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Lob und Sorgen sowie großer Dank an polnische Partnerstadt und engagierte Bürger bestimmen den Abend.

Vorhaben 2020
Neujahrsempfang am Gedenktag – ein lokaler "Wink der Geschichte" in Friedland

Peggy Lohse / 27.01.2020, 19:59 Uhr - Aktualisiert 27.01.2020, 23:35
Friedland (MOZ) Es ist in Polen, Deutschland und der Welt ein besonderes Datum, an dem der diesjährige Neujahrsempfang der Stadt Friedland stattfindet: der Tag des Gedenkens der Opfer des Nationalsozialismus genau 75 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee.

Dass Dariusz Ejchart, Bürgermeister von Friedlands polnischer Partnerstadt Sulecin in der Woiwodschaft Lebus, gerade diesen Tag hier verbringt, wertet Bürgermeister Thomas Hähle respektvoll als "Wink der Geschichte". "Schuld ist zwar nicht vererbbar, aber die Verantwortung, dass so etwas nie wieder geschieht, tragen wir alle", betont Hähle. Nicht nur für Deutsche, sondern vor allem für Demokraten sieht er es als Pflicht an, gegenzuhalten angesichts des rauer werdenden Umgangs, des Rechtsrucks in Europa sowie der jüngsten Übergriffe auf jüdische Einrichtungen.

Neujahrsempfang in Friedland
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Neujahrsempfang

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Seit 15 Jahren besteht jene Partnerschaft zu Sulecin bereits. Das Jubiläum soll in diesem Jahr unter anderem mit einem gemeinsamen Handwerkermarkt begangen werden, kündigt Hähle an. Ejchart hat bislang fünf Jahre der gemeinsamen Arbeit mit begleitet und spricht voll des Lobes und Dankes vor den rund 75 interessierten Friedländern.

Das Beste für Friedland

"Friedland geht es gut", ist Bürgermeister Hähle überzeugt, auch wenn der Doppelhaushalt 2018/19 nicht ganz optimal ausfallen sollte. Jedenfalls soll der kommende Doppelhaushalt für 2020/21 der letzte unter seiner hauptamtlichen Führung sein. Denn dann kommt, wenn es nach ihm geht, ja sowieso die Mitverwaltung durch die Stadt Beeskow. Viele Fragen und Probleme seien noch offen. "Wir sind gerade dabei, uns neu zu finden", sagt er. Neben Friedland sind damit auch die Nachbargemeinden Tauche und Rietz-Neuendorf sowie die Stadt Beeskow gemeint.

Hähle kämpft für die Mitverwaltung und hält sie für "das Beste für Friedland". Noch bestehende Zweifel sollen mit seinem Beeskower Amtskollegen Frank Steffen in der nächsten Stadtverordnetenversammlung sowie einem Treffen aller beteiligten Gemeinden im März auf den Tisch kommen. Im letzten Jahr waren in Friedland und Tauche zugunsten der Mitverwaltung die Bürgermeisterwahlen verschoben worden. 2021 soll demnach die Stadt Beeskow die meisten Verwaltungsaufgaben für die Gemeinden übernehmen. Hähle gibt sich vorsichtig optimistisch: "Der Weg ist lang, die Zeit ist knapp. Aber unter Druck sind wir am besten."

Dank den Engagierten

Aus Sicht des Bürgermeisters lebt Friedland auf: Kitas und Schulen sind voller Kinder, das Handwerksgewerbe läuft, der Seniorenbeirat hält seine Mitglieder auf Trab, die Sportvereine rekrutieren Nachwuchs aus der ganzen Umgebung. Selbst die neuen Medien des Digitalpakts für die Schulen haben schon die Lehrerwelt erreicht.

Nur an Betreuern mangelt es schmerzhaft. "Fitness-Übungen für die Erzieherinnen" würden schon vorbereitet, versucht Hähle es ironisch. Aber der Personalmangel bleibt. Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr, wo es immer schwerer werde, zwischen 8 und 18 Uhr einsatzbereit zu sein. Darum der krönende Abschluss: die Ehrung jener aktiven Ehrenamtlichen aus den Gemeinden, die Sport- und Musikveranstaltungen, Brandschutz und Jugendarbeit vor Ort realisieren.

Für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt wurden:

Nicole Schneider (Chossewitz), Franziska Häusler (Friedland), Martina Gehrhardt (Groß Briesen(, Christian König (Groß Muckrow), Klaus-Dieter Reibsch (Günthersdorf), Tino Hönicke (Karras), Tim Weinhold (Klein Muckrow), Torsten Böhme (Kummerow), Dieter Siegemund (Leißnitz(, Heila Bittner (Niewisch), Marcus Hanke (Pieskow), Andy Bernhardt (Reudnitz), Marko Richter (Schadow), Manja Rühr (Weichensdorf) und Hartmut Gerhard (Zeust).⇥red

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