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Reparatur
Rost nagt an Schiffshebewerk Niederfinow

Thomas Burckhardt / 06.02.2020, 19:16 Uhr - Aktualisiert 07.02.2020, 14:21
Niederfinow (MOZ) Es könnte auch eine Kunstinstallation sein, die seit Anfang Januar an der östlichen Trogunterseite  des Schiffshebewerks hängt. Ist es aber nicht. Die 98 weißen Säcke, gefüllt mit jeweils 700 Kilogramm Sand, bilden das Gegengewicht zum Gerüst, das auf dem Westende des Troges errichtet wurde.

"Mithilfe dieser tonnenschweren Gerüstkonstruktion konnten wir den Dichtrahmen überhaupt erst demontieren und fixieren. Durch das zusätzliche Gewicht, das auf dem Trog lastet, mussten wir den Wasserstand im Trog um 13 Zentimter senken", erklärt Betriebsleiter Jörg Schumacher die Feinheiten bei diesem anspruchsvollen Projekt. Doch es war höchste Zeit, dass die Arbeiten endlich ausgeführt werden.  Nach 86 Jahren nagt an dem 16 Tonnen schweren Rahmen und seinem Traggerüst  bedrohlich der Rost.  

Noch bis zum Monatende laufen im Schiffshebewerk Niederfinow dringende Reparaturarbeiten. Am 2. Januar wurde mit den Arbeiten begonnen.
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Großreparatur im Schiffshebewerk

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Mitarbeiter der Firma Schorisch Stahlbau Magis arbeiten mit Hochdruck in dem Labyrinth aus Stahlgerüsten. Sie sind keine Neulinge in Niederfinow. Schon mehrfach haben sie Reparaturaufträge vom WSA Eberswalde für das Schiffshebewerk erhalten. Noch ist der Rahmen nicht verpackt. Ist dies geschehen, wird  mit dem Abstrahlen der alten Farbschichten begonnen. Sind diese vollständig entfernt, kommen bis zu vier neue Korrosionsschutzschichten  auf den Stahlrahmen. Riesige Heizschläuche sorgen dafür, dass die Arbeitstemperatur von 15 Grad  in dem provisorischen Zelt erreicht wird.

Nach sechs Jahren musste in der jetzigen Winterpause auch die Kanalbrücke wieder einer planmäßigen Bauwerksinspektion unterzogen werden. Dafür wurde sie vorher zwei Wochen lang gründlich gekärchert.   Mitarbeiter einer Korrosionsschutzfirma kümmern sich am Donnerstag um beschädigte Nieten auf dem  Trogboden. Ein Anker hatte vor zwei Jahren die Farbe von ihnen gekratzt, als er von einem Schiff über den Boden geschleift wurde. Ein paar Meter weiter sind Mitarbeiter des Bauhofes Niederfinow damit beschäftigt, beschädigte Schutzplanken auszutauschen.

Jörg  Schumacher hofft, dass die umfangreichen Arbeiten bis zum 1.März abgeschlossen werden können. "Diese Gerüstkonstruktion im Trog ist schon was Besonderes. Sowas gab es in meiner Zeit hier noch nicht.  Logistisch ist das Ganze für meine Mitarbeiter eine echte Herausforderung. Das brauchte mehrere Jahre Vorbereitung", klärt Schumacher auf.

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