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Bauernschänke
Gastwirtspaar Mache geht in Rente

"Machts gut!" Das Gastwirtspaar Anne und Micha Mache, das in vielen Häusern in Oberhavel gearbeitet hat, geht in Rente.
"Machts gut!" Das Gastwirtspaar Anne und Micha Mache, das in vielen Häusern in Oberhavel gearbeitet hat, geht in Rente. © Foto: Jürgen Zinke
Jürgen Zinke / 15.01.2020, 16:24 Uhr - Aktualisiert 15.01.2020, 16:38
Birkenwerder Am 31. Dezember 2019 war Schluss. Stimmt nicht ganz, denn eigentlich war es schon der 1. Januar 2020 so gegen 4 Uhr. Da verließen die letzten Gäste die Silvester-Party in der Schönfließer "Bauernschänke".

Eigentlich waren es gar keine "normalen" Gäste, sondern der Teil "einer großen Familie", wie es Michael Mache immer so gerne formuliert.

Seit dem 8. März 2012 hat er gemeinsam mit Ehefrau Anne die kleine, gemütliche Gaststätte in der Dorfstraße in Pacht bewirtschaftet. "Wir sind beide im vergangenen Jahr 65 Jahre alt geworden. Unser langjähriger Koch Günter Wischniewski hat 2018 aufgehört. Die Kosten und Auflagen wurden immer mehr. Wir wollen nun in Rente gehen und ruhiger treten", sagt Michael Mache, seine Frau nickt zustimmend. In der Wohnstube des Hauses in Birkenwerders Sacco-Vanzetti-Straße sitzt der einjährige Enkel Anton auf ihrem Schoß, Tochter Katharina räumt den Tisch ab, Michael holt alte Fotos heraus und beginnt zu erzählen.

Viele Stationen in Oberhavel

In Oberhof im Hotel "Panorama" hatten sich der gebürtige Birkenwerderaner und Anne aus Grevesmühlen Anfang der Siebziger Jahre bei der Ausbildung zum Kellner kennengelernt. Nach Michaels Armeezeit gab es 1977 ein Wiedersehen im "Hotel Unter den Linden" in Berlin. Im Jahr 1980 weilte Mache für ein Vierteljahr zum Berufsaustausch in der Mongolei. Die Geschichten, die er darüber erzählen kann, lassen eher darauf schließen, dass es drei Jahre waren.

Ein Jahr später wurde geheiratet. 1982 kam Sohn Alexander als Zuwachs, ein Jahr später Tochter Katharina. Vater und Sohn eint bis heute ein gemeinsames Hobby. War Mache bei Grün-Weiß Birkenwerder und der ASG Vorwärts lange als Rugby-Crack aktiv, spielt heute auch Sohn Alex mit Begeisterung Rugby und das immerhin in der 2. Bundesliga.

Über die Stationen "Briesekrug" im Ortsteil Briese, "Gesellschaftshaus" Oranienburg, "Havelkrug" und "Seeblick" Lehnitz kam das Ehepaar Mache schließlich nach der Wende durch Bewerbung nach Birkenwerder in den "Ratskeller". "Es war sicher unsere schönste Zeit, in der auch die größten Freundschaften entstanden", sagte Anne Mache rückblickend.

Für die Fußballer des Ortes, die Rugbymannschaft, die Abgeordneten der Gemeinde, Rathaus-Mitarbeiter, Unternehmer und kleine Händler war das "Keller" beliebter Treffpunkt zum gemütlichen Biertrinken an der Theke oder am Tisch, zum Erzählen und Verzehren der begehrten "Haxe".

Nach der Jahreswende 2011/12 war für Maches dann Schluss im "Ratskeller". Umbau und umfangreiche Renovierungen standen an. "Das war für uns nicht machbar", so Michael Mache.

Die Gäste blieben treu

Durch eine Annonce in dieser Zeitung "Bewirtschaftung gesucht" wurden beide auf die "Bauernschänke" in Schönfließ aufmerksam. Am 8. März 2012 wurde Eröffnung gefeiert. Viele Gäste aus Birkenwerder, Hohen Neuendorf, Bergfelde blieben ihnen treu. Nicht viel später kamen auch die Einheimischen dazu. Geblieben war bis zum Schluss gute alte deutsche Küche und natürlich die Haxe.

Am 6. Januar war noch einmal (inoffiziell) "großer Bahnhof" in der Schönfließer "Bauernschänke". Stammgäste und Freunde aus den zurückliegenden Jahrzehnten trafen sich zum Abschied. Sie tauschten Erinnerungen aus, es gab kleine Geschenke, Inventarstücke wurden versteigert. Natürlich gab es Versprechen, sich in Zukunft nicht aus den Augen zu verlieren.

Für Anne Mache beginnt nun die Zeit als "hauptamtliche" Oma von Enkel Anton. Michael Mache will erst einmal durchatmen. "Aber in der Ecke sitzen und gar nichts machen, ist nicht mein Ding", sagt er.

Bergfelder Italiener übernimmt

In der Schönfließer Bauernschänke geht es  im April weiter.

Der Sizilianer Liborio Sciarrotta will das Gasthaus wieder öffnen.

Durch Unstimmigkeiten mit dem Vermieter muss der 52-Jährige zum 30. April sein kleines Ristorante mit Pizzeria "Il Casale" in Bergfelde räumen.

"Wir wollen die Bauernschänke übernehmen und nach Renovierungsarbeiten im April wieder eröffnen", sagt der Italiener voller Vorfreude.⇥zin

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