Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Buckower See
Wasser- und Bodenverband hat Problem beseitigt

Der Buckower See hat wieder einen geregelten Abfluss.
Der Buckower See hat wieder einen geregelten Abfluss. © Foto: Weber
Simone Weber / 30.03.2020, 10:27 Uhr - Aktualisiert 31.03.2020, 17:26
Buckow/Großwudicke Jahrzehnte lang konnte Hochwasser aus dem Buckower See (Gemeinde Milower Land) nicht geregelt abfließen. So wurden auch die landwirtschaftlich genutzten Flächen rund um den See immer wieder vernässt, was ihre Nutzung einschränkte. Zudem verschlammte der rund 90 Zentimeter tiefe See zunehmend. Dieser Zustand wurde nun durch Meliorationsmaßnahmen des zuständigen Wasser- und Bodenverbands geändert.

Vertreter des Wasser- und Bodenverbands, der ausführenden Firma aus Stendal, der für Planung und Durchführung beauftragte Gutachter sowie der Gemeindebürgermeister trafen sich unlängst am Graben, der den Buckower See entwässert, auf Mitte der Verbindungsstraße von Steckelsdorf nach Buckow. "Nicht nur der durch den zugewachsenen Schilfgürtel stark behinderte Abfluss des Sees war ein Problem. Bei Hochwasser drückte das Havelwasser von Rathenow bis hier her zurück. Die starke Vernässung der Ackerflächen beschäftigte nicht nur die betroffenen Landwirte. Es war ein allgemeines Problem", so Winfried Rall, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbands. "Nach mehrjährigen Gesprächen mit dem Naturschutz konnte eine Abstimmung der einzelnen Interessen erreicht und mit den praktischen Arbeiten begonnen werden."

Anfang 2019 wurde bereits das Schöpfwerk Steckelsdorf zurückgebaut. Im weiteren Lauf des vorigen Jahres wurde der Graben, in dem das Wasser aus dem Buckower See über den Schliepengraben weiter in die Havel bei Rathenow abgeleitet wird, ausgebaggert. Anfang dieses Jahres erfolgte mittels eines amphibischen Baggers der Stendaler Wasser- und Bodenbau-Firma der Durchstich im Schilfgürtel des Buckower Sees.

"Der Durchfluss im See ist nach den erfolgten Maßnahmen deutlich spürbar", so Gutachter Uwe Stahl vom IHU-Institut für Geologie Analytik in Stendal. "Der Wasserstand im See wird künftig bis knapp unter 27 Meter gehalten, ohne dass der durchschnittliche Wasserspiegel verändert wird. Extremwasserstände werden so künftig verhindert. Über zwei neue Messstellen wird der Grundwasserstand regelmäßig überprüft."

Um die ökologischen Bedingungen für die Lebewesen im Abflussgraben zu verbessern, wurde vor wenigen Wochen kurz vor der Mündung des Grabens in den Schliepengraben eine Sohlgleite errichtet. Im September wird noch das Wehr im Schliepengraben, kurz vor der Ortslage Rathenow, rekonstruiert. Im Oktober werden entlang des südlichen Ufers des Schliepengrabens noch zirka 100 Erlen neu gepflanzt, die den Graben beschatten, um künftig starkes Wachstum von Pflanzen im Gewässer zu verhindern. Damit werden künftige Unterhaltungsmaßnahmen reduziert. Zudem soll die regelmäßige Pflege des Schilfgürtels am See mittels eines Krautbootes erfolgen.

Zu DDR-Zeiten fehlte die entsprechende Technik, um einen Abfluss des Wassers durch den Schilfgürtel wirksam zu schaffen. Der See wird unter anderem auch durch den 1946 gegründeten Angelsportverein Buckow genutzt.

Mit den Starkregenereignissen vor acht Jahren und entsprechender Vernässung umliegender Ackerflächen wurde der Handlungsbedarf akut deutlich. 2015 konnte der Wasser- und Bodenverband mittels Fördermitteln die Planung für entsprechende Meliorationsmaßnahmen beginnen. Mit weiteren Fördermitteln aus dem Landschafts- und Wasserhaushalt-Förderprogramm konnten seit letztem Jahr nun auch die baulichen Maßnahmen umgesetzt werden.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG