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81 Einsätze 2019
Die Amtsfeuerwehr Falkenberg-Höhe zieht Bilanz

Frohe Ostern: Der Brand einer Windkraftanlage zwischen Brunow und Trampe an Gründonnerstag des vergangenen Jahres war einer der spektakulärsten Einsätze der Amtsfeuerwehr Falkenberg-Höhe in 2019. Einen solchen Einsatz hatten die Feuerwehrleutes des Amts bis dato auch noch nicht.
Frohe Ostern: Der Brand einer Windkraftanlage zwischen Brunow und Trampe an Gründonnerstag des vergangenen Jahres war einer der spektakulärsten Einsätze der Amtsfeuerwehr Falkenberg-Höhe in 2019. Einen solchen Einsatz hatten die Feuerwehrleutes des Amts bis dato auch noch nicht. © Foto: privat
Jörn Kerckhoff / 01.02.2020, 09:00 Uhr
Kruge (MOZ) Es war ein anspruchsvolles Jahr, dass uns gefordert hat", fasst Amtswehrführer Mario Sarre, das Jahr 2019 der Amtsfeuerwehr Falkenberg-Höhe zusammen. Während der Hauptversammlung blickte er auf arbeitsreiche Monate zurück und riskierte auch einen Blick in die Zukunft der Feuerwehr.

81 Mal rückten die Löschzüge der Amtsfeuerwehr im vergangenen Jahr aus – nur einmal ging es nach einem Fehlalarm zurück in die Gerätehäuser. Bei etwa 70 Prozent der Einsätze handele es sich inzwischen um technische Hilfeleistungen, etwa nach Verkehrsunfällen, oft außerhalb der Ortschaften des Amts Falkenberg-Höhe, so Mario Sarre. Bei lediglich einem knappen Viertel musste die Amtsfeuerwehr zu Bränden ausrücken.

Berufspendeln schafft Probleme

Das Pendeln vieler Arbeitnehmer wirke sich auch auf die Arbeit der Feuerwehr aus, stellt Mario Sarre fest. Und zwar in der Form, dass auch viele Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren zu ihren Arbeitsplätzen pendeln und dann bei einem Einsatz während der Arbeitszeit nicht zur Verfügung stehen. Da mache sich die Kooperation der Amtsfeuerwehr Falkenberg-Höhe mit den Feuerwehren der Stadt Bad Freienwalde, des Amts Biesenthal-Barnim sowie des Amts Britz-Chorin-Oderberg positiv bemerkbar. Denn Mitglieder dieser Feuerwehren arbeiteten wiederum im Bereich des Amts Falkenberg-Höhe und stünden bei Einsätzen am Tage bereit. Intensiviert werde die Kooperation außerdem durch gemeinsame Übungen und Lehrgänge. Mit den Stadtfeuerwehren Wriezen und Werneuchen strebe man ebenfalls Kooperationen an, es gebe bereits Gespräche, lautet die Information des Amtswehrführers.

Mario Sarre macht aber auch deutlich – und richtet sich dabei unter anderem an Amtsdirektor Holger Horneffer – dass die Amtsfeuerwehr künftig kaum ohne hauptamtliche Voll- oder Teilzeitkräfte auskommen werde. Die Logistik rund um die Feuerwehr – das Prüfen von Geräten, die Verwaltung und der Transport sowie die Reinigung des Materials, das herstellen der Einsatzbereitschaft – werde aktuell unter hohem persönlichen Aufwand der drei Gerätewarte geleistet. Neben Beruf, Familie und dem eigentlichen Feuerwehrdienst sei dies aber kaum auf Dauer zu leisten, macht Sarre deutlich, dass die Belastung der Freiwilligen Einsatzkräfte groß sei und fordert Verwaltung und Politik zum Handeln auf.

12 032 Stunden hätten die Einsatzkräfte im vergangenen Jahr insgesamt mit Übungen und Ausbildung verbracht, weitere 2251 Stunden bei den Einsätzen. Durchschnittlich seien dies 105 Stunden pro Person, untermauert Sarre seine Worte mit Zahlen.

Gerätehaus noch ohne Plan

Ein weiteres Thema, dass die Amtsfeuerwehr beschäftigt, ist der geplante Neubau des Gerätehauses in Leuenberg. Die positive Nachricht: Der Amtsausschuss hat eine Million Euro für den Neubau hinter dem jetzigen Gerätehaus bereitgestellt. 125 000 Euro hat die Amtswehr bereits selbst angespart. Einen genauen Zeitplan für den Bau gebe es bislang noch nicht, verrät Mario Sarre im Gespräch mit der MOZ. Zumindest sei aber ein Planungsbüro beauftragt worden, einen Rahmen für das Projekt abzustecken, hofft Sarre auf baldige Lösungen.

Noch Luft nach oben

Die Amtsfeuerwehr Falkenberg-Höhe zählt aktuell 136 aktive Feuerwehrleute, darunter 31 Frauen. Die Jugendabteilung besteht aus 58 Mädchen und Jungs. "Wenn 20 Prozent davon bis in den aktiven Dienst kommen, dann ist das eine gute Zahl", so Amtswehrführer Mario Sarre. Die Erfahrung zeige, dass viele der Jugendlichen durch Ausbildung oder Studium keine Zeit mehr für die Feuerwehr haben. "Der ein oder andere kommt später aber auch wieder zurück", so Sarre. Mit 136 Aktiven sei die Amtsfeuerwehr zwar schlagkräftig, dennoch sieht der Amtswehrführer ein Defizit von etwa 40 Leuten in den acht Löschgruppen und hofft auf weitere Freiwillige.⇥jk

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