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Ortsentwicklung
Woltersdorfer haben genug von Bausünden an der Schleuse

Winterruhe: Im Moment sind die Enten am Mühlenteich weitgehend unter sich. Sobald die Tourismussaison beginnt, lockt das Gebiet um die Woltersdorfer Schleuse wieder zahlreiche Ausflügler an.
Winterruhe: Im Moment sind die Enten am Mühlenteich weitgehend unter sich. Sobald die Tourismussaison beginnt, lockt das Gebiet um die Woltersdorfer Schleuse wieder zahlreiche Ausflügler an. © Foto: Annette Herold
Annette Herold / 23.01.2020, 21:40 Uhr
Woltersdorf (MOZ) Das Gebiet um Woltersdorfs Schleuse ist beliebt, bei Ausflüglern wie bei den Woltersdorfern. Um die Interessen unter einen Hut zu bringen, wird seit Jahren über die Entwicklung des Areals diskutiert. Vor über drei Jahren schließlich fiel in der Gemeindevertretung der Aufstellungsbeschluss, mit dem der Weg frei wird für eine Bauplanung. Eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Bürgermeisterin Margitta Decker hat beraten, ein zeitweiliger Ausschuss der Gemeindevertretung, und schließlich wurde ein Cottbuser Architektenbüro mit der Erarbeitung eines Rahmenplans beauftragt. Dessen Inhalt wurde Mittwochabend bei einer gut besuchten Einwohnerversammlung im Ratssaal vorgestellt.

Der Schleusenbereich habe zentrale Bedeutung für Woltersdorf, betonte Bauamtsleiterin Kerstin Marsand zu Beginn. Ziel der Planungen seien ein Schutz des gewachsenen Ortsbildes, eine Verbesserung der Parksituation und auch die Schaffung weiteren Wohnraums. Dafür allerdings, wurde bei Vorstellung des Rahmenplans und in der anschließenden Diskussion unterstrichen, ist im Schleusen-Gebiet nur noch sehr begrenzt Platz.

Dennoch: Es sei ein Ort mit Potenzial, betonte der Architekt Heinz Nagler bei der Vorstellung des Rahmenplans. Nun müsse es darum gehen, den Schleusenbereich zu sichern und behutsam weiterzuentwickeln. Dazu gehört für Nagler eine vorsichtige Nachverdichtung, aber vor allem, mehr öffentliche Bereiche um die Schleuse zu schaffen. Dazu seien Gespräche mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung geführt worden. Resultat: Die von der Behörde genutzte Schleuseninsel sei nach bisherigem Stand nicht verfügbar. Hoffnung bestehe aber unter anderem an der Landspitze westlich der Schleuse auf der Flakenseeseite: Dort habe die Behörde Gesprächsbereitschaft signalisiert. Vor allem Grünflächen sollen nach Vorstellung der Architekten entstehen. Zum Parkproblem in der Werderstraße vor allem an Wochenenden während der Saison schlagen sie eine Bewirtschaftung vor, sodass Touristen ihre Autos etwa am Thälmannplatz stehen lassen könnten. Um Akzeptanz dafür könne man werben, indem Besuchern mit ihrem Parkticket die Nutzung der Straßenbahn möglich wird, mit der sie dann zur Fähre gelangten.

Ein Schwerpunkt der anschließenden Diskussion waren neue Häuser im Kiez, die mancher Woltersdorfer als Bausünde bewertet. Um Derartiges für die Zukunft zu verhindern, sei die Planung notwendig, erläuterte Bauamtschefin Marsand. Offen ist noch, ob die Gemeindevertretung zur Regulierung letztlich einen Bebauungsplan oder eine Gestaltungssatzung verabschiedet. Bis 28. Februar ist der Rahmenplan einsehbar. Anschließend werden Bürgerhinweise eingearbeitet, bevor die Planung wieder Thema in der Gemeindevertretung ist.

Die Planungsunterlagen sind im Internet unter www.woltersdorf.de abrufbar. Zudem können Interessierte zu den Sprechzeiten im Bauamt der Gemeinde Einsicht nehmen.

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