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Bahnhof Nennhausen
Ilka Lenke und Christian Görke schauten Zug nur hinterher

Dieser Regionalexpress hielt nicht am Bahnhof in Nennhausen. Ilka Lenke und Christian Görke konnten nur hinterher sehen.
Dieser Regionalexpress hielt nicht am Bahnhof in Nennhausen. Ilka Lenke und Christian Görke konnten nur hinterher sehen. © Foto: Weber
Simone Weber / 20.02.2020, 07:45 Uhr
Nennhausen Je dünner besiedelt, umso größer offenbar die infrastrukturellen Probleme.  Auf akute Defizite im Amt Nennhausen machte die parteilose  Amtsdirektorin Ilka Lenke ihren Gast aus der Landeshauptstadt aufmerksam.

"Der touristisch wichtige Havelland-Radweg in der Gemarkung Kotzen weißt erhebliche Schäden auf und muss in diesem Bereich großflächig repariert werden. Ebenso gibt es einen kleinen sanierungsbedürftigen Bereich auf dem zur B188 parallelen Radweg von Rathenow nach Stechow. Aber auch Radwege zur sicheren Benutzung durch Schüler in den Nennhausen näheren Orten wie Liepe, Buckow und Gräningen fehlen", erfuhr kürzlich der Landtagsabgeordnete Christian Görke (Die Linke). Er erklärte dazu: "Die Linke-Fraktion setzt sich im Kreistag für eine Investitionsfond ein, der finanzschwache Kommunen unterstützt. Auch bei solchen Projekten."

Während eines Ortsrundgangs im Dorf Nennhausen, das der Gemeinde und dem Amt den Namen gab, machten Lenke und Görke auch am Bahnhof Station. "Das Amt Nennhausen wünscht sich einen stündlichen Halt der Regionalbahn RE4 von Rathenow nach Berlin in Nennhausen und Buschow", so die Amtdirektorin, als sie gemeinsam mit Görke einem gerade durchfahrenden Regionalzug nur hinterher schauen konnte. Die Bürger im Amtsbereich würden während der kommenden Bauarbeiten zur Ertüchtigung der "Lehrter Stammbahn" zur Entkopplung von Fern- und Nahverkehr über Jahre Einschränkungen in Kauf nehmen müssen. Aber auch für die Zeit nach der Sanierung gebe es noch keine Zusage für einen stündlichen Halt.

Görke berichtete von seiner diesbezüglichen Anfrage im Landtag, auf die er  die Antwort erhielt, dass eine Takterhöhung aus Kapazitätsgründen nicht möglich sei, während die Deutsche Bahn gesagt hätte, dass da Land eine Takterhöhung bei der Bahn bestellen müsste. Auch ein behindertengerechter Zugang zu den Gleisen in beiden Richtungen sei mit der Sanierung nicht gewährleistet.

"Das ist ein unhaltbarer Zustand. Hier muss die DB Netz handeln", meinte Görke, der verkehrspolitischer Sprecher seiner Landtagsfraktion ist. Er sagte das auch vor dem Hintergrund, eines behindertengerechten Zugangs zum ÖPNV durch Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention bis 2021.

Immer noch ein Problem für die nicht automobile Bewohner des Amtsbereichs mit seinen 16 Dörfern ist, dass es an Wochenenden keinen Busverkehr gibt. So fahren zwar Züge in Richtung Rathenow und Berlin, aber die Bürger kommen samstags, sonn- und feiertags von ihren Dörfern nicht zu den Bahnhöfen in Nennhausen und Buschow. Daher sind auch  auch Veranstaltungen im eigentlich nahen Ribbeck per ÖPNV praktisch unerreichbar.

Viele Nennhausener würden sich auch die längst überfällige Sanierung der Hauptstraße, der Ortsdurchfahrt in Richtung Liepe, wünschen. "Diese Straße ist eine Landesstraße, und derzeit gibt es keine Planungen zur Sanierung dieser Straße, die das Amt unterstützen würde", so Amtsdirektorin Lenke.

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