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Pferderettung
Viel Hilfe für verwahrloste Rösser aus Falkenberg

Dankbare Augen: Pony Annabell und die anderen Rösser stehen inzwischen alle in sauberen Ställen und werden gut versorgt. Nur knapp entgingen sie der Schlachtbank.
Dankbare Augen: Pony Annabell und die anderen Rösser stehen inzwischen alle in sauberen Ställen und werden gut versorgt. Nur knapp entgingen sie der Schlachtbank. © Foto: Nicole Kegeler
Jörn Kerckhoff / 22.01.2020, 11:06 Uhr - Aktualisiert 23.01.2020, 19:43
Falkenberg (MOZ) Eine Entschuldigung dafür, wie ein Pferdebesitzer aus Falkenberg seine Tiere über Jahre gehalten hat, gibt es wohl nicht – Erklärungen aber schon. Ganz offensichtlich war er völlig überfordert mit der Haltung der sechs Tiere, Hilfe bekam er lange Zeit nicht. So wollte er die verwahrlosten Ponys und Pferde heute eigentlich vom Schlachter abholen lassen. Dem Einsatz von Nicole Kegler und zahlreichen Helfern ist es zu verdanken, dass die Tiere vor der Schlachtbank gerettet wurden und nun gut untergebracht sind.

"Es war herzzerreißend", beschreibt Nicole Kegeler die Szene, die sich am Dienstagabend auf dem Hof in Falkenberg abspielte. Sie selbst und ein Bekannter wollten am Nachmittag nach den Pferden sehen, nachdem sie erfahren hatten, dass das Veterinäramt des Landkreises Märkisch-Oderland dort war, um die Zustände in dem dunklen Stall zu kontrollieren und ein Hufschmied den Tieren die wild wuchernden Hufe geschnitten hatte.

Erst wütend dann dankbar

Auf dem Gelände seien sie auf den Besitzer gestoßen, der zunächst sehr wütend gewesen sei über den ungebetenen Besuch. Dann habe sie erklärt, dass sie ihm und den Pferden helfen wollen, erzählt Kegeler im Gespräch mit der MOZ. Plötzlich sei der Besitzer in Tränen ausgebrochen, habe erklärt, dass er mit der Haltung der Rösser seit Jahren völlig überfordert sei und dass er schon mehrfach Leute um Hilfe gebeten, diese aber nicht erhalten hätte. "Er wollte die Tiere sogar verschenken, aber niemand wollte sie haben", so Nicole Kegeler.

Es sei eigentlich eine Schande, dass jemand, der Hilfe sucht, keine bekommt, macht die Pferdeliebhaberin deutlich, dass dies ein gesellschaftliches Problem sei. So bringt sie sogar Verständnis dafür auf, dass dem Pferdehalter die Situation über den Kopf gewachsen ist und dass er seine Rösser vor sich hin vegetieren ließ und sich am Ende nicht anders zu helfen wusste, als den Schlachter zu rufen. Nachdem er nun Hilfe bekam, habe er den Schlachter auch gleich angerufen und ihm gesagt, dass er die Tiere heute nicht holen könne. Dieser habe zwar sehr wütend reagiert, musste es am Ende aber dennoch akzeptieren.

Unerwartet viel Hilfe erfahren

So konnten die sechs Rösser inzwischen in verschiedenen Ställen untergebracht und erstversorgt werden. "Plötzlich waren ungefähr 20 Leute da, die uns geholfen haben", freut sich Nicole Kegeler über die Unterstützung. Es gebe schon Spenden, um die Tiere weiterhin medizinisch zu versorgen und aufzupäppeln. Ein Hufschmied habe angeboten, die Rösser erst einmal kostenlos zu behandeln. Der bisherige Besitzer habe eine Abtrittserklärung unterschrieben, die Pferde gehören ihm damit nicht mehr. Nicole Kegeler will auch den Kontakt zu ihm halten und ihm auch die Möglichkeit geben, die Tiere zu sehen, wenn er das denn möchte.

Ob die Sache ein gerichtliches Nachspiel hat, steht indes noch nicht fest. "Wir werden dem Halter unsere Maßnahmen in Rechnung stellen", erklärt Thomas Berendt, Pressesprecher des Landratsamts. Außerdem werde der Fall geprüft und dann über weitere Schritte entschieden.

Wer für die Pferde spenden möchte, erfährt mehr auf den Facebookseiten von Nicole Kegeler sowie Reiten in Schorfheide.

Mehr dazu lesen Sie hier: Verwahrloste Pferde aus Falkenberger Stall gerettet

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