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Radwege
Amtsdirektor in Neuzelle macht Druck

Mit einem Brief des Amtsdirektor an den Landesbetrieb Straßenwesen wird für den Radweg zwischen Möbiskruge und Diehlo gekämpft. (Symbolfoto)
Mit einem Brief des Amtsdirektor an den Landesbetrieb Straßenwesen wird für den Radweg zwischen Möbiskruge und Diehlo gekämpft. (Symbolfoto) © Foto: Tobias Hase/dpa
Janet Neiser / 18.02.2020, 18:30 Uhr - Aktualisiert 18.02.2020, 20:22
Möbiskruge (MOZ) Zur Chefsache hat das Amt Neuzelle den immer noch nicht vorhandenen Radweg zwischen Möbiskruge und Diehlo erklärt. In einem Schreiben an den Landesbetrieb Straßenwesen in Hoppegarten heißt es, dass man eine hohe Dringlichkeit sehe, "den Straßenabschnitt unverzüglich mit einem straßenbegleitenden Radweg zu versehen. Deshalb bitten wir um Prüfung unseres Anliegens außerhalb des Aktualisierungszyklusses. Unserer Absicht nach verlangen die Umstände höchste Priorität bei der Umsetzung dieses Vorhabens." Unterzeichnet ist der Brief von Amtsdirektor Hans-Georg Köhler, Gemeindebürgermeister Dietmar Baesler, Eisenhüttenstadts Bürgermeister Frank Balzer und vom 1. Beigeordneten des Landkreises Oder-Spree Sascha Gehm.

In dem ausführlichen Schreiben verweist der Amtsdirektor darauf, dass sich das Amt Neuzelle und die Stadt gemeinsam mit dem Landkreis schon seit Jahren bemühen würden, den Bau des Radwegs zwischen Diehlo und Möbiskruge zu erwirken.

Doch dieser tauchte zuletzt nicht mal auf der Bedarfsliste des Landesbetriebs auf – trotz steter Anfragen und Unterschriftenaktionen. 1,5 Kilometer lang wäre dieser gewünschte Radweg an der Straße, die derzeit noch Landesstraße ist, aber irgendwann zur Kreisstufe herabgesetzt werden könnte, wenn die Ortsumgehung Eisenhüttenstadt – Neuzelle realisiert sein sollte. Noch also ist das Zukunftsmusik. Das Land ist jetzt in der Pflicht "Die Nutzung des Straßenabschnittes zwischen Diehlo und Möbiskruge ist für Radfahrer durch den schlechten baulichen Zustand mit hohem Risiko belastet." Diesem Satz in dem Amtsschreiben folgt die Erklärung, dass die zerfahrenen Ränder und die oberflächlichen Straßenschäden ein hohes Unfallrisiko darstellen. Auch auf die Kurven und die ausgeprägten Höhenunterschiede wird hingewiesen – genau wie auf Lastkraftwagen, Busse und landwirtschaftliche Maschinen, die die Straße nutzen. Zu einem höheren Verkehrsaufkommen in Möbiskruge würden zudem der Sportplatz, eine Friedhofszufahrt und eine Bushaltestelle sowie Wohnbebauung beitragen, argumentieren die Verantwortlichen.

Viele Kriterien sind erfüllt

Der Straßenabschnitt werde aufgrund vieler Gefahren von Radfahrern gemieden, heißt es. "Hintergrund ist nach Hinweisen aus der Bürgerschaft die Befürchtung, wegen des Straßenzustandes oder gar wegen drohender Kollision mit anderen Verkehrsteilnehmern, zu verunfallen, sprichwörtlich ‚unter die Räder zu kommen’."

In dem Schreiben kommt unter anderem das Wort "Aktualisierungszyklus" vor. Damit ist gemeint, dass der Landesbetrieb Straßenwesen die Überprüfung der Radwege-Bedarfsliste alle fünf Jahre veranlasst. Im März 2018 war die letzte Aktualisierung. Damit wäre eine planmäßige Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung erst im März 2023 zu erwarten. Doch das dauert den Verwaltungschefs zu lange.  Sie sehen aufgrund der Risikoeinschätzung und der jüngsten Verkehrszählung eine hohe Dringlichkeit und Handlungsbedarf – unabhängig vom festen Zyklus.

Im Land Brandenburg sprechen beispielsweise folgende Kriterien für den Neubau von Radwegen: Schulwegsicherung, Lückenschluss, Verkehrsbelastung von mehr als 2500 Fahrzeugen pro Tag. All das ist gegeben. An einem Tag im August 2019 waren zwischen Diehlo und Möbiskruge 3085 Fahrzeuge unterwegs, davon unter anderem 2779 Pkw und 218 Lkw.

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Patrick Madsen 25.02.2020 - 23:05:21

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mit einer angemeldeten Fahrrad Demo zum Thema. Und um Aufmerksamkeit zu gewinnen. Der Radweg ist wichtig gerade für Überlandverbindungen wie hier im Land Brandenburg.

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