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Aufbruch
Neuenhagens Einwohnerzahl steigt um zwei Prozent

Dirk Schaal / 23.01.2020, 22:11 Uhr
Neuenhagen (MOZ) Mut, Herausforderungen, Gesundheit und viel Glück – diese Worte hatten es beim Neujahrsempfang der Gemeinde Neuenhagen in vielerlei Hinsicht auf die vorderen Plätze der meistgebrauchten Begriffe gebracht. Und dies nicht ohne Grund, war der Blick zurück schon mit vielen kommunalen Aufgaben gespickt, stellt der Blick voraus alles bisher Dagewesene in den Schatten.

Die persönliche Begrüßung von Ilka Goetz, Vorsitzende der Gemeindevertretung, fiel kurz aus. Landrat Gernot Schmidt, die ehemaligen Bürgermeister Klaus Ahrens und Jürgen Henze sowie Ehrenbürger Artur Boehlke nannte sie. Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Vereinen und Institutionen aus der Region und Neuenhagen waren ebenso erschienen.

Aufarbeitung nötig

Der großen Politik gehörte zunächst ihr Augenmerk. 30 Jahre Wiedervereinigung in diesem Jahr seien genug Zeit, um mit unverklärtem Blick die Zeit vor der Wende aufarbeiten zu können. Dies sei notwendig, um moderne Errungenschaften besser einschätzen zu können. Gleichsam forderte sie die kommunale Politik dazu auf, in der Zeit großer Herausforderungen konstruktiv miteinander zu streiten, jedoch nicht gegeneinander zu arbeiten.

Auch die Kooperation mit Hoppegarten als gemeinsames Mittelzentrum rückte sie in den Fokus. "Lassen Sie uns gemeinsam unsere Gemeinde und die Region voranbringen." Allen Neuenhagenern im Ehrenamt von Feuerwehr, Politik bis zu den vielen verschiedenen Vereinen galt ihr besonderer Dank.

Bürgermeister Ansgar Scharnke bemerkte, dass der Neujahrsempfang trotz einer ungewöhnlichen Zeit für Neuenhagen, abends an einem Wochentag, gut besucht sei. Er dankte unter anderem allen, die sich im Superwahljahr 2019 um ein Mandat beworben hatten und so den demokratischen Prozess mitgestalten wollten. Das Mittelzentrum mit Hoppegarten liege ihm ebenfalls am Herzen, auch um kommunale Herausforderungen meistern zu können. Ein gemeinsames Einzelhandelskonzept nannte er, eine abgestimmte Schulentwicklung und die weitere Gestaltung der Rennbahn, die beide Gemeinden verbindet. Nicht unerwähnt ließ er auch die Schwimmhalle, die beide Kommunen notfalls auch alleine bauen wollen.

19 000 Einwohner hatte Neuenhagen im August letzten Jahres, mittlerweile sind es 200 mehr. Eine jährliche Steigerung von zwei Prozent im Jahr, bei unter Zwölfjährigen sogar fünf Prozent, war in den letzten Jahren zu beobachten. Das sei mehr als in Berlin oder allen anderen Kommunen der Region, sagte Scharnke. Die daraus resultierenden Aufgaben will er im Konsens mit allen Beteiligten in diesem Jahr vorantreiben. Versiegelungsbegrenzung und die Steuerung von Verkehr und Bautätigkeit bedürfen zukünftig besonderer Beachtung.

Investitionen für mehr als 70 Millionen Euro stehen in den Jahren bis 2023 für Schulen, Kitas und Feuerwehr an. Ein Millionenkredit muss her, Fördermöglichkeiten werden geprüft – der Landkreis sollte dabei auch noch mal in sich gehen –, forderte Scharnke, doch auch alleine werde man zur Not die Herausforderungen stemmen, wenn alle an einem Strang ziehen.

Das Oktoberfest finde in diesem Jahr nicht im August statt, versprach Scharnke unter Beifall, und die Gespräche laufen gut, dass die Trainierbahn zur Nah­erholung für alle erhalten bleibt. Ein Radwegenetz wird kommen wie auch ein Verkehrskonzept, bei dem Fußgänger keine untergeordnete Rolle spielen. Tempo 30 in der Hauptstraße sei wünschenswert und, dass Neuenhagen eine grüne Gemeinde bleibt.

140 Jahre alt wird der Neuenhagener Männerchor Frohsinn 1880 in diesem Jahr, halb so alt ist Harald Stapf, der Vorsitzende. Für seine Arbeit im Chor wurde er geehrt. "Eigentlich ist das keine Arbeit, sondern Spaß", verriet er hinter vorgehaltener Hand. 30 Männer von 55 bis 83 Jahren sind dabei, neue Mitglieder immer gern gesehen. Sein Lieblingschor sind eigentlich die Frauen im Ort, "aber das darf keiner wissen", erzählte er augenzwinkernd.

"Ich wünsche mir, dass ich mal gesund alt werde", sagte Hans Körner, dem für seine ehrenamtliches Engagement als Rettungsschimmer im Freibad gedankt wurde. Der Mann ist 77 Jahre alt und fit wie ein Turnschuh, wie nicht nur sein leichter Gang auf die Bühne verriet.

Ehrenamt macht Spaß

Dass Ehrenamt kein Klotz am Bein ist, sondern Spaß macht, davon erzählte Nadine Großmann. "Wir sind schon seit Jahren ein Team im Wahllokal Fallada-Schule. Da trifft man Leute. So wie eine ganz süße Omi aus dem Pflegeheim. Da freuen wir uns jedes Mal, wenn wir sie wieder sehen. Aber das weiß sie gar nicht", berichtete sie, die zusammen mit elf weiteren Wahlhelfern stellvertretend für alle jene diese geehrt wurde.

"Da ist so eine große Dankbarkeit, die ist persönlich so bereichernd, das kann man gar nicht in Worte fassen", sagte Steffi Schaefer, die im Verein Musikpodium Kindern mit einigen Projekten die klassische Musik näher bringen möchte.

Geehrt für ihr Engagement im Ehrenamt

Harald Stapf (Vorsitzender des Männerchors Frohsinn 1880): Für sein Organisationstalent und seine erfolgreichen Bemühungen für gute Beziehungen mit anderen Chören.

Steffi Schaefer (Kinderbeauftragte im Verein Musikpodium): Stellt u. a. mit dem Projekt "Klassik für Kinder" spezielle Opernaufführungen auf die Beine.

Hans Körner (Rettungsschwimmer im Freibad): Verantwortungsvoll, mit Ruhe und Bedacht wacht er über das Wohlergehen der Badegäste.

Heike Schneider (Förderverein des Hauses der Begegnungen und des Lernens): Sie ist immer dabei, wenn Hilfe benötigt wird, was insbesondere vom Pädagogen-Team der Villa sehr geschätzt wird.

Renate Hardt (Versicherungsberaterin Deutsche Rentenversicherung): Ob es um Kontenklärung oder Hilfe bei der Beantragung der Rente geht, sie steht mit Rat und Tat zur Seite.

Maximilian Ahrens, Karin Dräger, Nadine Großmann, Alexander Busse, Antje und Gunnar Jessat, Ralf Hass, Kerstin Kühn, Roswitha Golz, Ulrich und Elke Broniecki und Philipp Klein: Wurden stellvertretend geehrt für alle 112 Wahlhelfer. ⇥red

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