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Bahnhof Eisenhüttenstadt
Aufreger Barrierefreiheit

Der Bahnhof in Eisenhüttenstadt ist nicht barrierefrei. Nun will die Bahn endlich die Arbeiten ausschreiben. Foto: Gerrit Freitag
Der Bahnhof in Eisenhüttenstadt ist nicht barrierefrei. Nun will die Bahn endlich die Arbeiten ausschreiben. Foto: Gerrit Freitag © Foto: Gerrit Freitag
Stefan Lötsch / 24.01.2020, 19:00 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Wenn es um den geplanten barrierefreien Ausbau des Bahnsteiges in Eisenhüttenstadt geht, dann schwingt immer noch eine gewisse Restskepsis mit, ob die Deutsche Bahn nun tatsächlich, wie angekündigt, im Sommer mit den Bauarbeiten loslegen wird. Doch aus dem Wahrscheinlich wird immer mehr ein Tatsächlich.

"Die Ausschreibungen der Bauleistungen ist für Ende Januar vorgesehen", teilte ein Bahnsprecher auf MOZ-Anfrage mit und bekräftigte noch einmal: "Der Beginn der Bauarbeiten ist weiterhin für Ende Juni dieses Jahres geplant."

Wie berichtet, hatten sich die Planer dafür entschieden, eine komplett neue Unterführung zu errichten, von der aus man dann mit Fahrstühlen auf den erneuerten Bahnsteig gelangt. Eine Rampe zu den Bahnsteigen, die immer wieder gefordert wird, weil einige den Fahrstühlen nicht trauen, ließe sich nicht realisieren. Es sind bestimmte Neigungen vorgeschrieben, die Rampe wäre viel zu lang geworden. Die Unterführung wird nördlich des Bahnhofsgebäudes entstehen, dort, wo jetzt schon auf der östlichen Seite ein Pendlerparkplatz ist.

Die Bauarbeiten werden in jedem Fall zu Behinderungen führen, auch müssen sich Pendler darauf einstellen – aber das sind sie ja auf der Strecke zwischen Eisenhüttenstadt und Frankfurt schon gewohnt – dass es zu zeitweiligen Streckensperrungen kommen wird. Genaue Zeiten vermag der Bahnsprecher aber noch nicht zu sagen. "Gegenwärtig erfolgen die Feinabstimmungen zu den notwendigen Sperrpausen. Sobald diese erfolgt sind, werden die Informationen dazu bekannt gegeben."

Der Part der Stadt

Derweil laufen auch in der Eisenhüttenstädter Stadtverwaltung die Vorbereitungen, damit der Part der Stadt bei dem Projekt rechtzeitig realisiert werden kann. Denn die neue Unterführung wird in der Glashüttenstraße enden – dort, wo jetzt noch Unkraut wächst.

Wie parallel auf der Ostseite soll auch auf der Westseite ein Pendlerparkplatz entstehen, aber auch ein Pavillon mit Fahrkartenverkauf sowie mit einer Toilette. Die Planungen dafür wurden ausgeschrieben.

Da die Fläche unter anderem als Baustelleneinrichtung benötigt wird, kann die Stadt mit der Realisierung ihres Parts erst beginnen, wenn die Bahn einen Großteil ihrer Arbeiten – vorgesehen ist eine Bauzeit bis April 2021 – größtenteils abgeschlossen hat, wahrscheinlich also erst nächstes Jahr.

Toilettencontainer kommt

Solange will die CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung nicht warten. Sie hatte im November in der Stadtverordnetenversammlung einen Antrag gestellt, der auch eine Mehrheit fand, dass auf der Ostseite des Bahnhofes beziehungsweise in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes noch im ersten Halbjahr dieses Jahres eine WC-Anlage aufgestellt werden soll.

Es solle eine Anlage sein, die gegen Vandalismus widerstandsfähig ist. "Mehrfach wurde durch unsere Fraktion auf die Notwendigkeit einer öffentlichen Toilette am Bahnhof hingewiesen", hieß es in dem Antrag der CDU. "Diese Forderung war unstrittig."

Michael Reichl, Leiter des Fachbereiches Stadtentwicklung, erklärte derweil, dass die Stadtverwaltung an der Umsetzung des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung arbeite.

Derzeit würden unter anderem Standortvarianten geprüft, wobei sich ein geeigneter Standort bereits herauskristallisiert habe.

Forderung seit vielen Jahren

Seit vielen Jahrzehnten wird der barrierefreie Ausbau des Bahnsteiges in Eisenhüttenstadt gefordert. Im Jahr 2015 erhielt die Deutsche Bahn sogar den Negativpreis "Betonkopf" verliehen vom Allgemeinen Behindertenverband Brandenburg (ABB), weil gehbehinderte Menschen den Zug in Eisenhüttenstadt nicht erreichen können. Allerdings kam in diesem Jahr auch Bewegung in die Sache. Bürgermeisterin Dagmar Püschel initiierte eine Unterschriftensammlung, konnte schließlich Gespräche mit Bahnverantwortlichen erreichen. Daraus entstand eine Arbeitsgruppe, die die jetzige Variante erarbeitet hat.⇥lö

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