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Hallenfußball
Schaulaufen der Talente

Kai Beißer / 23.01.2020, 06:00 Uhr
Erkner (MOZ) Tom Schitzki hatte schon so etwas geahnt: DaHertha BSC absagen musste, war die "kleine Hertha" ins Teilnehmerfeld des Hallenturniers um den Pokal der Wohnungsgesellschaft Erkner der Fußball-D-Junioren des Jahr-gangs 2008 gerückt. "Das ist eine ganz starke Truppe, da wird gute Nachwuchsarbeit geleistet",sagte der Turnier-Organisator – und sollte recht behalten: Die Südwest-Berliner unterlagen in der Vorrunde nur Energie Cottbus (0:3), marschierten in derK.-o.-Runde bis ins Finale und siegten dort 2:1 gegen den 1. FC Magdeburg. Zudem wurde Fadil Braha als bester Spieler der knapp neunstündigen Mammutveranstaltung ausgezeichnet.

Diese bildete so etwas wie den gelungenen Auftakt zum Jubi-läum 100 Jahre FußballvereinErkner 1920. Schitzki, Trainer der einheimischen D-2-Junioren,hatte namhafte Vereine aus dem Osten Deutschlands verpflichten können und allenthalben viel Lob geerntet. Eines wurde dabei aber auch deutlich: Schon in dieser Altersklasse zeichnen sich sowohl physische als auch Leistungs-unterschiede ab, wenn die besten Kinderfußballer spätestens mit zehn, elf Jahren in Nachwuchszentren konzentriert und dort besonders gefördert und gefordert werden.

Wie beim 1. FC Magdeburg, Tabellenzweiter der Talente-Liga Nord von Sachsen-Anhalt, die auf verkürztem Halbfeld mit Abseits (!) ausgespielt wird. Die besten Fünf aus Nord und Süd ermitteln im Frühjahr den Meister. In der Winterpause nimmt die Mannschaft eigentlich jedes Wochenende an mindestens einem Hallenturnier teil, "weil es gut ist für die Technik und die Handlungsschnelligkeit – und Spaß macht", sagt Trainer Tom Heitzmann.

Energie ohne Auswechselspieler

Energie Cottbus war ohne Auswechselsspieler angereist. "Über Nacht sind noch zwei Jungs krank geworden. Aber Absagen kam nicht in Frage", sagte Co-Trainer Torsten Hertelt. "In den langen Pausen waren wir spazieren, haben zum Beispiel am Flakenfließ mit einem Angler gefachsimpelt." Für die geschlauchten Lausitzer reichte es zu Platz 7.

Unmittelbar vor ihnen kam der FC Strausberg ein und war damit beste brandenburgische Mannschaft. "Und das gegen solch starke Gegner", betonte Trainer Karsten Meißner stolz. Herausragend Torhüter Niclas Weise, der im Neunmeterschießen der Viertelfinal-Verlierer gegen den 1. FC Union zwei Versuche der Berliner abwehrte und den entscheidenden Ball selbst versenkte. Im Platzierungsspiel gegen Dynamo Dresden hieß es dann aber 0:3.

Der Hallesche FC hatte einen Tag vor dem Turnier aus Personalmangel abgesagt. Schitzki mühte sich um kurzfristigen Ersatz – und fand ihn in Germania Schöneiche. "Wir haben per Whats-App-Gruppe alle zusammengetrommelt und die Mannschaft aufgeteilt: Die Jüngeren spielen heute hier, die Älteren am Sonntag in Friedrichshagen", erzählte Trainer Frank Rudolph, der mit dem Abschneiden zufrieden war: "Immerhin haben wir beide Erkneraner Mannschaften geschlagen."

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