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Ehm Welk
Draußenschule braucht Übergangsquartier in Angermünde

Alt, aber geeignet: Das ehemalige Ehm Welk-Museum könnte für drei Jahre zu einer Schule werden.
Alt, aber geeignet: Das ehemalige Ehm Welk-Museum könnte für drei Jahre zu einer Schule werden. © Foto: Kerstin Unger
Kerstin Unger / 23.01.2020, 09:00 Uhr
Angermünde (MOZ) In Angermünde ist eine Freie Draußenschule als alternatives Schulangebot in Gründung. Während die Genehmigung aus Potsdam noch erwartet wird, kümmern sich die Mitglieder des Trägervereins "keck entdecken" um Räumlichkeiten. Schließlich soll es bereits zum Schuljahresbeginn 2020 mit 16 Schülern losgehen.

Standort Greiffenberg

Die Draußenschule soll einmal ihren Sitz in Greiffenberg haben und das ehemalige Schulhaus mit noch mehr jungem Leben füllen. Das seit Jahren leerstehende Gebäude in Nachbarschaft der Kita "Burgzwerge" sei sehr gut als neuer Schulstandort geeignet, meint die Stadtverwaltung Angermünde. Bis dafür alles in Papier und Tüten und ein Einzug möglich ist, wird eine Zwischenlösung gesucht. Der Verein "keck entdecken" hat das ehemalige Ehm Welk-Museum ins Auge gefasst. Die dort noch tätigen Museumsmitarbeiter ziehen demnächst in das sanierte Haus Uckermark um.

Der Vorschlag wird gerade in den Fachausschüssen der Stadtverordnetenversammlung diskutiert. Der Bau-, Wirtschafts- und Umweltausschuss machte Dienstagabend den Anfang. Auf Vorschlag des Ausschussvorsitzenden Roy Weiss, aus der Mitteilungs- gleich eine Beschlussvorlage zu machen, folgten sechs von sieben Abgeordneten.

Vor der Abstimmung bekamen Sarah Krahl und Lydia Täschner vom Trägerverein der geplanten Schule die Möglichkeit, das Projekt vorzustellen. Danach entspann sich eine lebhafte Diskussion, in der es nicht nur um bauliche Belange, sondern auch pädagogische Ansätze ging.

Die Freie Draußenschule soll ein weiteres Angebot in der Bildungslandschaft sein. Das Konzept sieht verschiedene Lernformen und fächerübergreifenden Unterricht in anregungsreicher Umgebung vor, erfuhren die Ausschussmitglieder. Das ehemalige Ehm Welk-Museum in der Puschkinallee sei ebenerdig, von Natur umgeben und eigne sich gut für die Zwecke, meinten die Frauen. In den ersten drei Jahren nach Eröffnung erhält die freie Schule keine staatliche Unterstützung. Die Kosten werden durch Elternbeiträge und einen Bürgschaftskredit der GLS-Bank abgedeckt.

Über die Bildungsarbeit werde man nicht entscheiden, sagte Bürgermeister Frederik Bewer. Aber es sei einen mutiger, abenteuerlicher und energieaufwendiger Weg für eine solche Schulgründung, meinte er. Den Start möchte die Stadt durch Bereitstellung einer Immobilie zur temporären Anmietung ermöglichen. Die Umbaukosten für die ersten zwei Klassen werden durch den Verein getragen. Die Abstimmung dazu ist am 14. Januar 2020 im Bauordnungsamt Prenzlau erfolgt.

Prüfung durch Fachleute

Zur Frage, ob der bauliche Zustand für eine Beschulung von Kindern geeignet sei, erklärte Sarah Krahl, dass das von externen Stellen geprüft wird. Da es sich aber um eine Übergangslösung handele, würden nicht allzu hohe Maßstäbe angelegt. "Für den Bauantrag werden derzeit gemeinsam mit dem Architekten die Anlagen und der Grundriss erstellt." Zum baulichen Zustand sei man auch mit Peter Achterberg von der Angermünder Wohnungsbaugesellschaft im Gespräch.

"Ein Gebäude, das vermietet ist, verfällt nicht. Außerdem nutzt die Bewirtschaftung der Stadtkasse", begründete Thoralf Abel seine Zustimmung für das Vorhaben und meinte: "Angermünde gibt das Potenzial für diese Schule her." Schließlich platzen die beiden städtischen Grundschulen derzeit aus den Nähten.

Am Mittwoch stand das Thema im Bildungs-, Kultur- und Sozialausschuss zur Diskussion. Dann werden Hauptausschuss und Stadtverordnetenversammlung darüber beschließen.

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