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Eisenhüttenstädter Feuerwehr
Fehlalarme gehen zurück

Stefan Lötsch / 15.01.2020, 19:00 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Die Zahl der Fehlalarme, deretwegen die Eisenhüttenstädter Feuerwehr ausrücken muss, ist deutlich zurückgegangen. Vor allem 2016, 2017 und 2018 hat das Thema die Einsatzkräfte der Stahlstadt massiv belastet.

So wurden die Feuerwehrleute 2018 in 174 Fällen durch Brandmeldeanlagen, die ausgelöst haben, alarmiert. Ein Großteil der Alarmierungen kam aus der Zentralen Ausländerbehörde (ZABH) in der Poststraße. 84 Fälle der Fehlalarme seien bösartig gewesen, sagt Wehrführer Norbert Manteufel. Heißt: Der Alarm wurde absichtlich ausgelöst, obwohl es nicht brannte.

Böswillige Alarmierung

Inzwischen hat sich die Lage deutlich entspannt. Für 2019 spricht Norbert Manteufel von 92 Fehlalarmen durch Brandmeldeanlagen, davon 26 böswilligen Alarmierungen. So habe es nach dem Besuch des Landes-Innenministers Mitte 2018 einige Veränderungen in der Erstaufnahmestelle für Asylsuchende gegeben. Unter anderem wurden die Rauchmelder ausgetauscht, die vorher auch dann ansprangen, wenn es zu viel Wasserdampf gab. Auch an den Handmeldern wurden Veränderungen vorgenommen.

Der deutliche Rückgang bei den Fehlalarmen macht sich auch bei den Einsatzzahlen bemerkbar. 609 Einsätzen im Jahr 2018 stehen 469 Einsätze im vergangenen Jahr gegenüber. Norbert Manteufel spricht deshalb von einem ruhigen Jahr. 210 Einsätze waren Brandalarmierungen, worunter auch die Brandmeldeanlagen fallen. Die restlichen Einsätze gehören zu dem großen Bereich der technischen Hilfeleistungen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Feuerwehrleute bei Verkehrsunfällen oder nach Unwettern ausrücken müssen.

Ein Trend, der sich schon in den vergangenen Jahren abzeichnet und dem demographischen Wandel in Eisenhüttenstadt mit geschuldet ist, sind Türöffnungen. 57 Fälle gab es 2018, im vergangenen Jahr 64. Die Feuerwehr wird dann zu Hilfe geholt, wenn die Vermutung besteht, dass eine hilflose Person sich in einer Wohnung befindet, sich selbst nicht mehr helfen kann. Unter anderem Pflegedienste melden sich, wenn ihnen was auffällig erscheint. In zehn Fällen kam die Hilfe allerdings zu spät, die Personen waren schon verstorben. Nicht selten ist es auch so, dass die Verstorbenen schon länger in ihrer Wohnung lagen. "Es wäre schön, wenn die Leute ein bisschen mehr aufeinander aufpassen", appelliert Norbert Manteufel, sich um den Nachbarn zu kümmern.

Die Eisenhüttenstädter Feuerwehr war auch mit Waldbränden im vergangenen Jahr beschäftigt. Auf dem Eisenhüttenstädter Gebiet wurden nur kleinere Brände verzeichnet. Natürlich gab es Unterstützung beim Löscheinsatz beim großen Waldbrand zwischen Wiesenau und Ziltendorf. Auch bei anderen großen Waldbränden im Land Brandenburg im vergangenen Jahr waren Einsatzkräfte mit einer Brandschutzeinheit des Landkreises vor Ort. Wobei das so nicht der Fall sein sollte. Denn die Eisenhüttenstädter Wehr gehört zur Gefahrstoffeinheit, ist deshalb aus der Brandschutzeinheit ausgenommen. Doch im vergangenen Jahr konnte darauf nicht Rücksicht genommen werden.

Verbeamtung kein Thema

Auch wenn die Arbeitsbelastung für die freiwilligen Kräfte hoch ist, plagen Norbert Manteufel keine großen Personalprobleme. Nach einer längeren Zeit, wo es kaum freie Plätze in der Jugendfeuerwehr gab, ist dies inzwischen der Fall. Was einen durchaus erfreulichen Hintergrund hat. So wechselt ein ganzer Schwung Jugendlicher in die Einsatzgruppe. Rund 40 Mitglieder kann die Jugendfeuerwehr haben, mehr ist durch die dafür erforderlichen Betreuer nicht zu leisten. Derzeit verfügt die Jugendfeuerwehr über 20 Mitglieder. Man mache inzwischen unter anderem an Schulen wieder Werbung, so Manteufel.

Kein Thema ist in Eisenhüttenstadt, was die zum Beispiel die Fürstenwalder Feuerwehr belastet: Dass hauptamtliche Kräfte kündigen und zu einer anderen Berufsfeuerwehr gehen, wo sie verbeamtet werden. Berlin, Potsdam aber auch Falkensee bieten Feuerwehrleuten diesen Weg. Eisenhüttenstadt hat seine hauptamtlichen Kräfte bis 1997 verbeamtet, danach nicht mehr. Dabei sind die Gehaltsunterschiede gar nicht so groß. Trotzdem kosten Beamte, durch Rückstellungen für Altersversorgung, die Städte deutlich  mehr Geld.

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