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Schmiedeberger starten Sanierung
Der Wiederaufbau des Brandhauses

Susan Hasse / 15.02.2020, 04:00 Uhr
Schmiedeberg (MOZ) Spenden in Höhe von unglaublichen 10 000 Euro sind zusammengekommen, um beim Wiederaufbau des im Oktober vergangenen Jahres abgebrannten Hauses in Schmiedeberg zu helfen.

Kurzer Rückblick: In den Morgenstunden des 3. Oktobers brannte es in der Doppelhaushälfte der Familie Krenzin. Die 42-jährige Tochter der Familie, die als einzige zum Zeitpunkt im Haus war, wurde Opfer der Flammen. Die Familie verlor nicht nur ihr gesamtes Hab und Gut, sondern auch ihre geliebte Tochter und stand vor den Ruinen ihrer Existenz. Noch heute erinnert ein kleines Grablicht vor dem Haus an den Schicksalsschlag.

Engagierte Bürger haben nach dem Brand sofort Unterstützung organisiert, Familie Röthke vom benachbarten Jägerhof stellte eine ihrer Ferienwohnungen zur Verfügung. Die Stadtverwaltung Angermünde richtete ein Spendenkonto ein, um der Familie zu helfen. In der Summe kamen mittlerweile fast 10 000 Euro zusammen, so Alexander Krenzin.

"Mit so viel Anteilnahme hätten wir nicht gerechnet", ergänzt Roswitha Krenzin voller Dankbarkeit. Der Zusammenhalt im Dorf sei immens, noch heute würden viele vorbeikommen und unterstützen, wo es geht. "Das hat uns sehr geholfen", sagt Roswitha Krenzin. Gespendet haben viele Schmiedeberger, aber auch Vereine, Mitarbeiter der Wolletzklinik und andere. "Wir danken von Herzen allen Unterstützern", so die 66-Jährige. Vor allem Familie Röthke und Familie Plessmann, die Wohnraum für die Übergangzeit zur Verfügung stellen, ist die Familie sehr dankbar. Vollste Unterstützung bekam das Ehepaar auch von ihren Kindern. Die beiden Töchter und der 36-jährige Sohn haben angepackt.

Vor allem Sohn Alexander hat sich in den vergangenen Monaten intensiv um die Verhandlungen mit den Versicherungen und Behörden gekümmert.

"Für uns war schnell klar, dass wir trotz des tragischen Unglücks wieder einziehen wollen", erzählt Roswitha Krenzin. "Das Haus ist doch unser Leben", bringt sie es auf den Punkt. Seit Anfang der 80er-Jahre lebt die Familie in dem ehemaligen LPG-Siedlungshaus am idyllischen Dorfteich in Schmiedeberg. Nach der Wende haben sie die Doppelhaushälfte schließlich gekauft.

Gerade dieser Tage hat Familie Krenzin die letzten Verhandlungen und Gespräche mit der Versicherung hinter sich gebracht und die Zusage zur Kostenübernahme bekommen. Während die Hausratversicherung nach nur 26 Tagen signalisierte, den Wert des Mobiliars zu ersetzen, brauchte die Gebäudehaftpflicht Monate. Allerdings stammt die Versicherungspolice aus DDR-Zeiten. Der darin angesetzte Wert der Möbel wurde kaum angepasst und reicht nicht, um neue Möbel zu kaufen. Dank der Spenden kann die Lücke nun geschlossen werden.

Baufirma in den Startlöchern

Sohn Alexander, der als Maschinenbauingenieur in der Schweiz arbeitet, erstellte in den vergangenen Wochen Bauzeichnungen und verhandelte mit Baufirmen. "Nun kann es losgehen", kündigt er an. Die Hennigsdorfer Firma Z + P Sanierung ist beauftragt, die ersten Handwerker haben bereits Maß genommen – im März startet der Wiederaufbau. Die Liste der Bauarbeiten ist dabei lang: Neue Elektrik und Heizung sowie Fenster und Türen müssen eingebaut werden. Die Wände werden von Ruß und Brandspuren befreit, die Decke zum Dachboden muss erneuert werden. Zudem wird das Dach neu gedeckt. Sichtlich erleichtert wirkt Roswitha Krenzin darüber, mit welchem Elan ihr Sohn den Wiederaufbau plant. Mit neuem Lebensmut kann die Familie in die Zukunft starten.

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