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Großeinsatz
Verdächtige Gepäckstücke sorgen für Polizeieinsatz in Eberswalde

Abgesperrt: Ein Koffer und eine Reisetasche versetzen Eberswalde in Aufruhr
Abgesperrt: Ein Koffer und eine Reisetasche versetzen Eberswalde in Aufruhr © Foto: Marco Marshall/MOZ
Marco Marshall / 23.01.2020, 14:32 Uhr - Aktualisiert 23.01.2020, 19:28
Eberswalde (MOZ) Es ist um die Mittagszeit, als der 39-jährige Mann aus dem Fenster seiner Wohnung an der Goethestraße blickt und den Koffer mit der Reisetasche darauf sieht. Er wartet ab. Als die Gepäckstücke ihre Position eine Stunde später noch nicht verändert haben, ruft er die 110.

Sorgen macht er sich eigentlich keine, doch gut möglich, dass der Besitzer seine Sachen vermisst. "Es war gar nicht meine Absicht, dass so etwas daraus gemacht wird", sagt der 39-Jährige. "Aber als sich das Polizeiauto quer gestellt hat, wusste ich, das wird kein entspannter Nachmittag". Genau wie sein 65-jähriger Nachbar muss er das Haus zunächst verlassen und wird einige Stunden nicht zurück können. Die Straße wird gesperrt. Gegen 14 Uhr, als eine Passantin die MOZ informiert, ist der Bereich etwa 100 Meter um Koffer und Tasche herum bereits abgeriegelt.

Ein herrenloser Koffer sorgte am Donnerstag in der Eberswalder Goethestraße für Aufregung. Die Polizei sperrte die Straße ab 13 Uhr und evakuierte die Bewohner umliegender Häuser. Sprengstoffexperten vom LKA untersuchen den Koffer.
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Polizeieinsatz wegen herrenlosen Koffers

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Um 15 Uhr wird der Sperrkreis sogar erweitert. Menschen, die den hellgrauen Hartschalenkoffer mit der dunklen Tasche noch aus der Ferne sehen konnten, müssen nun weitere 100 Meter bis zur Kreuzung Pfeilstraße zurückweichen. Landrat Daniel Kurth ist ebenfalls am Einsatzort und fängt eine Rentnerin ab, die sich gerade aufs rotweiße Flatterband zubewegt. Es handelt sich offenbar um eine Anwohnerin. "Gehen Sie gern ins Kreishaus. Der Saal ist offen. Schauen sie sich die Bilder an", empfiehlt der Landrat. Die Frau hakt sich bei einem Polizisten ein, der sie über die Straße bringt. Die Anwohner zeigen sich verständnisvoll. 28 Menschen, so teilt die Polizei später mit, wurden sicherheitshalber aus den Häusern im Sperrkreis geholt.

Fund im Rathaus ein Jahr her

Vom Parkhaus der Kreisverwaltung lässt sich das Geschehen um den Koffer weiter beobachten. Gegen 16 Uhr ist bereits ein Mann mit dunklem Schutzanzug und Lampe am Helm vor Ort. Der Entschärfer vom LKA untersucht zunächst die Tasche und scheint Kleidungsstücke herauszunehmen. Ein Gepäckinhalt, den auch die Polizei bald darauf bestätigt. Außerdem zwei Handys, von denen man sich nun Aufschluss über den Besitzer erhofft. Entwarnung. Gegen 16.50 Uhr werden die Sperrungen aufgehoben. Die Anwohner dürfen nach Hause.

Vor fast genau einem Jahr hatte es den letzten Polizeieinsatz aufgrund eines verdächtigen Gepäckstücks gegeben. Damals ausgelöst durch eine Tasche, die im Eberswalder Rathaus entdeckt wurde und sich ebenfalls als ungefährlich entpuppte.

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