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Gedenkveranstaltung
Erinnerung an Opfer des früheren KZ-Außenlagers Lieberose

Jamlitz: Ein Blumenkranz mit einer Schleife mit der Aufschrift «Im Gedenken an die Opfer des KZ-Außenlagers Lieberose» liegt zur Einweihung eines Gedenkplatzes auf dem Gelände des früheren KZ-Außenlagers in Jamlitz.
Jamlitz: Ein Blumenkranz mit einer Schleife mit der Aufschrift «Im Gedenken an die Opfer des KZ-Außenlagers Lieberose» liegt zur Einweihung eines Gedenkplatzes auf dem Gelände des früheren KZ-Außenlagers in Jamlitz. © Foto: Patrick Pleul/dpa
dpa / 02.02.2020, 16:00 Uhr - Aktualisiert 02.02.2020, 17:39
Lieberose (dpa) Im KZ-Außenlager Jamlitz-Lieberose (Dahme-Spreewald) mussten nach Angaben des Brandenburger Kulturministeriums während der Zeit des Nationalsozialismus bis zu 10 000 Menschen Zwangsarbeit leisten. Viele starben. Mit einer Gedenkveranstaltung ist am Sonntag an sie erinnert worden.

Brandenburgs Kulturstaatssekretär Tobias Dünow sagte in der Dokumentations- und Gedenkstätte Jamlitz-Lieberose, die Erinnerung sei wichtiger denn je: „Auch heute werden wieder Juden auf unseren Straßen angegriffen, jüdische Friedhöfe geschändet, jüdische Einrichtungen attackiert und antisemitische Hetze verbreitet. Hier sind wir als Gesellschaft, hier ist aber auch jeder einzelne gefordert, Position zu beziehen“, erklärte Dünow.

In der Gedenkstätte wurde die erweiterte Open-Air-Ausstellung mit Biografien von Ermordeten eröffnet. Der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Axel Drecoll, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir sind dankbar, dass der Gedenkort, der den Schauplatz des grausamen Massakers an 1342 vor allem jüdischen Häftlingen kennzeichnet, jetzt in das Ensemble der Freiluftausstellung eingebunden wird.“

Das ehemalige Außenlager Lieberose des KZ Sachsenhausen bezeichnete er als einen der „wichtigsten Tatorte der Shoa auf deutschem Boden“. In den nächsten Jahren gelte es, die Gedenkstätte zu einem modernen Erinnerungs- und Lernort weiterzuentwickeln.

Das zweitgrößte der 92 Außenlager des KZ Sachsenhausen war 1943 errichtet worden. Die Häftlinge waren in der Mehrzahl Juden aus Polen und Ungarn. Bis Februar 1945 mussten sie unter mörderischen Bedingungen Zwangsarbeit leisten. Arbeitsunfähige wurden ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Bei der Auflösung des Lagers erschoss die SS vom 2. bis 4. Februar 1945 insgesamt 1342 Häftlinge. Ein Teil der Ermordeten wurde in einer Kiesgrube verscharrt.

2003 entstand die Dokumentations- und Gedenkstätte. Rund um den 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 gab es eine Reihe von Gedenkveranstaltungen. Seit 1996 wird an diesem Tag bundesweit der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

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