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Böhne.650
Im Havelland weit verzweigtes Adelsgeschlecht derer von Briest

Hans-Jürgen Wodtke / 06.02.2020, 10:32 Uhr
Böhne/Rathenow Das havelländische Böhne ist in sein Jubiläumsjahr anlässlich der schriftlichen Ersterwähnung vor 650 Jahren gestartet. Mehr als 60 regionalgeschichtlich interessierte Zuhörer aus nah und fern waren zur Auftaktveranstaltung ins Gemeindezentrum des Ortes gekommen. Zum Vortrag gastierte Heike Brett.

Daher zeigte sich Ortvorsteher Christian Stachowiak bei der Begrüßung der Gäste auch mehr als zufrieden über das große Interesse an der Geschichte seines Heimatorts. Unter den Besuchern am 30. Januar waren neben Bettina Götze, Geschäftsführerin der Kulturzentrum Rathenow GmbH und Leiterin des Optik-Industrie-Museums, und Stadtarchivar Steffan Nitsche, auch die Stadtverordneten Karl-Reinhold Granzow (Die Linke) und Wolfram Bleis (CDU) sowie die Premnitzer Regionalhistoriker Jürgen Mai und Werner Coch.

Den Auftaktvortrag hielt Hobbyhistorikerin und Heimatforscherin Heike Brett aus dem benachbarten Rathenow-West. Ihr Thema war das bislang noch wenig erforschte Böhner Adelsgeschlecht derer von Briest sowie deren Nachfahren Briesen und von Kluge. Dazu hatte sie in wochenlangen intensiven Recherchen viel Neues und Interessantes aus Kirchenbüchern, historischen Unterlagen und Dokumenten sowie aus Ortschroniken und historischer Literatur zusammengetragen.

Nach dem - vom Publikum mit großem Interesse - verfolgten Vortrag waren selbst Kenner der Böhner Ortsgeschichte über die Ergebnisse der Forschung erstaunt. Zeigen diese doch unverkennbar den einst hohen Stellenwert des Briest’schen Adelsgeschlechts für die gesamte Region. Es gab nicht nur zahlreiche, durch Heirat entstandene Verbindungen in nahezu alle wichtigen havelländischen Adelshäuser, sondern auch dergleichen in die Häuser des Adels im Elb-Havel-Winkel.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass die von Briest einst nicht nur über Böhne, sondern auch über Schmetzdorf sowie Bamme und Nennhausen herrschten. Trotz beachtlicher Erfolge war das Leben der Adelsfamilie nicht immer nur vom Glück beseelt. Auch darüber sprach Heike Brett in ihrem rund 90-minütigen Vortrag über die hiesige Familiengeschichte, die schließlich mit der endgültigen entschädigungslosen Enteignung des Gutsbesitzes am 6. September 1945 endete.

Am 27. Februar setzen die Böhner mit einem weiteren öffentlichen Vortrag die so erfolgreich begonnene Reihe zur Regionalgeschichte fort. Erneut wird wieder die 650-jährige Geschichte im Fokus stehen. Dann wird der Herausgeber des jährlichen Rathenower Heimatkalenders, der selbst regelmäßig Beiträge beisteuert und Vorträge zur Regionalgeschichte hält, im Gemeindezentrum erwartet - diesmal nicht im Publikum sitzend. Wolfram Bleis wird sich in seinem Beitrag "Zwischen Elbe, Markgrafen und Bischöfen - Die Besiedelung im Elb-Havel-Winkel bis 1200" natürlich auch mit dem einstigen Siedlungsstandort Böhne beschäftigen. Die Böhner werden dann wohl erfahren, woher die ersten Einwohner des Ortes einmal kamen und was es mit dem Ortsnamen eigentlich auf sich hat. Beginn: 18.00 Uhr.

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