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Bildung
Offener, vielfältiger Weg zum Abitur

Dietmar Puttins / 17.01.2020, 18:30 Uhr
Eisenhüttenstadt Wie geht es weiter nach Klasse 6 oder 10? Um bei der Entscheidungsfindung zu helfen, lädt am heutigen Sonnabend, 18. Januar, die Gesamt­schule 3 in der Maxim-Gorki-Straße 15 in Eisenhüttenstadt von 9 bis 12 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein. Mit der Veranstaltung spricht die Bildungseinrichtung auch Eltern an, deren Kinder umliegende Oberschulen besuchen. Sie sollen erfahren, womit sich die Gesamtschule 3 befasst und dass es dort einen dreijährigen Weg gibt, um zum Abitur zu kommen. Dietmar Puttins sprach mit Schulleiterin Ute Tupy über die besonderen Angebote der Gesamtschule 3.

Frau Tupy, wie würden Sie Ihre Schule charakterisieren?

Jede Schule entscheidet für sich, wo sie neben der eigentlichen Unterrichtsarbeit Schwerpunkte setzen und fördern möchte. Wir wählten die Profilierung in den musisch-künstlerischen Fächern sowie in der Berufs-und Studienorientierung. Was sehr gut passt, denn am Albert-Schweitzer-Gymnasium dominiert die Profilierung Naturwissenschaften und Sprachen. Somit haben Eltern, deren Kinder ein Abitur absolvieren sollen, in Eisenhüttenstadt eine große Wahlmöglichkeit.

Da wir eine offene Ganztagsschule sind, haben wir die Möglichkeit, zusätzlich Stunden anzubieten: Von Klasse 7 bis 9 haben wir das Fach "Darstellen und Gestalten" und jeder Schüler entscheidet sich in diesem Fach, ob er hier für den Unterricht beispielsweise Kunst, Keramik, Kochkunst, Darstellendes Spiel, Gitarre, Sport, Tanzen, Chor oder vielleicht auch den Schulgarten wählt. Die musisch-künstlerische Orientierung geht dann weiter. Es folgt eine Förderung über Wettbewerbe und Projekte und wir nehmen regelmäßig in Zusammenarbeit mit dem Kunstarchiv Beeskow und der Burg Beeskow an der Sommerkunstschule teil, womit am Schuljahresende drei Tage lang die Stärken von etwa 20 musikalisch-künstlerisch und literarisch interessierten Schülern gefördert werden. Dazu kommt, dass auch in der Oberstufe in Kunst und Musik immer wieder viele Projekte entstehen, so auch der Opern-Workshop.

Wie geht denn Berufs- und Studienorientierung im Unterricht?

Dieser Schwerpunkt ist Teil des Rahmenlehrplans. Für die Klassen 7 bis 13 gibt es ein Konzept, das alle Fächer durchzieht. Die Besonderheit an unserer Schule ist, dass der Schüler versteht, dass es nicht nur darum geht, einen Abschluss zu machen, sondern dass er ganz viel Rüstzeug mitbekommt, um zu wissen, was mit ihm nach Klasse 10 oder nach Klasse 13 passieren kann. Das ist unheimlich wichtig: Ein Lernen für das Leben nach der Schule. Er weiß, was er danach mit seinen Abschlüssen erreichen kann. Deswegen haben wir auch das Angebot der Praktika erweitert, nicht nur in den Klassen 9 und 10, sondern auch in Klasse 12. Die 12. Klassen begleiten beispielsweise eine Woche lang einen Facharbeiter und in der zweiten Woche jemanden, der studiert hat. Das Ganze wird dann im Seminarkurs aufgearbeitet und zu Beginn der 13. Klasse in einer großen Präsentation allen anderen Mitschülern in der Aula vorgestellt. Dabei kann deutlich werden, in welchen Berufen und Unternehmen junge Leute in der Region gebraucht werden. Denn aus den Praktika sind manchmal schon Ausbildungs- und Studienverträge für den weiteren Weg der Schüler nach dem Abitur entstanden.Viele unserer Schüler möchten sehr gern studieren. Da ist es ganz wichtig, dass wir sie über Finanzierungsmöglichkeiten aufklären, so dass sie beispielsweise wissen, dass ein duales Studium ihnen eine Berufsausbildung samt Studium mit Verdienst ermöglicht.

Wenn ich mir als Elternteil nicht sicher bin, wie mein Kind künftig stärker gefördert werden soll: Wie können Sie mir weiterhelfen?

Bei einer individuellen Beratung fragen wir die Eltern: Was ist das Ziel? Wo sehen sie ihr Kind in der Zukunft? Welche Fähig- und Fertigkeiten hat das Kind? Das Schöne bei uns ist, dass ein Schüler mit der Grundschulempfehlung Fachoberschulreife bei uns ab Klasse 7 noch seinen Weg zur Fachoberschulreife mit Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe finden kann. Er kann sich bei uns allmählich entwickeln. Das geht dann durch individuelle Förderungen weiter, etwa durch Teilnahme an Wettwerben oder Arbeitsgemeinschaften.

