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Umwelt
Gefahr am Hafen gebannt

Die kontaminierte Erde ist ausgehoben. In den nächsten Tagen wird das Areal mit Mutterboden wieder verfüllt. Dann kann das ehemalige Bootslager wieder betreten werden.
Die kontaminierte Erde ist ausgehoben. In den nächsten Tagen wird das Areal mit Mutterboden wieder verfüllt. Dann kann das ehemalige Bootslager wieder betreten werden. © Foto: Jürgen Liebezeit
Jürgen Liebezeit / 17.01.2020, 07:00 Uhr
Birkenwerder (MOZ) Die Brunnengalerie auf der Havelinsel in Birkenwerder kann wieder in Betrieb genommen werden. Darauf verständigten sich am Donnerstagmorgen Vertreter der Gemeinde, der Landkreises und der Berliner Wasserbetriebe nach einem Vor-Ort-Termin. Die Trinkwasserförderung ist am 15. November nach dem Großbrand am Bootslager, das sich im Trinkwasserschutzgebiet befindet, eingestellt worden.

Durch das Feuer, bei dem 30 Boote zerstört oder stark beschädigt wurden, sowie durch die Löscharbeiten ist das Erdreich unter anderem mit krebserregenden Furanen und Dioxinen stark verunreinigt worden. Nach einer umfangreichen Analyse von acht Einzelproben, die in Bayern in einem Speziallabor gemacht wurde, war die Dimension der Arbeiten klar. Allein aus den Bootsrümpfen sind 17 Kubikmeter belastetes Löschwasser und Betriebsstoffe aufgefangen worden. Ebenso ist großflächig das kontaminierte Erdreich abgetragen worden. "Stellenweise sind 50 Zentimeter in die Tiefe gegangen", sagte Mirco Smentek vom Liegenschaftsamt der Gemeinde. Doch jetzt sei die Gefahr gebannt.

Aushub lagert am Hafen

Unklar ist noch, wo der Aushub entsorgt wird. Die belastete Erde ist auf einer dicken Folie auf dem Gelände gelagert. Der Erdhaufen ist zudem abgedeckt. "Das Material muss auf einer Spezialdeponie entsorgt werden", erklärt Smentek. Noch habe die zuständige Sonderabfallgesellschaft Brandenburg/Berlin mbH keine Deponie benannt. Er geht in den nächsten Wochen aber davon aus, einen Termin zu bekommen.

Die Sanierungsarbeiten wurden am 2. Dezember begonnen, also gut 14 Tage nach dem Großbrand. "Wir haben nach der Freigabe durch die Kripo sofort angefangen, die Brandstelle abzudecken, damit Regenwasser das kontaminierte Erdreich nicht wegspült", berichtet Smentek  von den ersten Arbeiten, um die Gefahr zu minimieren. So sei auch zum Jahreswechsel verfahren worden. "Damit haben wir erreicht, dass nichts weiter versickert". so Smentek.

Die Kosten für die Sanierung stehen noch nicht fest. Die Gemeindevertreter haben zunächst 200 000 Euro zur Verfügung gestellt. Smentek hofft, dass das Geld reicht.

Die Ermittlungen zur Ursache und zu möglichen Tatverdächtigen laufen noch.

Mirco Smentek sowie die Vertreter von BWB und Landkreis versicherten den Mitarbeitern der beauftragten Firma Grunske ausdrücklich, eine hervorragende und schnelle Arbeit geleistet zu haben. "Das hat alles wunderbar geklappt", sagte Smentek, der dankbar war, die Firma kurzfristig zu bekommen.

Vereinsleben geht weiter

Für den betroffenen Motorsportbootverein Birkenwerder beginnt die eigentliche Arbeit jetzt. "Wir haben zunächst auf die Freigabe des Gelände gewartet", sagt die Vorsitzende Maria May. Jetzt überlegen die Mitglieder, wie sie weiter vorgehen wollen und wie mögliche Bauarbeiten finanziert werden können. Bei dem Brand sind nicht nur Boote zerstört worden. Auch ein Schuppen wurde Opfer der Flammen. Bei den Sanierungsarbeiten sind zudem die Schienenanlagen, auf denen die Boote an Land gezogen wurden, zerstört worden.

Trotz der Brandkatastrophe geht das Vereinsleben weiter. Am vergangenen Wochenende wurde die wassersportarme Zeit mit einem Grillfest auf dem Gelände eröffnet. Die ersten Boote gehen voraussichtlich nach Ostern wieder auf Fahrt.

27 Boote zerstört

Aus noch ungeklärter Ursache ist das Winterlager für Boote des Vereins MC Birkenwerder am 15. November in Brand geraten. Die Ermittlungen laufen immer noch.

Mehr als 70 Feuerwehrleute aus der Region waren im Einsatz.

Betroffen waren 30 Boote, von denen 27 total zerstört wurden. Vielfach sind Familien mehrfach betroffen.

Die Solidarität im Birkenwerder war nach dem Brand groß. Es gab viele Hilfsangebote und Spenden.

Es gab aber auch schon Menschen, die sich für die freiwerdenden Liegeplätze im Vereinshafen interessierten.⇥zeit

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