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Kohleausstieg
Stilllegung der Braunkohlekraftwerke in Brandenburg

Wasserdampf steigt aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerkes Jänschwalde der Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG), während im Vordergrund der aufgerissene Boden eines abgelassenen Fischteiches zu sehen ist.
Wasserdampf steigt aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerkes Jänschwalde der Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG), während im Vordergrund der aufgerissene Boden eines abgelassenen Fischteiches zu sehen ist. © Foto: Patrick Pleul/dpa
dpa / 29.01.2020, 13:45 Uhr
Jänschwalde (dpa) Der Bund und die Kohle-Länder haben sich auf einen Zeitplan zur Stilllegung der Kohlekraftwerke geeinigt.

Das sind die Zahlen für die Braunkohleanlagen in Brandenburg: In Jänschwalde soll Block A Ende 2025 stillgelegt werden, Block B Ende 2027 - beide werden bis Ende 2028 in Sicherheitsbereitschaft gehalten. Für Block C und D soll Ende 2028 Schluss sein. Das Kraftwerk Schwarze Pumpe soll Ende 2038 stillgelegt werden. Sie werden von der Leag betrieben. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch den Gesetzentwurf zum Kohleausstieg, nun ist der Bundestag an der Reihe. Betreiber wie RWE und der tschechische Betreiber EPH, dem die Leag und Mibrag gehören, sollen zusammen mit 4,35 Milliarden Euro entschädigt werden.

Am Standort des Tagebaus Jänschwalde soll mit dem Ende des Kohleabbaus ein Entsorgungsfachbetrieb entstehen. Das teilte der Tagebaubetreiber Leag am Mittwoch mit. Demnach sollen ab 2023 auf einem Teilgelände der heutigen Anlagen des Tagebaus überwiegend mineralische Abfälle aus Bau- und Abbrucharbeiten angenommen, aufbereitet und zwischengelagert werden. Darunter sei nach Angaben des Unternehmens auch die Verwertung und Beseitigung der Abfälle, die beim Rückbau der betriebseigenen Tagebaue anfallen, aber auch von Abfällen Dritter.

In dem Betrieb könnten etwa Recyclingprodukte und -baustoffe hergestellt werden, die beispielsweise für den Straßenbau einsetzbar sind. Derzeit werde dafür ein Genehmigungsverfahren vorbereitet. Für den Aufbau des Entsorgungsbetriebs sollen nach Angaben der Leag bestehende Infrastruktur wie Hallen, Straßen, Schienenanlagen und Mediennetze mit genutzt werden.

"Mit dem vorliegenden Kohleausstiegsszenario und der entsprechenden Anpassung unserer Revierplanung kommen auf den Bergbau Rückbau- und Entsorgungsverpflichtungen zu, die sich über mehrere Jahrzehnte erstrecken werden", erklärte dazu Leag-Bergbauvorstand Uwe Grosser. Dafür wolle man rechtzeitig Vorsorge treffen. Zugleich könnten sich mit der Nutzung der Anlagen und des Know-hows für einen weiteren Lausitzer Standort Perspektiven eröffnen.

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