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Für die Stadt ist die Frage geklärt. Ein Gespräch brachte kaum Annäherung.

Protest
Feuerwehr Groß Briesen sucht weiter Ausweg aus dem Aus

Archivbild: Roland Gessner und Klaus Kanzler (r.) von der Freiwilligen Feuerwehr Groß Briesen mit Protestplakat bei der Kreistagssitzung am 4. Dezember 2019 in der Aula der Kreisverwaltung in Beeskow
Archivbild: Roland Gessner und Klaus Kanzler (r.) von der Freiwilligen Feuerwehr Groß Briesen mit Protestplakat bei der Kreistagssitzung am 4. Dezember 2019 in der Aula der Kreisverwaltung in Beeskow © Foto: Jörn Tornow
Peggy Lohse / 17.01.2020, 10:16 Uhr
Friedland (MOZ) Bis Ende Januar wollen die Feuerwehrleute in Groß Briesen noch weiter brainstormen, ob und wie es nun mit ihrer Ortswehr weitergehen könnte.

Wenn es nach Friedlands Bürgermeister Thomas Hähle und der Feuerwehr-Strukturreform inklusive Gefahrenbedarfsplan von 2019 geht, bleibt sie geschlossen. Die Feuerwehrleute sollen in Nachbarwehren umziehen. Auch der vom Kreis anberaumte Gesprächstermin am 6. Januar hat "keine Näherungspunkte ergeben", wie Sven Baunack, ein Sprecher der Groß Briesener Ortswehr, auf Nachfrage mitteilte.

"Ich habe den Jungs nochmal ans Herz gelegt, sich neu zu orientieren", kommentiert Bürgermeister Hähle den Januartermin. Die Feuerwehr Groß Briesen werde nicht wieder in die Strategie einbezogen, Landkreis und Kreisbrandmeister hätten das bereits bestätigt. Aus den Wehren in Friedland seien auch, so Hähle, positive Rückmeldungen gekommen.

"Die Stadt beharrt weiter auf der Schließung", so Baunack. Als Entgegenkommen habe sie nur einen weiteren Ausweichort vorgeschlagen: zusätzlich zu Klein Briesen und Oelsen kommt auch Weichensdorf infrage. Baunack empfindet dieses Angebot als "Farce", alle Argumente der Groß Briesener seien "abgeschmettert" worden. Objektiv sei es zwar nachvollziehbar, dass man sie in die nur 520 Meter entfernte Nachbarwehr Klein Briesen schicke. Aber auf dem Dorf, das habe er als Zugezogener schnell gelernt, seien auch 520 Meter schon zu viel. Erstens müsse die gleichberechtigte Nutzung der Einsatzstelle durch zwei Wehren gewährleistet werden. "Das wird einfach zu eng." Außerdem werde mit der Feuerwehr die letzte Organisation in Groß Briesen überhaupt geschlossen, die sich auch um Dorffeste sowie Verkehrsschulungen gekümmert habe. Die Schließung werde, so Baunack, die Aktiven weiter demotivieren. Einige wenige hätten schon jetzt gesagt, dass sie aufhören. "Bei uns sind 13 von 60 Erwachsenen aktive Kameraden", betont er. Bei einer Aktion für den Erhalt der Ortswehr hatten alle 60 unterschrieben.

Einstimmig pro Ausbildung

Einen positiven Punkt gab es bei dem Gespräch dann aber doch: Alle seien sich einig gewesen, dass der Ausbildungsstand schlecht sei. Der Kreis habe sogar schon Angebote geschickt, zur Ausbildung als Funker und für technische Hilfeleistung beispielsweise. "Unsere Männer wollen sich da engagieren", so Baunack, mancher hätte sich auch schon angemeldet. Bürgermeister Hähle sieht dieses Engagement mit Wohlwollen. Aber laut Baunack brauchen die Feuerwehrleute dafür ihre Uniformen zurück: "Wir sind Feuerwehrleute, wir können da nicht in Strumpfhosen hingehen."

Für Stadt und Kreis scheint das Aus der Groß Briesener Ortswehr besiegelt zu sein. Die dortigen Feuerwehrleute aber wollen sich noch bis 30. Januar weiter beraten, wie sie vielleicht doch noch einen neuen Ausweg aus der Schließung oder sonstigen für alle Seiten akzeptablen Kompromiss finden können.

Die Groß Briesener kämpften seit Bekanntwerden der Feuerwehr-Strukturreform in Friedland für den Erhalt ihrer Ortswehr samt Gerätehaus. Hintergrund ist, dass die Stadt als Trägerin des Brandschutzes einige Gerätehäuser in den Ortsteilen schließt, um die Kräfte an den Standorten mit wasserführenden Autos zu bündeln. Zu den Dörfern, deren Ortswehren deaktiviert werden, zählen Groß Briesen, Zeust, Lindow, Karras, Schadow, Kummerow und Günthersdorf. Am 2. Dezember ließ die Stadt das Gerätehaus Groß Briesen räumen. Kurz darauf protestierten Feuerwehrleute mit Banner auf dem Kreistag in Beeskow.

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