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Handel
Tabak, Post und Schokohasen gibt es in der Lichterfelder Einkaufsquelle

Marco Marschall / 05.03.2020, 03:00 Uhr
Lichterfelde Die Ladenglocke bimmelt, als die Dame das Geschäft in der Eberswalder Straße 62 betritt.

Sie möchte ein Paket abholen. Die Poststelle ist kein Service, mit dem Inhaber Ronny Richter vornehmlich die Brötchen verdient, trotzdem möchte er es gern anbieten. "Weil es die Leute vor Ort brauchen", sagt er. Zu bieten haben die 70 Quadratmeter, die Richter vor vier Jahren von der Vorbetreiberin Rosemarie Feige übernommen hat, natürlich mehr. Erbseneintopf in der Konservendose, Bier, Duschgel, Waschmittel, Klopapier, Backmischungen, Tabak, Zeitungen, Süßes und etliche andere Waren stehen dort in den Regalen und warten auf Käufer. Auch einige Kühlprodukte. Vor dem Laden wird die Sehnsucht nach der wärmeren Jahreszeit genährt. Dort liegen Holzkohle für den Grill und Blumenerde. Eine Fahne mit Eiswerbung hängt über der Tür.

Koch aus Stralsund

Just am Mittwoch hat der "Tante-Emma-Laden" Möbel bekommen, die zum neuen Angebot gehören. Ab 18. März ist der Standort auch Lotto-Annahmestelle. Das schwebt dem Inhaber auch für sein Geschäft in 20 Autominuten Entfernung vor: Die Britzer Einkaufsquelle, die er ebenfalls von Rosemarie Feige übernommen hatte. Darüber hinaus ist der Mann, der ursprünglich aus Stralsund kommt, auch in Angermünde zugange, wo er einen Spielzeugladen mit Post betreibt.

Richter, der in Lichterfelde lebt, hat als Ladenbetreiber in der Region schon seit vielen Jahren Erfahrungen gesammelt. Seit Anfang der 90er-Jahre hatte er mehrere Geschäfte inne. "Zuerst einen Souvenirstand im Eberswalder Zoo" , berichtet er. In Altenhof betrieb Richter einen Tante-Emma-Laden sowie verschiedene Geschäfte in Eberswalde. "Ich bin da reingeschlittert", erzählt der gelernte Koch. Irgendwann habe sich die Möglichkeit ergeben und er habe zugegriffen. Zum Team seiner Läden heute gehört auch seine Frau. Insgesamt kümmern sich sieben Mitarbeiter um die Kunden. Auch der Chef selbst steht hinterm Ladentisch, liefert aber die Waren des täglichen Bedarfs auch aus. Ältere Kunden aus Lichterfelde, die selbst nicht mehr einkaufen gehen könnten, würden diesen Service gern in Anspruch nehmen. Gerade wenn es zum Beispiel um schwere Getränkekästen geht.

Eine Konstante hinterm Verkaufstresen des Ladens ist Mitarbeiter Bernd-Dieter Jonas, der schon im Vorgängergeschäft gearbeitet hatte. Eine Selbstverständlichkeit ist so ein Tante-Emma-Laden im Dorf nicht mehr, die Konkurrenz der Supermärkte nicht wegzureden. Als Nahversorger direkt vor Ort hat die Einkaufsquelle aber ihr Alleinstellungsmerkmal. Und auch im Umgang mit den Kunden. Die werden im Laden nicht alleingelassen. Sollten Senioren beispielsweise mit Rollator kommen, könne der Verkäufer helfen, den Warenkorb zu füllen. "Dafür haben wir hier die Zeit", sagt Ronny Richter, der den Standort seines Ladens in Lichterfelde weiter sichern will. "Wenn immer mehr Gewerbe stirbt, stirbt irgendwann auch das Dorf", meint er.

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