl noch sagen, dass er alle Frauen liebe und sich wegen der seitens Kerstin festgestellten ihm eigenen Mängel einen Bart habe wachsen lassen.

Hit aus dem Jahr 1949

Der Song "Dirty Old Town", 1949 von Ewan MacColl komponiert, wurde weltweit durch "The Dub-liners" und "The Pogues" bekannt. Carl durfte wieder ein bisschen angeben. Der Titel erinnere ihn an jene Zeit, als bei ihm in seiner Jugend in der schmutzigen alten Stadt Friedland nahe Usedom die Mädchen reihenweise zum Küssen angestanden hätten. Eigentlich geht es um das englische Salford. Auch dieser Titel kam sehr stimmungsvoll rüber. Der Straßenstaub war fast schon zu riechen.

Die "Irish Cowboys", die sogar zwei Holzlöffel beim Aufeinanderschlagen zum rhythmischen Klingen brachten und auch mal auf Plattdeutsch im Folk-Stil sangen, gefielen den Zuhörern sehr. Das Publikum spendete immer wieder reichlich Beifall. Die vier Vorpommer-Iren dürfen mit Sicherheit ein weiteres Mal nach Köpernitz kommen.

Gutshaus Köpernitz

Im 19. Jahrhundert zählten zum Gutsbezirk Köpernitz eine Wassermahl-  und eine Schneidemühle, eine Ziegelei sowie eine seit 1861 dampfbetriebene Gutsbrennerei.

1945 wurde der Besitzer im Zuge der Bodenreform enteignet. Im Gutshaus gab es Wohnungen für Umsiedler, und es wurde vom Bürgermeister, für Kultur und als Kita genutzt.

Um 1998 bildete sich der Förderverein KulturGutshaus Köpernitz zur Erhaltung von Haus und Park. Seitdem finden regelmäßig zahlreiche Kulturveranstaltungen statt.⇥ug

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG