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Schulen in Märkisch-Oderland stoßen an ihre Grenzen

Mit der Situation der insgesamt 62 Schulen in Märkisch-Oderland hat sich der Kreis-Bildungsausschuss in Seelow befasst.
Mit der Situation der insgesamt 62 Schulen in Märkisch-Oderland hat sich der Kreis-Bildungsausschuss in Seelow befasst. © Foto: Symbolfoto/dpa
Anett Zimmermann / 24.01.2020, 06:00 Uhr
Seelow (MOZ) Über stark ausgelastete Schulen insbesondere im Randberliner Raum berichtete Norbert Thefs vom Staatlichen Schulamt in Frankfurt (Oder) am Mittwoch im Kreis-Bildungsausschuss in Seelow. Als Beispiel nannte er die siebten Klassen an den Gymnasien in Strausberg, Rüdersdorf und Neuenhagen, aber auch die Oberschulen würden dort an ihre Grenzen stoßen.

Dies betreffe allerdings ebenso die Oberschule in Seelow, die zum Schuljahr 2019/2020 erstmals vierzügig gestartet sei. Thefs wertete die Entwicklung mit Blick zum Beispiel auf die Situation in Strausberg vor wenigen Jahren als positiv. "Die Oberschulstandorte sind attraktiv geworden", erklärte er und fügte hinzu, dass der Übernachfrage im berlinnahen Bereich letztlich nicht abgeholfen werden könne. Für die Familien sei es keine Alternative, ihre Kinder nach Müncheberg, Neutrebbin, Wriezen oder Letschin zu schicken.

Die Abdeckung mit Lehrern sei bei allen Schwierigkeiten realisiert, so Thefs weiter. Ohne Seiteneinsteiger sowohl an Grund- als auch Oberschulen sähe das ganz anders aus. Allein an der Oberschule in Seelow liege ihr Anteil bei 30 Prozent. "Das ist eine Herausforderung für die Einrichtungen", so der Schulrat und bezeichnete Begleitung, Hilfe und Unterstützung als notwendig. Mit Sorgen sehe er auch den Rückgang bei der Ausbildung der Sonderpädagogen. Dabei seien die Förderschulen in Märkisch-Oderland gut ausgestattet und gehe es auch um das gemeinsame Lernen.

Nicht nur Karin Klinger (Linke) kritisierte, dass die Vorab-Kompaktkurse für Seiteneinsteiger nicht funktionieren. Diese würden erst berufsbegleitend laufen, so die Lehrerin. Berufskollege Patrick Gumpricht (SPD) verwies darauf, dass auch nicht für den Bedarf in einzelnen Unterrichtsfächern, darunter die Naturwissenschaften und Sport, ausgebildet wird. Und fragte, wie viele Lehramtsstudenten in den Schuldienst übernommen werden. Laut Norbert Thefs stimme zwar die Qualität der Lehrerausbildung, allerdings nicht die Quantität. Von den etwa 600 Absolventen pro Jahr in Brandenburg würde etwa die Hälfte in andere Bundesländer wechseln, ein Viertel nehme eine Auszeit und trete den Dienst trotz Angebot nicht an.

Der Ausschussvorsitzende Stephan Schwabe (Linke) hakte zu Schulverweigerern nach. Thefs erwiderte darauf, dass sich die Lesekompetenz in den vergangenen Jahren deutlich verbessert werden konnte. Damit gebe es inzwischen weniger Schulabbrecher, maximal ein bis zwei je Schule. Zahlen zu funktionellen Analphabeten, wie von Reinhold Patzer (AfD) erfragt, gebe es nicht. Angebote für Jugendliche mit schulischen und sozialen Problemen und dem Ziel eines Abschlusses existieren demnach in Bad Freienwalde mit der Stiftung SPI, in Seelow beim "Arche-Projekt" des Christlichen Jugenddorfwerkes und in der "Schule des Lebens" in Rüdersdorf.

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