Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Zukunftsdiskussion
Passows Ex-Bürgermeister warnt vor Alleingängen

Walter Henke, Ex-Bürgermeister von Passow.
Walter Henke, Ex-Bürgermeister von Passow. © Foto: Oliver Voigt
Kerstin Unger / 18.01.2020, 07:00 Uhr
Passow (MOZ) Nach 29 Jahren als Passower Bürgermeister trat Walter Henke zur Kommunalwahl im vergangenen Jahr nicht mehr an. Damals kündigte er jedoch an, sich weiter einzumischen. Er sagte: "In Zukunft werde ich nicht am Ofen sitzen, sondern in der Besucherreihe und gucken, was die neue Gemeindevertretung macht." Was er derzeit hört und liest, gefällt ihm überhaupt nicht, sagt er. Das Amt droht auseinanderzubrechen. Pinnow und Mark Landin lassen die gemeinsame Zukunft in einer Einheitsgemeinde prüfen.

Walter Henke befürchtet, dass das, was er und seine Mitstreiter über Jahrzehnte gemeinsam aufgebaut haben, den Bach runter geht. Er warnt vor Alleingängen, deren Folgen manch einer nicht abzusehen scheint. "Es gibt viele Überschneidungen zwischen den Gemeinden des Amtes", sagt er und nennt als Beispiele Schule und Kita, den gemeinsamen Flächennutzungsplan und eine abgestimmte Dorfentwicklungsplanung.

Den Beschluss gab es schon

"Die Herangehensweise der Gemeinden Mark Landin und Pinnow kann ich nachvollziehen aus der Situation heraus, wie sich Passow und Berkholz-Meyenburg verhalten haben bei der Abstimmung über die Amtsklage gegen den Bescheid des Innenministeriums zum Amtsaustritt Schönebergs", sagt er.  Der Beschluss zur Klage sei bereits vom alten Amtsausschuss gefasst worden und sollte nun bestätigt werden, was nicht passierte. Für Walter Henke ist das der Ausgangspunkt für die jetzigen Querelen. "Das hat einen erheblichen Vertrauensverlust herbeigeführt. Keiner hat damit gerechnet."

Für ihn ist das Kind noch nicht in den Brunnen gefallen. Die Probleme müssten aber aus der Welt geschafft werden. "Man muss miteinander reden, auch darüber, weshalb man die Klage angelehnt hat", fordert er. "Wenn man Dinge im Amt ändern will, auch was den Amtsdirektor betrifft, hat das nichts mit der Klage zu tun. An Beschlüsse muss man sich halten. Und wenn man von der Mehrheit überstimmt wird, wird erwartet, dass man das respektiert. Das ist Demokratie."

Alle hätten ihre Stärken und Schwächen, machen Fehler. Und wenn mancher nicht klarkäme mit dem Auftreten des Amtsdirektors, habe das nichts mit seiner Arbeit zu tun. "Man muss sich auf die Sachebene beziehen. Der Bürgermeister und die Gemeindevertretung von Passow sollten in sich gehen und gucken, was in der Vergangenheit geschafft wurde, auch mithilfe des Amtsdirektors", empfiehlt er. Sicher sei schon viel erreicht worden. Aber in Jamikow, Schönow und Briest gäbe es noch einiges zu tun, was man als eigenständige Gemeinde selbst entscheiden könne. Die Voraussetzung sei aber, dass man miteinander redet und die Argumente gegeneinander abwägt. Die in Pinnow und Landin gefassten Beschlüsse müssten nicht sofort Konsequenzen haben. "Vielleicht kommt man bei guter Überlegung zu dem Schluss, das Amt mit den Gemeinden zu erhalten oder ob eine Großgemeinde Sinn macht", meint Walter Henke und verweist auf mögliche Aktivitäten der Landesministerien, die mehr für den ländlichen Raum tun wollen, wenn man den Aussagen glauben darf. Die finanzielle Situation der Gemeinde für die nächsten Jahre biete Spielraum.

Persönliche Betroffenheit

"Wenn jeder in den vier Gemeinden für sich kurz auf die Bremse tritt und nachdenkt, ob seine Entscheidungen richtig sind, findet man einen Weg zur Zusammenarbeit. Jede Gemeinde sollte sich einmal in die Situation der anderen hineinversetzen. Vor allem sollten sich die Passower und Berkholz-Meyenburger fragen, wie sie handeln wenn man mit ihnen das gleiche gemacht hätte", so der ehemalige Bürgermeister. Er fühlt sich auch persönlich betroffen. "Ich habe damals für die Amtsklage geworben. Die jetzige Entscheidung ist ein Signal für mich, dass ich falsch gehandelt habe."

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Falko Mundt 22.01.2020 - 11:56:37

Einfach wow

Wo muss ich denn bei der Moz anrufen um einfach meine Meinung abdrucken zu lassen? Der Herr hat kein Amt inne und darf hier unwidersprochen eine Herrn Krause genehme Meinung abgeben, sämtliche gewählten Vertreter die diese nicht teilen abwatschen und am Ende so tun als müsse man sich nur an einen Tisch setzen dann wird das schon. Bekommt denn einer der angegriffenen auch noch einen Freiartikel zum Thema? Oder sieht sich mal jemand von der Moz berufen die Dinge die behauptet werden einzuordnen?

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG