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Landkreis Oder-Spree alarmiert
Wildgänse können Virus übertragen

Viele Wildgänse sind zwischen Beeskow und Friedland zu beobachten. Sind sie mit dem Erreger der Vogelgrippe infiziert, kann das Virus durch direkten Kontakt beispielsweise mit Hühnern übertragen werden. Derzeit ist Risiko aber noch gering.
Viele Wildgänse sind zwischen Beeskow und Friedland zu beobachten. Sind sie mit dem Erreger der Vogelgrippe infiziert, kann das Virus durch direkten Kontakt beispielsweise mit Hühnern übertragen werden. Derzeit ist Risiko aber noch gering. © Foto: Jörn Tornow
Monika Rassek / 23.01.2020, 17:00 Uhr
Beeskow (MOZ) Nach dem in Brandenburg bei Forst – Landkreis Spree-Neiße nahe der polnischen Grenze – eine verendete Blessgans gefunden und der Geflügelpest-Erreger H5N8 nachgewiesen wurde, ist auch im Landkreis Oder-Spree Vorsicht geboten. Petra Senger, Amtstierärztin und Amtsleiterin Veterinär- und Lebensmittelüberwachung des Landkreises Oder-Spree hat zunächst veranlasst, dass Geflügelhalter zum aktuellen Stand über die Internetseite des Landkreises informiert werden.

Totes Geflügel melden

"Es wurden aber keine Aufstellungsmaßnahmen wie Stallpflicht oder ähnliches getroffen", betont die Veterinärmedizinerin. "Wenn Mitarbeiter des Veterinäramtes draußen unterwegs sind und tote Vögel finden, werden diese natürlich untersucht", so die Amtsleiterin Petra Senger. Spaziergänger oder andere Menschen, die in der Natur unterwegs sind, werden gebeten, beim Fund toten Geflügels das Amt zu informieren: "Wir organisieren dann, dass die toten Tiere ins Labor kommen und untersucht werden."

Für die etwa 20 Großbetriebe  – Hähnchenmast, Legehennen, Hühnerzucht und Entenmast – im Kreis Oder-Spree bestünde noch keine Gefahr. "Die Unternehmen haben ein hohes hygienisches Präventionspotential", so Senger.

Hobbyhalter sollten jedoch die allgemein bekannten Vorsichtsmaßnahmen treffen, wie die Ein- und Ausgänge zu den Ställen gegen unbefugten Zutritt zu sichern und die Ställe oder sonstigen Standorte des Geflügels  nicht von fremden Personen betreten lassen. Auch sollte eine betriebsbereite Einrichtung zum Waschen der Hände sowie eine Einrichtung zur Desinfektion der Schuhe vorgehalten wird.

Arno Zietz vom Kleintierzuchtverein Beeskow hat bislang noch keinerlei Informationen erhalten. "Wir warten erst einmal ab", sagt der passionierte Taubenhalter. "Wenn doch noch Stallpflicht angeordnet werden sollte, trifft es besonders Enten- und Gänsehalter schlimm. Die können ihre Tiere nicht einsperren."

Geringes Risiko

Das Risiko eines Eintrages des Geflügelpesterregers in die Hausgeflügelbestände durch direkte Kontakte mit Wildvögeln wird durch das Friedrich-Loeffler-Institut aktuell als gering eingestuft. Infektionen des Menschen mit dem Erreger H5N8 sind bisher nicht bekannt. Eine Übertragung des Erregers über infizierte Lebensmittel sind laut einer Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung unwahrscheinlich. Die Geflügelpest gehört zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen des Geflügels.

Ansprechpartner und Informationen

Tierfunde können dem Veterinäramt Landkreis Oder-Spree in Beeskow, Tel. 03366 351900, Fax: 03366 351995 Mail: Veterinaeramt@landkreis-oder-spree.de gemeldet werden. Wichtig dabei ist die Angabe des Fundortes. Informationen zur Geflügelpest im Landkreis Oder-Spree finden Sie im Bereich Aktuelle unter www.landkreis-oder-spree.de. Weitere Informationen zur Geflügelpest beim Friedrich-Loeffler-Institut, Internet: www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/aviaere-influenza-ai-gefluegelpest/.

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