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Untergang im Ziegeleipark
"So etwas habe ich noch nicht erlebt"

Ende eines aufregendes Abends: Mit Hilfe von Tauchern aus Templin und dem Einsatz eines Spezialkrans konnte das Auto noch in der Nacht aus dem Hafenbecken gehievt werden.
Ende eines aufregendes Abends: Mit Hilfe von Tauchern aus Templin und dem Einsatz eines Spezialkrans konnte das Auto noch in der Nacht aus dem Hafenbecken gehievt werden. © Foto: Julian Stähle
Martin Risken / 17.01.2020, 16:58 Uhr - Aktualisiert 17.01.2020, 17:10
Mildenberg (MOZ) Ein neuwertiger VW Golf Kombi ist am Donnerstagabend im Hafenbecken des Ziegeleiparks Mildenberg versunken. Noch vor Mitternacht konnte das Fahrzeug unter großem Aufwand mit einem aus Oranienburg angeforderten Spezialkran geborgen werden.

Wie die Polizei berichtete, hatte ein 40-jähriger Partygast sein Auto gegen 18.30 Uhr auf einem etwas abschüssigen Gelände am Hafenbecken abgestellt, aber vergessen, die Handbremse anzuziehen und den Gang einzulegen. Noch während der Fahrer im Kofferraum etwas suchte, rollte das Fahrzeug mit noch geöffneter Heckklappe Richtung Hafenbecken und versank im Wasser.

"So etwas habe ich noch nicht erlebt", wunderte sich Ziegeleiparkchef Roy Lepschies über den Vorfall. Es sei zu einer Unsitte geworden, so nah am Wasser zu parken. Die offiziellen Parkplätze befinden sich nur einige hundert Meter vom Hafenbecken entfernt.

Die zur Hilfe gerufene Zehdenicker Feuerwehr legte im Hafenbecken zunächst eine Ölsperre aus und entschied dann, dass das Fahrzeug so schnell wie möglich geborgen werden müsse, um eine Gewässerverunreinigung zu verhindern. Sie forderte gegen 19.30 Uhr drei Taucher und sieben Helfer von der ehrenamtlich arbeitenden Wasserwacht Templin an, damit unter Wasser Gurte zum Heben des Autos befestigt werden konnten. Gleichzeitig wurde ein 70 Tonnen schwerer Kran aus Oranienburg geordert. Gegen 23 Uhr wurde das Fahrzeug aus dem Hafenbecken gehievt.

Die Strategie der Feuerwehr erwies sich als richtig. Nach Angaben von Stadtbrandmeister Gerd Leege liefen offenkundig weder Kraftstoff  noch Motoröl aus. Gegen 0.30 Uhr war der Einsatz beendet. Den Halter des Unglücksautos, der ziemlich geschockt war, erwartet eine saftige Rechnung. Eine höhere vierstellige Summe werde die Feuerwehr dem Verursacher in Rechnung stellen müssen. "Mindestens", schätzte Feuerwehrchef Leege am Freitag grob. Ein Feuerwehrfahrzeug wurde beim Einsatz leicht beschädigt, es fuhr gegen einen Prellbock.

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