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Erneut wurde der Friedhof in Liepe Ziel eines Diebstahls. Diesmal wurde Bronze gestohlen.

Diebstahl
Friedhofsräuber schlagen wieder in Liepe zu

Marco Marschall / 07.01.2020, 07:00 Uhr
Liepe Wie Einschusslöcher sehen die Vertiefungen auf dem schwarzglänzenden Grabstein von Friedrich Sack aus. Der Sägewerkbesitzer hatte es im Liepe des 19. Jahrhunderts zu Wohlstand gebracht. Später leiteten seine Söhne den örtlichen Betrieb. Die umzäunte Familiengrabstätte ist für den Heimatverein von historischer Bedeutung und wird deshalb von den Mitgliedern gepflegt. Nun ist der Friedhof erneut Opfer von Dieben geworden. Sie haben die schmuckvolle Bronzeapplikation aus dem Stein herausgebrochen. Übrig geblieben sind nur noch besagte Löcher. "Wahrscheinlich herausgehebelt, um es sauber abzubekommen", vermutet Guido Herbst.

Der Vorsitzende des Lieper Heimatvereins hat die Tat vor einer Woche entdeckt und in der Eberswalder Wache zur Anzeige gebracht. Nicht nur die Verzierung am Stein wurde gestohlen, sondern auch Schmuckelemente der Umfriedung. Einen Bogen des schmiedeeisernen Zaunes brachen die Räuber ab und ließen ihn achtlos liegen. Möglicherweise interessiert sie weniger das Metall als die Zierde in Gänze. Das vermutet zumindest Guido Herbst. "Es muss jemand mit Ortskenntnis sein", denkt er. Der Friedhof nämlich befindet sich etwas abgelegen. Außerdem müssten die Diebe gewusst haben, was zu holen ist. Gut möglich, dass es immer wieder die selben sind.

Schon vor Jahren wurde das Tor der Umfriedung gestohlen. Im vergangenen Jahr, ebenfalls um die Weihnachts- und Neujahrszeit, wüteten Unbekannte an historischen Grabsteinen, die der Heimatverein an einem Hang für die Nachwelt sichert. Damals waren mehrere Steine und Grabplatten zerstört, einige Elemente von Gräbern auch gestohlen worden. Einen Grabstein hatten die Diebe komplett mitgenommen. Er umfasste eine eingelegte Tafel und gehörte zu einem Kindergrab von 1900.

Verein stockt Belohnung auf

Auch damals wurde Anzeige erstattet. Ohne Erfolg. Und auch diesmal macht sich der Verein wenig Hoffnung, dass die Polizei etwas erreicht. Der Fall hat keine hohe Priorität. Bisher sei wohl noch kein Ermittler vor Ort gewesen. Trotzdem wollen es Guido Herbst und seine Mitstreiter nicht unversucht lassen, den Tätern auf die Schliche zu kommen. Nach der Zerstörung vor einem Jahr hatte der Verein eine Belohnung von 300 Euro ausgesetzt. Diese wird nun erhöht. Wer den entscheidenden Hinweis bringt, um die Diebe zu überführen, kann mit 800 Euro rechnen.

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