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Einst und jetzt in Nennhausen
Wo früher eine Maschinen- und Traktorenstation war

Peter Wittstock / 25.02.2020, 07:00 Uhr - Aktualisiert 28.02.2020, 09:19
Nennhausen Vor etwa 60 Jahren erschien eine Ansichtskarte aus dem vogtländischen Verlag des VEB "Bild und Heimat" mit havlleändischem Bezug. Sie ist mit "Nennhausen - MTS" betitelt. Zu sehen ist der Eingangsbereich zur Maschinen-Traktoren-Station (MTS) im Dorf.

Derartige Stationen gab es reichlich in der DDR. Entstanden sind MTS aus den MAS, Maschinen-Ausleih-Stationen, die meist Fahrzeuge und Gerätschaften verliehen.  Nach der Bodenreform 1946 im deutschen Osten hieß es "Junkerland in Bauernhand". Das bedeutete in der Praxis, dass Umsiedler, Landarbeiter und relativ mittellose Bauern die Flächen enteigneter Gutsbesitzer als Bodenreformland zugewiesen bekommen hatten. Um Böden zu bearbeiten, zu säen und Ernten einzufahren, war schwere Landtechnik erforderlich, die sich die neuen Nutzer freilich nicht leisten konnte.  Daher wurden Ausleihstationen eingerichtet, wie die in Nennhausen (1949).

Diese bestand zunächst aus zwei Bulldozern aus dem Fuhrpark der enteigneten Reichsgrafenfamilie von Westerholt-Gysenberg, der vormals auch das Schloss gehörte.   Später ergänzten sowjetische Traktoren den MAS-Fuhrpark. Es entstanden Werkstatt- und Lagerräume.  Als 1953 in Nennhausen der Wandel zur MTS vollzogen wurde, nahm der Maschinen- und Gerätebestand neue Ausmaße an. Ein Stützpunktsystem der MTS, das von Nennhausen aus alle östlichen Ortschaften des Kreises Rathenow tangierte, verlangte nach weiterer Technik.  Ferner gab es MTS in Rhinow und Milow. 1953  verfügten die drei Stationen  über insgesamt 102 Traktoren,  1956 waren es bereits 213. Später schloss sich das MTS-Trio zum KfL (Kreisbetrieb für Landtechnik/Hauptsitz Milow) zusammen,  dessen Leistungsangebot weiter anwuchs. Heute ist das einstige MTS-Verwaltungsgebäude in Nennhausen der Sitz des Amtes Nennhausen, als dessen Direktorin Ilka Lenke seit 2017 agiert.

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