Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Kinder-Notfälle
Chefärztin nimmt jungen Eltern die Angst

Lockere Atmosphäre: Angy Stry aus Briesen mit Sohn Carlos freut sich über ein Wiedersehen mit der Chefärztin der Kinderklinik, Sigrid Lyding (v.l.).
Lockere Atmosphäre: Angy Stry aus Briesen mit Sohn Carlos freut sich über ein Wiedersehen mit der Chefärztin der Kinderklinik, Sigrid Lyding (v.l.). © Foto: Bettina Winkler
Bettina Winkler / 24.01.2020, 10:00 Uhr
Bad Saarow (MOZ) Wenn Kinder plötzlich krank werden, ist es nicht immer ein Grund, den Notarzt zu rufen. Was können Eltern mit ihrem Kind alleine bewältigen, wann muss der Notarzt gerufen werden? Die Chefärztin der Kinderklinik im Helios Klinikum Bad Saarow,  Dr.  Sigrid Lyding, hat bei der seit Jahren beliebten Vortragsreihe, die jetzt statt am Sonntag mittwochs, 17 Uhr gehalten wird,  den rund 20 Teilnehmern  wertvolle Tipps und Hinweise gegeben.

Angy Stry (29, aus Briesen) hat ihren dreimonatigen Sohn Carlo zum Vortrag mitgebracht. Als junge Mutter kann sie jede Information über Babypflege und vor allem Erste Hilfe bei Notfällen gebrauchen. Die Klinik ist ihr bestens bekannt. Schließlich hat sie dort ihren Sohn zur Welt gebracht. Als Frühchen lag der Kleine fünf Wochen lang auf der Neugeborenenintensivstation (Neonatologie) und wurde dort gut versorgt. Angy Stry freut sich an diesem Abend auch auf ein Wiedersehen mit der Chefärztin und dem Schwesterteam. "Ich habe alle in sehr guter Erinnerung und wenn mein Sohn Hilfe braucht, weiß ich wo ich hingehen kann", sagt die 29-Jährige.

Chefärztin Sigrid Lyding betont bei ihrem Vortrag auch immer wieder: "Wenn sie unsicher sind, kommen sie mit ihrem Kind zu uns in die Rettungsstelle. Wir kümmern uns, und wenn nötig wird das Kind zur Überwachung und Abklärung  stationär aufgenommen".

Fieberkrampf und Pseudokrupp

Kinder sind nun mal keine kleinen Erwachsene. Deshalb ist einiges zu beachten. Zum Beispiel darf man bei Säuglingen keine Wadenwickel zum Fiebersenken verwenden. Der kleine Körper würde zu schnell auskühlen. Ein Ohrthermometer zum Messen der Körpertemperatur ist erst ab dem zweiten Lebensjahr zulässig. Der gefürchtete  Fieberkrampf, der bei fünf Prozent der Kleinkinder auftritt und dabei öfter Jungen als Mädchen betrifft, macht einigen Teilnehmern Angst. Die Ärztin gibt Entwarnung. "Auch wenn es bedrohlich aussieht, es besteht keine Lebensgefahr. Nach spätestens zehn Minuten ist der Krampf vorbei", beruhigt Lyding.  Auch der Pseudokrupp, bei dem die Luftröhre unter dem Kehlkopfdeckel zuschwillt, war Thema. Solch ein Anfall mit bellendem Husten und ziehenden Geräuschen beim Einatmen tritt immer nachts auf. Dabei können Eltern und das betroffene Kind in Panik geraten. Ruhe und feuchte, kalte Luft lässt den Anfall meist abklingen.

Vergiftungen sind ebenfalls häufig im Kindesalter. Sie nehmen eine Flasche und trinken einfach den Inhalt aus. "Eltern sollten nie Reinigungsmittel mischen oder in andere Flaschen umfüllen", rät die Ärztin. Im Notfall sollte die Originalverpackung zum Arzt mitgenommen werden. Außerdem weist Lyding auf eine App hin, die einen direkten Link zum Giftnotruf hat. Dann erzählt sie noch von zwei lebensbedrohlichen Notfällen: Kinder haben Erdnüsse eingeatmet und Magnete verschluckt, die dann zum Darmverschluss führten.

"Die Vorlesung war interessant. Ich habe viele Antworten bekommen", sagt Isabel Wagner (28, aus Markgrafpieske). "Ich habe mein Wissen aufgefrischt, man kann das als Mutter nicht oft genug hören", so Daniela Ostrzinski (30, aus Langewahl).

Halbjahresprogramm der Mittwochsvorlesungen

19. Februar Diabetisches Fußsyndrom: diagnostische und therapeutische Besonderheiten bei peripheren arteriellen Verschluss-krankheiten

18. März Wenn der Knochen knackt: Diagnostik und Therapie bei Spontanbrüchen

22. April  Neues über Parkinson: Pumpe, Stimulator, Stammzellen?

13. Mai  Schlaganfall – was nun? 24 Stunden Therapie im Helios Klinikum Bad Saarow

27. Mai  Spontangeburt vs. Kaiserschnitt – wie werden Mutter und Kind durch die Form der Geburt beeinflusst?

17. Juni Kreuzschmerz– was hilft und was nicht?

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG