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Mit Hubschrauber gesucht
Vermisster Friedrichsthaler wollte Corona-Patienten an der Berliner Charité helfen

Die Charité war offenbar das Ziel der Reise eines 90-jährigen ehemaligen Arztes aus Friedrichsthal.
Die Charité war offenbar das Ziel der Reise eines 90-jährigen ehemaligen Arztes aus Friedrichsthal. © Foto: dpa
Tilman Trebs / 02.04.2020, 12:08 Uhr - Aktualisiert 02.04.2020, 14:18
Friedrichsthal (MOZ) Der 90-Jährige, der am Mittwoch in Friedrichsthal verschwand (wir berichteten), war früher Arzt. Er fuhr nach Berlin, um Corona-Patienten zu helfen. Inzwischen ist er zurück. Die Polizei hatte am Mittwoch zunächst Selbstmordabsichten des Mannes vermutet und einen Hubschrauber aufsteigen lassen.

Der Senior hatte am Mittwochmorgen die Seniorenresidenz an der Friedrichsthaler Keithstraße gegen 7.30 Uhr verlassen. Zuvor übergab er einem Mitarbeiter einen Abschiedsbrief, der vermuten ließ, dass sich der Senior etwas antun möchte, erklärte die Oranienburger Polizei am Donnerstag. In Zeiten der Coronakrise habe er für Menschen Platz schaffen wollen, die dringender Hilfe benötigen, als er selbst, hatte der Mann in dem Brief geschrieben.

Die Polizei nahm danach die Suche mit einem Hubschrauber auf (wir berichteten). Gefunden wurde der Mann zunächst aber nicht. Erst die Ortung seines Handys und ein Gespräch mit dem Sohn des Vermissten brachte Licht ins Dunkle. Die Angehörigen hatten von Anfang an nicht an die Selbstmord-Theorie geglaubt, sondern vermutet, dass ihr Vater aufgebrochen war, um als ehemaliger Arzt Corona-Patienten an der Berliner Charité helfen zu wollen.

Und in der Tat: Das Handy des Seniors wurde in Berlin-Mitte geortet. Berliner Polizisten machten sich auf den Weg, konnten den Senior an der Klinik allerdings nicht ausfindig machen. Stattdessen kehrte der Senior gegen 16 Uhr selbst in seine Pflegeeinrichtung zurück. Er gab an, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Berlin beim Robert-Koch-Institut gewesen zu sein.

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