Was ist neu am Lerngruppenkonzept Ihrer Schule für die Klasse 7 und 8.

Wir haben 2015/16 ein Lerngruppenkonzept entwickelt. Das heißt, wir eröffnen vier bis fünf 7. Klassen, aber wir bilden Lerngruppen. Es sind quasi sechs bis acht Mini-Klassen. Dort lernen nicht 28, sondern 16 bis 18 Schüler. Damit soll den Kindern der Übergang von Klasse 6 zu 7 leichter gemacht werden. Das wird von den Eltern in unserer Region sehr gut angenommen. Wir haben die Stundentafel genauso wie bei einer normal besetzten Klasse mit 28 Schülern, aber wir können uns diesen Schüler so individueller widmen.

Wie setzt Ihre Schule den "DigitalPakt Schule 2019 bis 2024" um?

Wir sind jetzt gerade in der heißen Phase, den Medienentwicklungsplan zum "DigitalPakt" zu stemmen.

Das Schöne dabei ist, das wir als Landkreis-Schule auf eine sehr gute Ausstattung zurückgreifen können. Da können wir dem Landkreis nur dankbar sein. Es gibt wirklich in jedem Klassenraum einen Beamer, einen Rechner. Wir verfügen über unheimlich viele interaktive Tafeln, zwei PC-Kabinette, über eine sehr gute technische Ausstattung in unseren naturwissenschaftlichen Kabinetten.

Durch den "DigitalPakt" und mit Unterstützung des Landkreises können wir das alles noch mehr verbessern und weitere digitale Lernangebote nutzen.

Was bedeutet das praktisch und mit Blick auf die Zeitachse?

Zeitlich ist es so, dass wir jetzt im Januar unseren Antrag an den Schulträger, das Landratsamt, termingerecht übergeben.

Es bedeutet auch, dass wir jetzt unser Angebot erweitern wollen. Wir planen, unsere mobilen Laptop-Wagen um mobile Tablet-Wagen zu ergänzen. Grundvoraussetzung, die die Bunderegierung gestellt hat, ist aber, dass bei uns – wie auch an jeder anderen Schule – ein Wlan-Netz aufgebaut wird.

Was sollte man sich beim Tag der offenen Tür nicht entgehen lassen?

Man sollte auf alle Fälle die individuellen Führungen durch das Haus, die 25 unserer Schüler anbieten, in Anspruch nehmen. Schüler sagen das, was ihnen an ihrer Schule wichtig ist und ob sie sich gut betreut und aufgehoben fühlen. Authentischer geht es nicht.

Was ist Ihr persönliches Highlight?

Man sollte sich unbedingt die Wahlpflichtangebote erklären lassen, weil diese echte Aushängeschilder für unser Haus sind: das Wahlpflichtangebot Sprachen, dann "Wirtschaft, Arbeit, Technik" in den vier Bereichen Kochen, Nähen, Keramik, Holz und Metallbearbeitung sowie das Wahlpflichtangebot "Naturwissenschaften". Dann ist es ganz wichtig, dass man sich über die Sprachen informiert, denn das unterscheidet uns vom Gymnasium, wo man sofort eine zweite Fremdsprache erlernen muss. Bei uns muss man in Stufe 7 noch nicht eine Fremdsprache wählen, um zum Abitur gehen zu dürfen. Man darf auch erst in Klasse 11 mit der zweiten Fremdsprache beginnen.

Wichtig ist mir auch, dass die Eltern mit den Fachlehrern und unseren zwei Schulsozialarbeitern ins Gespräch kommen. Man sollte sich die AG’ s ansehen: Das weltweite Bildungsprogramm "First Lego League", ein Forschungs- und Roboterwettbewerb, wird vorgestellt.

Dann sollte man sich "Tanzen" und die AG "Technik" ansehen sowie die AG "Patenschaften", die sich mit unserer Schulpartnerschaft mit dem Gymnasium 4 in Witebsk in Weißrussland befasst und einmal im Jahr eine große Diskussionsrunde mit Politikern und Wirtschaftsvertretern zum Thema erneuerbare Energien an der Schule durchführt.

Welche Fremdsprachen bietet Ihre Schule an?

Bei uns sind es ab Klasse 7 Russisch und Französisch und in Klasse 11 ist es Russisch.

Tage der offenen Tür:

Sonnabend, 9 bis 12 Uhr, Gesamtschule 3 Eisenhüttenstadt, Maxim-Gorki-Straße 15.

Sonnabend, 9 bis 13 Uhr, Grund- und Oberschule Müllrose, Jahnstraße 12.

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