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Weiter Wirbel um Windpark in Booßen

ARCHIV - 05.09.2019, Brandenburg, Petersdorf: Der Windenergiepark «Odervorland» im Landkreis Oder-Spree (Luftaufnahme mit einer Drohne). Der Zubau neuer Windräder an Land ist im vergangenen Jahr in Deutschland auf den tiefsten Stand seit mehr als 20 Jahren eingebrochen. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
ARCHIV - 05.09.2019, Brandenburg, Petersdorf: Der Windenergiepark «Odervorland» im Landkreis Oder-Spree (Luftaufnahme mit einer Drohne). Der Zubau neuer Windräder an Land ist im vergangenen Jahr in Deutschland auf den tiefsten Stand seit mehr als 20 Jahren eingebrochen. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ © Foto: Patrick Pleul
ir / 17.01.2020, 07:00 Uhr - Aktualisiert 17.01.2020, 07:26
Frankfurt (Oder) (MOZ) Auf den Beitrag "Stadt weist Vorwürfe zurück" in der MOZ vom 3. Januar gab es mehrere Reaktionen. Im Beitrag ging es um den Brief, mit dem sich die Firmen EnergieKontor und Loscon, die im geplanten Windpark an der B5 zwischen Booßen und Treplin elf Windkraftanlagen bauen wollen, an Grundstückseigentümer gewandt hatten. Sie beklagen darin den "erheblichen Zeitverzug" für das Vorhaben und machen dafür vor allem die Naturschutzbehörde der Stadt verantwortlich, die Anforderungen stelle, die "weit über das normale Maß" einer Bauleitplanung für Windparks hinaus gehen würden. Den Vorwurf weist die Stadtverwaltung zurück. Sie sieht Versäumnisse der Vorhabenträger, deren eingereichte Unterlagen "unvollständig" seien.

Investorenwünsche dominieren

Der langjährige einstige Booßener Ortsvorsteher Eberhard Vetter erinnert in seiner Stellungnahme zum Beitrag daran, dass der Bebauungsplan auch auf Forderung des Booßener Ortsbeirates hin beschlossen wurde. Der seit Juni 2018 vorliegende Entwurf des von einem Cottbuser Ingenieurbüro erarbeiteten B-Planes sei "eindeutig durch die Wünsche und Forderungen der Investoren geprägt", so Vetter.

Der Booßener, der im Auftrag des neuen Ortsbeirates noch immer die Interessen des Ortsteils zur Windparkplanung vertritt, erinnert an die Verweigerung eines vom Ortsbeirat geforderten Kompromisses: Wenigstens die fünf Anlagen, die den Anwohnern von Peterhof am nächsten stehen werden, sollten nicht 241, sondern unter 200 Meter hoch sein. Das sei von den Investoren "strikt abgelehnt" worden, weil es nicht wirtschaftlich sei. Das "Pulverfass" an Konflikten werde es bis zur Beschlussfassung des B-Planes durch die Stadtverordneten weiter geben, meint Vetter. Ihn freut, dass es für die Umweltverträglichkeitsprüfung klare gesetzliche Vorgaben gibt, die zählen – und nicht Firmeninteressen. "Sich jetzt in die Schmollecke zurückzuziehen und die Stadt als Hemmschuh zu benennen, ist nicht nur höchst unfair, sondern dem Vorhaben in keiner Weise dienlich", schreibt Eberhard Vetter.

Firmen wollen kooperieren

"Die Energiekontor AG und die Loscon GmbH streben gemeinsam mit der Stadt Frankfurt eine einvernehmliche Erstellung des Bebauungsplans an. Es ist selbstverständlich, dass dabei von allen Beteiligten die rechtlichen Vorgaben eingehalten werden müssen; natürlich auch in Bezug auf die Einreichung aller erforderlichen Unterlagen. Hierzu sind wir mit der Stadtverwaltung in intensiven Gesprächen", teilen die Vorhabenträger mit.

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