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Preiskampf
So werben Bernauer Fitnessstudios um neue Kunden

Volle Kraft voraus: Im Bernauer Fitnessstudio "Clever fit" ist die Zulauf zu Jahresbeginn traditionell besonders groß. Auf dem Bild legen sich unter den Augen von Trainer Tony Beese (links) Luica Scholz (Mitte) und Louis Metz am Crosstrainer richtig ins Zeug.
Volle Kraft voraus: Im Bernauer Fitnessstudio "Clever fit" ist die Zulauf zu Jahresbeginn traditionell besonders groß. Auf dem Bild legen sich unter den Augen von Trainer Tony Beese (links) Luica Scholz (Mitte) und Louis Metz am Crosstrainer richtig ins Zeug. © Foto: Sergej Scheibe
Christian Heinig / 24.01.2020, 07:00 Uhr
Bernau (MOZ) Lange muss man nicht suchen, um im Bernauer Raum auf attraktive Fitnessangebote zu stoßen. Direkt beim Sportforum wird man als erstes fündig.

Unter dem Motto "Wir belohnen ihre guten Vorsätze" wird mit Probetrainings geworben. Münden diese bis 31. Januar in eine Jahresmitgliedschaft, kann man zwei Monate umsonst trainieren.

Ähnliche Lockrufe aufs Laufband gibt es auch bei  "Clever fit". Das Studio in der Bahnhofspassage wirbt mit dem Slogan "Sag ‚Ja‘ zum neuen Jahr" mit einem besonderen Angebot: ein halbes Jahr trainieren für 3,90 Euro im Monat – bei Abschluss einer zwölfmonatigen Mitgliedschaft.

"Viele Menschen starten mit guten Vorsätzen ins Jahr – das greifen wir natürlich auf", sagt Markus Wolff, Geschäftsführer von Clever Fit in Bernau. Als Studio sei man auf das Januargeschäft angewiesen, das trage einen zum Teil durch das Jahr. "Das ist seit 30 Jahren so und wird auch noch die 30 nächsten Jahre so sein", betont Wolff, der in seinem Studio seit Silvester etliche neue Kunden begrüßen konnte.

Ähnlich sieht es bei "Mrs. Sporty", der Fitness-Kette, die sich nur an Frauen richtet. "Wir haben im Januar schon einen größeren Zulauf registriert", gesteht Fitnesstrainerin Dagmar Kovács, die das Studio am Bahnhofsplatz leitet. Bei "Mrs. Sporty" liegt der Monatspreise in der Regel bei 49,90 Euro. Derzeit wird mit Startpreisen von 20,20 Euro geworben. Und das wirkt offenbar.

Was die Studios natürlich hoffen, ist, dass die neuen Kundinnen und Kunden lange am Ball bleiben – und nicht nur ein Probetraining mitnehmen. Die Chancen stehen allerdings 50:50. Statistiken zufolge machen fast sechs von zehn Fitness-Neulingen nach nur wenigen Wochen wieder Schluss mit der Sportoffensive.

Um dem entgegenzuwirken, bieten viele Studios inzwischen nicht mehr nur Jahresverträge an, sondern setzen für Fitness-Interessierte auf flexiblere Angebote. Beispiel "Clever fit": Das Studio in der Bernauer Bahnhofspassage hält gleich eine ganze Palette bereit. Möglich sind: ein Tag, eine Woche, ein Monat, ein Jahr. "Wer sich länger bindet, bekommt natürlich bessere Konditionen", so Geschäftsführer Wolff.

Harter Preiskampf

Die flexible Angebotspalette ist auch deshalb notwendig, weil sich die verschiedenen Studios seit Jahren einen starken Preiskampf liefern. Die Mitgliedsbeiträge lagen 2018 bundesweit bei 43,35 Euro im Schnitt und damit niedriger als zuvor, wie das Wirtschaftsprüfungsunternehmens Deloitte aufgeschlüsselt hat.

Ursache dieser Entwicklung sei das überproportionale Mitgliederwachstum bei "Discount-anbietern", zu denen neben McFIT auch Clever Fit zählt. Sie würden Kunden Monatsverträge von 30 Euro oder weniger anbieten, heißt es.

Es gibt im Barnim aber auch Studios, die auf spezielle Angebote zu Jahresbeginn verzichten, so wie das "Life Fitness" Panketal. Hier belässt man es beim üblichen Standardangebot: dem guten, alten Probetraining.

Der deutsche Fitnessmarkt wächst immer weiter

Die Fitnessbranche hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Sie ist in Deutschland längst Volkssport Nummer eins, vor König Fußball. Laut einer Studie des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Deloitte waren 2018 bundesweit mehr als 11 Millionen Menschen in Studios registriert. Ein Plus von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Der Gesamtumsatz stieg laut Deloitte um 2,5 Prozent auf gut 5,3 Milliarden Euro, während die Anzahl der Fitnessanlagen um 3,9 Prozent auf 9343 anwuchs.

Im kontinentalen Vergleich liegt der deutsche Fitnessmarkt laut der Studie "European Health & Fitness Markt Report 2019" vor dem Vereinigten Königreich (5,25 Milliarden Euro) an der Spitze.

Bei den Mitgliedsbeiträgen müssen die Schweizer mit 64,20 Euro monatlich am tiefsten ins Portemonnaie greifen. Deutschland liegt laut Deloitte nach den Eidgenossen, dem Vereinigten Königreich, Irland und Österreich auf Platz 5 in Europa mit 43,35 Euro pro Monat.⇥red

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