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Corona verbindet
Gabriele Feiler aus Spaatz stellt Masken aus Bettbezügen her

Simone Weber / 01.04.2020, 14:04 Uhr
Spaatz Während der Kontaktbeschränkungen kann Corona auch verbinden. Seit mehr als 14 Tagen nähen Frauen aus dem Westhavelland und Brandenburg an der Havel einfache Mund-Schutzmasken, um in der Krisenzeit einen Beitrag zum Stopfen einer Versorgungslücke zu leisten.

Gabriele Feiler aus Spaatz belas sich im Internet. Ihre näherischen Fähigkeiten hat sie zu DDR-Zeiten erlangt. Den Prototyp einer im Heimarbeit hergestellten Schutzmaske stellte sie auf ihrer Facebookseite "Gabys Kreativbörse" online. Prompt ergab sich eine Nachfrage. Die Spaatzerin nähte weitere Masken und stieß bald an die Grenzen des Machbaren. "Daher telefonierte ich mit einigen Freundinnen, die spontan bereit waren mitzuhelfen", so Gabriele Feiler. Es bildete sich ein Netzwerk, dem inzwischen ehrenamtliche Näherinnen aus Buckow (Großwudicke), Ferchesar, Rathenow, Brandenburg/Havel und Spaatz angehören. Drei weitere Frauen sind dafür zuständig, Stoffe und Material sowie fertige Masken zu verteilen.

Als Grundmaterial dient Baumwollstoff. Nach Maßen der Anleitung aus dem Internet wird der auf 34 mal 17 Zentimeter gefaltete Stoff eingefasst und mit Gummibändern versehen. Sie entsprechen zwar nicht medizinischen Standards, können aber zumindest Tröpfchen aus eigenem Mund und eigener Nase zurückhalten und so andere Personen vor einer Infektion gut schützen.

"Die fertigen Masken geben wir an alle ab, die nachfragen. Vor allem an ältere und Menschen, wie in der Krankenpflege, die beruflich immer noch viel Kontakt haben. Kürzlich kam eine Tagesmutter aus der Region, die Masken abholte. Spenden, die wir für unsere Arbeit erhalten, haben wir zuerst ans Brandenburger Tierheim gegeben. Jetzt erhält die Spenden das Kinderhospiz in Brandenburg/Havel. Die meisten Masken werden verschickt oder ehrenamtlich ausgeliefert – zum Teil bundesweit", so Gabriele Feiler weiter, die mehrere Stunden am Tag näht.

Anfangs produziert sie nur wenige Masken am Tag. Mit wachsender mehr Routine stieg die Produktion. "In den 14 Tagen sind es allein bei mir rund 300 gewesen. Gezählt habe ich sie nicht. Aus einem Meter entstehen 24 Masken", so die Spaatzerin.

Kürzlich erhielt das Netzwerk Unterstützung aus dem  Osthavelland. Doreen Gutsche-Becker, eine Freundin Feilers in der CDU-Frauenunion, brachte eine Nähmaschine und drei Wäschekörbe voll Stoff nach Spaatz. Zur Verarbeitung zu Schutzmasken werden unter anderem Bettbezüge genutzt.

Wer nähen, spenden oder anderweitig helfen will, wende sich  an Gabriele Feiler in Spaatz (0173/5689433) oder an Kerstin Weichsel in Brandenburg an der Havel (0172/1813210). Kontakte können auch über die Facebookseite "Gabys Kreativbörse" geknüpft werden.

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