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Sonderdruck erschienen
Wiesenburg zu Zeiten von Gräfin Elisabeth von Fürstenstein

Bärbel Kraemer / 13.01.2020, 14:00 Uhr
Wiesenburg Der Gräfin Elisabeth von Fürstenstein, die bis zu ihrem Tod 1921 auf Schloss Wiesenburg lebte, ist ein kleiner Sonderdruck gewidmet, der ab sofort im Wiesenburger Schlossturm und in der Bad Belziger Touristinformation erhältlich ist.

Das 38 Seiten zählende Heft, dass Bad Belzigs Chronistin Helga Kästner angefertigt hat, enthält einen Beitrag des Kirchenhistorikers Michael Höhle, der bereits im Wichmann-Jahrbuch des Diözesangeschichtsvereins Berlin erschienen ist. Da Höhles Aufsatz auch für Heimatforscher der hiesigen Region interessant ist, fasste Helga Kästner denselben noch einmal im druckfrisch erschienen Heft zusammen.

Sie erklärt: "Kirchenhistoriker Michael Höhle beschreibt nach eingehenden Recherchen die katholische Kapelle im Schloss Wiesenburg, die bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges existierte". Gräfin Elisabeth von Fürstenstein konvertierte am Anfang des vorigen Jahrhunderts zum katholischen Glauben. Wie es dazu kam, ist in seinem Aufsatz ausführlich nachzulesen.

Geboren wurde Elisabeth von Fürstenstein 1842 als Tochter des sächsischen Kammerherrn Curt Friedrich Gottlob von Watzdorf und seiner Gemahlin Luise. Sie wuchs in Siebeneichen, Dresden und Wiesenburg auf. 1862 heiratete sie in Wiesenburg den Grafen Adolph von Fürstenstein. Vier Kinder wurden in ihrer Ehe geboren. "Der Autor berührt aber auch andere Details der Schlossgeschichte und den Einsatz des Belziger Pfarrers Tschetschog um den Erhalt der Schlosskapelle nach Kriegsende.  Er findet Spuren der ehemaligen Einrichtung, die nach Brandenburg und Belzig weisen. Dankbar nehmen Stadt- und Wanderführer die Entdeckung neuer Zusammenhänge entgegen, die sie verbreiten werden", so Helga Kästner weiter.

Die Kapelle im Wiesenburger Schloss betreffend, heißt es in Höhles Aufsatz, dass es im Nordflügel nicht nur eine, sondern sogar zwei gegeben hat.

Die 1881 erneuerte und 1882 wieder geweihte war für die täglichen Andachten der Schlossbewohner bestimmt. Nach dem Übertritt der Gräfin vom evangelischen zum katholischen Glauben wurde diese Kapelle ab 1905 auch für den katholischen Gottesdienst genutzt.

"Eine zweite, der heiligen Elisabeth von Thüringen geweiht, richtete ihre Familie im Sterbezimmer der Gräfin ein und ließ sie kunstvoll im Stil der Beuroner Schule gestalten. 1950, als sie durch die Flüchtlinge aus den Ostgebieten dringend benötigt wurde, duldeten die DDR-Machthaber die St. Elisabeth-Kapelle nicht mehr im inzwischen zur Schule umgewidmeten Schloss", schreibt Michael Höhle.

Für die Unterstützung im Rahmen seiner Forschungen vor Ort dankt der Autor neben Helga Kästner auch dem katholischen Pfarrer Burghard Stegemann, Schlossparkleiter Ulrich Jarke sowie Ulrike und Dr. Joseph Dolezal.

Der Sonderdruck "Wiesenburg - eine adlige Konvertitin am Anfang einer Diasporagemeinde" ist im Wiesenburger Schlossturm und in der Bad Belziger Touristinformation gegen eine Spende von 3 Euro erhältlich.

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