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Kultur
Mit Pinsel und Kamera an Fontane-Schauplätzen

Im Gutshaus: Günter Rieger (rechts) war fasziniert von der Feinfarbigkeit der Bilder von Cornelia Felsch, daneben Gutshaus-Fördervereins-Chef Bernd Donner.
Im Gutshaus: Günter Rieger (rechts) war fasziniert von der Feinfarbigkeit der Bilder von Cornelia Felsch, daneben Gutshaus-Fördervereins-Chef Bernd Donner. © Foto: Holger Rudolph
Holger Rudolph / 27.01.2020, 18:30 Uhr
Köpernitz Das Fontanejahr ist zwar Vergangenheit. Doch es gibt auch weiterhin Gelegenheiten zur Begegnung mit Menschen, die sich auf erfrischende Weise künstlerisch mit dem großen Romancier auseinandersetzen. Am Sonntagnachmittag lernten die 100 Besucher der Reihe "Aus der Region für die Region" im Kulturgutshaus Köpernitz Zeichnungen der Neuruppiner Künstlerin und Journalistin Cornelia Felsch unter dem Titel "Überlass es der Zeit" zu Orten kennen, die in Fontanes Werken eine Rolle spielen.

Im zweiten Teil des Nachmittags erfuhr das Publikum, dass der langjährige Leiter des Alt Ruppiner Möhring-Chors, Armin Jungbluth, auch ausdrucksstarke Dokumentarfilme dreht. Gezeigt wurde der 30-minütige Streifen "Theodor Fontane – Die Grafschaft Ruppin".

Stimmungsvolle Schattierungen

In seiner Laudatio zur Bilderschau stellte der Karwer Verleger Günter Rieger die Vielfältigkeit des Schaffens von Felsch heraus. Sie sei nicht nur Malerin, sondern gebe ihr Wissen auch an Menschen weiter, die selbst künstlerisch aktiv werden wollen. Nicht zuletzt sei die seit Langem für eine Regionalzeitung Schreibende eine sehr gute Journalistin. An den 15 ausgestellten Bildern beeindrucke, dass sich auch in grauen Grundtönen noch eine Vielzahl von stimmungsvollen Farbschattierungen finden lasse. Interessant sei zudem, dass es sich bei etlichen Zeichnungen um Bild gewordene Zitate aus Fontanes "Wanderungen durch die Grafschaft Ruppin" handelt.

In einer feinfühligen Darstellung einer Kutschfahrt durch die märkische Landschaft lasse sich förmlich "die Effi entdecken, die sicherlich in dieser Kutsche sitzt", vermutete Rieger. Felsch nickte leicht, setzte dann aber freundlich hinzu: "Ich habe eher Fontane selbst in dieser Kutsche gesehen." Die Künstlerin sagte zu ihrer Motivation, dass sie als Zeichnerin und Journalistin Fontane auch als Kollegen sehe. Schließlich habe dieser  sehr viel für Zeitungen geschrieben.  Einige ihrer Bilder seien direkt bei der eigenen journalistischen Arbeit entstanden. So zum Beispiel die Darstellung einer Bootstour auf dem Stechlinsee: "Da ging es um Ökologie. Ich war mit der Unteren Umweltbehörde auf dem See unterwegs." Alle ausgestellten Bilder, bei denen es sich um Unikate handelt, können käuflich erworben werden.

Armin Jungbluths Film setzt Fontane-Zitate aus den Wanderbüchern in den Kontext mit der Gegenwart. Bereits seit 1983 filmt Jungbluth. Damals noch mit der Schmalfilmkamera und oft asynchroner Nachvertonung der sehr teuren Filme, später dann auf Video-Magnetband, auf welchem die Bilder materialbedingt nach und nach an Qualität verloren. Erst mit dem Kauf einer Digitalkamera im Jahr 2003 war er am Ziel: "Endlich hatte ich ein Gerät, das anständige Bilder machte, die man auch ohne Qualitätsverlust vervielfältigen konnte." Zwei bis drei größere Filme dreht Jungbluth pro Jahr. Natürlich von den Fahrten des Möhring-Chores, aber auch zu anderen Themen. "Fontanes Texte in den Bezug zur Gegenwart zu setzen, davon habe ich schon seit 20 Jahren geträumt", sagte er.

Film gibt es auch auf DVD

Zwei Jahre lang arbeitete er an seinem Fontane-Film. In Rheinsberg ließ er sich mehrere Stunden lang durch die Stadt und den Boberow-Forst kutschieren. Bei einer Dampfertour filmte er die Ruppiner Seenkette. Das Publikum sah das Wustrauer Schloss ebenso wie das Denkmal der schönen Sabine in Binenwalde. Die Fontane-Zitate hat Richard Staar professionell eingesprochen. Die Bemerkungen zur Entwicklung von Landschaften und Gebäuden bis in die Gegenwart, die teils auch durch historische Aufnahmen unterlegt wurden, leben von der angenehmen Stimme Annely Fiebelkorns. Wie schon Felsch erhielt auch Jungbluth sehr viel Beifall. Etliche Besucher kauften die DVD mit dem Film. Diese ist zum Preis von zehn Euro auch in den Neuruppiner Gaststätten "Klosterhof" und "Rosengarten" erhältlich.

Die nächsten Programmpunkte im Kulturgutshaus

23. Februar, 14.30 Uhr:  XIV. Hausmusik – Eltern und Kinder sowie Musiklehrer und Schüler treten auf. Der Eintritt ist frei.22.März, 14.30 Uhr: 21. Frühlingskonzert der Kreismusikschule.5. April, 11 Uhr: "Brandenburger Köpfe und Porträts". Diesmal wird Freifrau von Löwendal (1683 bis 1776), Brandenburgs erste Firmengründerin, vorgestellt. Der Einlass kostet zehn Euro. ⇥red

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