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Hangelsberg
Bürger sollen zum Windpark Kienbaum mitreden

Windpark Hangelsberg/Kienbaum: Am Dienstag sind interessierte Bürger nach Hangelsberg eingeladen, um sich zu dem umstrittenen Projekt auszutauschen.
Windpark Hangelsberg/Kienbaum: Am Dienstag sind interessierte Bürger nach Hangelsberg eingeladen, um sich zu dem umstrittenen Projekt auszutauschen. © Foto: MMH
Anke Beißer / 07.02.2020, 20:55 Uhr
Hangelsberg/Kienbaum (MOZ) Die Gemeinde Grünheide lädt am Dienstag zu einer Infoveranstaltung ins Hangelsberger Bürgerhaus ein. Angekündigt ist ein Bürgerdialog zum Windenergieanlagenpark Kienbaum/Hangelsberg (im Windeignungsgebiet 52). Der Beginn ist für 17.30 Uhr angesetzt. Geplant ist eine Mitmach-Runde, also keine pure Präsentation. Demnach wird die Möglichkeit geboten, an vier Tischen unterschiedliche Themenkreise zu diskutieren. Es geht um die Regional- und Bauplanung, um die Umweltplanung und den Artenschutz, das Vorhaben und den Vorhabenträger sowie die Förderung und was die Gemeinde von dem Projekt hat.

Was den Stand des Verfahrens anbelangt, so gibt es inzwischen einen Vorentwurf. Die Unterlagen können im Ratsinformationssystem auf der Gemeinde-Homepage eingesehen werden. Als nächstes sollen die Gemeindevertreter den Weg für die öffentiche Auslegung frei machen.

Die Planung hat das Unternehmen Eno Energy, das das Windeignungsgebiet entwickeln wird, Mitte 2019 in die Hände der Erkneraner Dependance des Büros Knoblich gelegt. Hier sind Stadt- und Regionalplaner Andreas Winkler und Landschaftsarchitekt Stephan Winkler mit dem Vorhaben befasst. Beide werden beim Bürgerdialog ebenso zur Verfügung stehen wie Vertreter von Eno Energy und Grünheides Bauamtsleiterin Claudia Kulosa.

Laut der gesetzlichen Vorgaben bietet das 379 Hektar große Areal Platz für 25 Windkraftanlagen. Der jetzt vorliegende Vorentwurf weist 18 Anlagenstandorte aus. Das Gebiet erstreckt sich östlich der Ortsverbindungsstraße zwischen Kienbaum und Hangelsberg. Am nördlichen und südlichen Rand, wo Siedlungsbereiche am ehesten in der Nachbarschaft sind, wird laut der Erkneraner Planer der gebotene Abstand zu diesen eingehalten. "Nach Kienbaum hin sind es 1200 Meter", sagt Winkler.

Dass die Planskizze seltsame Ausbuchtungen zeigt, sei zudem dem Artenschutz geschuldet. "Denn zu dem vorhandenen Seeadlerhorst zum Beispiel müssen gar 3000 Meter Abstand gewahrt bleiben." Die Skizze weist außerdem die anvisierten Standorte aus, innerhalb derer die Türme platziert werden können. "Diese Flächen werden aber nicht komplett zugebaut, sie bieten nur den Rahmen, in dem gebaut werden kann", erläutert Winkler weiter. Er spricht für das Areal von einer maximalen Versieglung durch die Fundamente von insgesamt 4,5 Hektar – pro Baufeld sollen das maximal 0,25 Hektar sein – sowie eine Teilversiegelung für die Zufahrten von maximal zwei Hektar. Dafür soll es entsprechenden Ausgleich geben.

"Es ist Wald und wird Wald bleiben", ergänzt Andreas Walter. Die Standorte seien so gewählt worden, dass hauptsächlich Kiefernstangenforst betroffen ist. Laub- und Mischwaldflächen seien ausgespart. Darauf legen die beiden Planer Wert. Was die Höhe der Anlagen anblangt, ist in dem Vorentwurf von bis zu 320 Metern über Null die Rede. Bei Geländehöhen zwischen 41 und 48 Meter wären das zwischen 272 und 279 Meter bis zur Rotorspitze. Heutige Anlagen erreichen Höhen bis zu 240 Meter. So ein Plan solle Spielraum für künftige Dimensionen lassen.

Gibt die Gemeindevertretung grünes Licht, könne der Vorentwurf für die erste Beteiligungsrunde ausgelegt werden. Bis Ende des dritten Quartals soll ein Artenschutzgutachten mit aktueller Kartierung einer bis zu 600 Hektar großen Flächen erarbeitet werden. Nach dessen Niederschlag im B-Plan-Entwurf, könnte dieser zum Jahresende offengelegt werden. "Demnach könnte bis Mitte 2021 ein rechtskräftiger B-Plan vorliegen", sagt Walter.

Ortsvorstehern missfallen Pläne

Die Ortsvorsteher von Kienbaum und Hangelsberg, Katja Schramma und Peter Komann, sehen in dem B-Plan-Verfahren eine Chance der Einflussnahme. Beide machen kein Hehl daraus, gegen den Windpark zu sein. Komann führt den groben Eingriff in den Wald und den erwarteten Lärm ins Feld. Katja Schramma benennt darüber hinaus die Größe der Anlagen. "Ich bin überhaupt nicht für Anlagen im Wald. Es gibt geeignetere Plätze, wie brach liegende Felder." Sie findet den Abstand zu den Siedlungsbereichen viel zu gering.

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