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Arbeitsschutz
Feuerwehr Panketal schützt sich vor Asbest und Ruß

Olav Schröder / 26.02.2020, 20:13 Uhr
Panketal (MOZ) Eine Hotline zur örtlichen Feuerwehr hat Thomas Bielicke für Panketaler Bürger angekündigt. Sie soll immer dann geschaltet werden, wenn – zum Beispiel bei Unwettern – die Leitungen zur Leitstelle belegt sind. Darüber hinaus liegt dem Panketaler Gemeindewehrführer aber auch die Gesundheit der Feuerwehrmänner und -frauen besonders am Herzen. Wenn es um die Erweiterung und Ertüchtigung der Feuerwehrgerätehäuser in Zepernick und Schwanebeck geht, dann sollte das Thema "Feuerwehrkrebs" nicht vergessen werden, hielt er auf der Jahreshauptversammlung fest.

Schwarz-Weiß-Trennung

In den zurückliegenden Jahren  gab es bei Starkregenfällen und orkanartigen Stürmen mit Überflutungen und umgerissenen Bäumen immer wieder Klagen von Anwohnern, dass die Leitstelle aufgrund der vielen Anrufe telefonisch nicht zu erreichen sei. Dies soll nun anders werden, sagte Thomas Bielicke. Für solche Lagen werde für Panketal eine Handynummer veröffentlicht, über die die örtliche Feuerwehr direkt zu erreichen sei. Die Feuerwehr werde dann auch vor Ort die Einsätze koordinieren. Unabhängig davon sei aber die 112 bei allen "normalen" Lagen die richtige und anzuwählende Notfallnummer.

Mit Blick auf die erforderlichen Erweiterungen der Feuerwehrgerätehäuser geht die Verwaltung nach groben Schätzungen von Investitionen in Höhe von jeweils zwei Millionen Euro für die Gebäude in Zepernick und Schwanebeck aus. Auf der Prioritätenliste für die nächsten Jahre, die zurzeit erarbeitet wird, sind beide Vorhaben vertreten. Die Gerätehäuser müssten nicht nur an die Technik und die größeren Fahrzeuge angepasst werden, so Bielicke. "Auch die Hygiene ist nach den Einsätzen zur Vermeidung von Langzeiterkrankungen der Einsatzkräfte zu verbessern", betonte er und erinnerte an die Großbrände auf den Bernauer Deponien wie zum Beispiel bei der GEAB.

Vorbeugung gegen den sogenannten Feuerwehrkrebs könne durch eine konsequente "Schwarz-Weiß-Trennung" erreicht werden. Während der Einsätze sind Feuerwehrleute vielen Risikofaktoren ausgesetzt. Beispiele sind Rußpartikel, die sich in der Kleidung festsetzen, oder auch der Umgang mit asbestbelasteten Baustoffen. Ausrüstung und Schuhwerk müssen gesäubert werden, Einsatzkleidung sollte nicht in die Aufenthaltsräume mitgenommen werden. Wechselkleidung ist wichtig. Um eine wirkungsvolle Dekontamination zu ermöglichen, seien entsprechende bauliche Maßnahmen – die Trennung des verschmutzten "schwarzen" vom sauberen "weißen" Bereich, erforderlich.

Probleme durch Rasensprengen

Die Gemeinde habe die Platzprobleme und die Erweiterung der Gerätehäuser "fest im Blick" sagte Panketals Bürgermeister Maximilian Wonke. Er wies darüber hinaus darauf hin, dass bei Trockenheit auch weniger Löschwasser zur Verfügung stehe. Sofern die Appelle an die Bevölkerung, auf das Rasen sprengen zu verzichten, nicht fruchten, müssten in diesem Jahr andere Wege gegangen werden.

Der Barnimer Landrat Daniel Kurth kündigte an, dass die sogenannte Blaulichttaste auf alle ehrenamtlichen Brand- und Katastrophenschützer ausgedehnt werde. Sie können ihre Anliegen in der Zulassungsstelle also sofort, ohne zu warten, erledigen.

2020 war die Panketaler Feuerwehr zu 182 Einsätzen gerufen worden. Dazu gehörten die Waldbrände bei Jüterbog und Ziltendorf. Wohnungs- und Hausbrände wurden gelöscht, Einsätze bei Verkehrsunfällen, aber auch die Notlandung eines Rettungshubschraubers in Schwanebeck kamen hinzu. Gravierend waren die Müllcontainer- und Autobrände am Rathaus und an der Kita Pankekinder. "Das ist kein Spaß mehr", sagte Thomas Bielicke, er sei aber guten Mutes, dass die Brandstifter gefasst werden.

Viele Jahrzehnte im Einsatz

Zum neuen Ortswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Schwanebeck wurde Andé Jung ernannt. Er löst damit Stefan Pohlmann ab.

Für seine bereits 75-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr wurde Heinz Grützke ausgezeichnet. Ebenfalls für treue Dienst wurden Cordula-Maria Schulze und Lars Klingner (30 Jahre), Kevin Fritzsche und Michael Winterfeld (20 Jahre) sowie Maik Bahr (zehn Jahre) geehrt.

Mit der Ehrenurkunde in Bronze zeichnete der Kreisfeuerwehrverband Axel Netta aus.

Von der Jugendfeuerwehr wurden Jakob Posdzich und Maximilian Bandurski (sechs Jahre) sowie Steven Herber, Oscar Nagel, Felix Sternsdorf, Max Fischer, Linus Heling und Mattis Scholze (drei Jahre) ausgezeichnet.

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