Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Stadtwerke
Stadtwerke Neuruppin warnen vor Abzocke

Insgesamt 36 800 Zählerstände sind in den vergangenen Wochen abgelesen worden.
Insgesamt 36 800 Zählerstände sind in den vergangenen Wochen abgelesen worden. © Foto: dpa
Judith Melzer-Voigt / 24.01.2020, 14:47 Uhr
Neuruppin (MOZ) Gibt es Geld zurück? Oder muss nachgezahlt werden? Dieses Thema treibt am Anfang eines Jahres alle um. Nun gibt es eine Antwort auf die Frage: Die Stadtwerke Neuruppin (SWN) verschicken seit Freitag die Jahresrechnungen für Strom-, Gas- und Fernwärmekunden für 2019. Insgesamt bekommen mehr Menschen Geld zurück als nachzahlen müssen.

2,5 Millionen Euro überweisen die Stadtwerke an Energiebezieher zurück. 900 000 Euro fordern sie von ihren Kunden ein, erklärt Vertriebsleiter Guido Gerlach. "Der Stromabsatz ist nahezu auf gleichem Niveau wie im Vorjahr", sagt Gerlach. Wenn die Stadtwerke immer mehr Kunden haben, die beispielsweise mit Solaranlagen selbst Strom erzeugen, geht der Absatz zurück. Das ist zwar der Fall. "Aber wir konnten 2019 einige Kunden dazugewinnen. Dadurch ist der Absatz nahezu konstant. Beim Gas haben die Leute, die einen SWN-Vertrag haben, 2019 insgesamt 2,5 Prozent mehr verbraucht als noch im Vorjahr.

Der Trinkwasserverbrauch ist mit 1,5 Millionen Kubikmeter pro Jahr nahezu konstant hoch. Das liegt laut Gerlach an den immer höheren Temperaturen. Die Menschen trinken und duschen mehr, müssen Rasen und Garten öfter mit dem Nass versorgen. Entsprechend ist auch der Schmutzwasserverbrauch der Ruppiner auf einem anhaltend hohen Niveau.

Lediglich bei der Fernwärme gab es ein leichtes Minus von 1,1 Prozent. "Der Absatz wäre da noch deutlich geringer, ebenfalls wegen der wärmeren Temperaturen. Aber wir haben 2018 und 2019 viele Kunden ans Netz angeschlossen." In Neuruppin herrscht Anschlusszwang für Fernwärme.

Wer sich nicht von seiner Jahresrechnung überraschen lassen will, dem empfiehlt Guido Gerlach das Kundenportal der Stadtwerke. Einmal angemeldet, können dort Abschläge verändert und sogar die Jahresrechnung simuliert werden. Gerlach und der kaufmännische Geschäftsführer der SWN, Toralf Uebach, warnen davor, dass gerade die Zeit der Jahresrechnung viele Betrüger hervorlockt. Es komme mitunter vor, dass im Stadtgebiet plötzlich Unbekannte vor der Tür stehen und Geld kassieren oder Rechnungen einsehen wollen. "Oft ist das Ziel die unlautere Akquise von Kunden", so Gerlach. SWN-Mitarbeiter würden immer einen Ausweis samt Lichtbild dabei haben. "Und wir kassieren auch keine Nachzahlungen an der Haustür", versichert Gerlach. Zähler werden jetzt auch nicht mehr abgelesen. Vor allem das Vorzeigen von Rechnungen sei tückisch. Auf diesen gibt es nämlich zwei entscheidende Nummer: die Messlokation und die Marktlokation. Diese beiden machen es möglich, einen SWN-Kunden ohne dessen Zutun bei einem anderen Stromanbieter anzumelden, erklärt Gerlach. Er empfiehlt Kunden, die merkwürdigen Besuch zu diesem Thema bekommen, im Zweifel die Polizei oder die Stadtwerke zu informieren.

Anlässlich der Zeit der Jahresrechnung bieten die SWN zusätzliche Sprechzeiten an: Die Mitarbeiter in der Heinrich-Rau-Straße 3 sind am Montag, 27. Januar, sowie am Mittwoch, 29. Januar, jeweils von 7.30 bis 16 Uhr vor Ort. Am Freitag, 31. Januar, können sie von 7.30 bis 14.30 Uhr vorbeischauen. Auch in der Geschäftsstelle des Vereins "Haus & Grund" am Neuruppiner Schulplatz gibt es am Montag, Dienstag und Mittwoch jeweils von 8 bis 16 Uhr Beratungen.

179

Gramm je Kilowattstunde ist der CO2-Wert, den die SWN mit ihrem Strommix erzeugen. Beim Deutschlandmix liegt der Wert bei 421.⇥red

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG