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Turmzier Kirche Neuendorf
"Großes Zeichen der Hoffnung auf bessere Zeiten"

Pfarrer Kautz erklomm im Talar das Gerüst, um die Turmzier zu berühren.
Pfarrer Kautz erklomm im Talar das Gerüst, um die Turmzier zu berühren. © Foto: privat
red / 05.04.2020, 14:00 Uhr
Neuendorf/Brück "Es war für mich ein einmaliger Augenblick, als  allein segnender Pfarrer neben der Kirchturmspitze auf dem Gerüst zu stehen und zu wissen, dass der unsichtbare Gott über mir und die unsichtbare Gemeinde um mich ist" so Brücks Pfarrer Helmut Kautz. Unter großer virtueller Anteilnahme brachte der Metallbaukünstler Müller die Kugel und die Wetterfahne auf dem Neuendorfer Kirchturm an. Vorher waren zwei Kartuschen aus Zink in die Kugel gepackt worden. Ihr Inhalt: die Zeitung und Kirchenzeitung des Tages, ein geschichtlicher Abriss von Neuendorf sowie ein Gedicht über die Gegenwart.

Das Aufsetzen der Turmzier fand als als Telefonkonferenz statt. Für den Pfarrer eine einmalige Erfahrung. "Als alter Dachdecker konnte ich nicht widerstehen, selbst bis auf die Spitze zu klettern und das wunderbare Stück zu berühren. Der preußische Talar war dabei nicht förderlich."

Landesbischof Christian Stäblein, ließ es sich nicht nehmen, persönlich per Telko bei diesem "historischen Moment" dabei zu sein. Er betonte, dass es "keinen besseren Zeitpunkt zum jubeln und jauchzen gibt als in diesem Moment als es eigentlich nichts zu jubeln gab". So legte er den Tagespsalm aus der da heißt: "Wohl dem Volk das jauchzen kann". Er betonte, dass jeder Kirchturm zu aller Zeit sagt: "Wohl dem Volk, das diesem Gott glaubt, der den Tod besiegt hat und uns sein Licht schenkt". Bischof Stäblein findet das Konzept der Eselpilgerlichtkirche "spannend, toll und geistreich" und will nach Neuendorf kommen, wenn es die Umstände wieder zulassen.

In einem kurz vor der Einweihung aufgezeichneten Grußwort freute sich Ministerpräsident Woidke, dass das "Gemeindeleben trotz Corona weitergeht". Die Neuendorfer haben bewiesen, dass der "Sinn für Gemeinschaft nicht verloren gegangen ist". Woidke sieht die feierliche Turmzieraufsetzung als "großes Zeichen der Hoffnung auf bessere Zeiten". Er möchte nach Neuendorf kommen und mit der Gemeinde Gottesdienst feiern.

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