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Regionalpodukte
Ansturm auf kleine Landwirte in Libbenichen

Ines Weber-Rath / 05.04.2020, 20:52 Uhr
Libbenichen (MOZ) Seit etwa zwei Wochen kämen die Kunden "deutlich zahlreicher" in den kleinen Hofladen des Bauernhof Krappe in Libbenichen, sagt Heike Krappe. Die Frau von Landwirt Frank Krappe begrüßt die Kunden, die vorwiegend aus umliegenden Dörfern, aber auch aus Seelow und Frankfurt kommen, derzeit hinter einer kleinen hölzernen "Schranke", einem flachen Holztisch, gleich hinter der grünen Ladentür. An der steht auf einem Zettel "Bitte einzeln eintreten! Abstand halten!"

Kartoffeln, Eier und Honig seien am gefragtesten, berichtet Heike Krapppe. Aber auch Radieschen, Salat, Porree und Suppengrün gehen gut, so die 53-jährige Bauersfrau. Ihr Mann macht auf seinen Liefertouren dreimal pro Woche nach Frankfurt ähnliche Erfahrungen: "An den festgelegten Stationen bilden sich teilweise Schlangen an meinem Kleintransporter", berichtet Frank Krappe.

Seine größte Sorge ist derzeit, dass ihm die besonders begehrten Kartoffeln ausgehen. Die Ernte aus dem Vorjahr sei fast ausverkauft, sagt der Bauer. Die ersten neuen Knollen werde es erst ab etwa Mitte Juni geben. In dieser Woche beginnt das Legen der Frühkartoffeln auf Krappes 1,3 Hektar großem Kartoffel-Acker am Dorfrand.

Auch sonst kommt die gestiegene Nachfrage zur falschen Zeit: Das Angebot an frischem Gemüse ist derzeit noch relativ überschaubar. In Krappe’s Gewächshaus gedeihen jetzt auf rund 600 Quadratmetern vor allem Radieschen, Ruccola, Petersilie und Spinat. "Spinat hab’ ich in diesem Jahr schon fünf Mal geerntet, weil die Nachfrage so groß ist", sagt der Bauer, etwas verwundert.

Spargel gibt’s erst nach Ostern

Mit dem ersten Spargel rechnet der Libbenichener leider erst nach Ostern, "frühestens um den 20. April herum". Fast zur gleichen Zeit werde auch der erste Rhabarber reif sein, weiß Frank Krappe.

Danach können der Bauer und seine beiden ganzjährig festangestellten Mitarbeiter aus dem Dorf (Krappe: "ich brauch’ mich nicht um Saisonarbeiter aus dem Ausland sorgen") die ersten Freiland-Radieschen sowie Kohlrabi und Kopfsalat von der 0,6 Hektar großen Gemüsefläche des Betriebes ernten. Den Salat und Kohlrabi habe man eben gepflanzt. "Den Frost hab’ ich noch abgewartet", sagt der Landwirt.

Von den täglich etwa 300 Eiern, die seine 340 Hühner der Rassen Isa-braun und Leghorn legen, haben Heike und Frank Krappe einen kleinen Vorrat zurück gehalten. Denn sie wissen: "Ostern steigt die Nachfrage wie verrückt", so die Bauersfrau.

Wenn die Spargelernte vorbei ist, gibt es tierischen Zuwachs auf dem Bauernhof, der seit 1890 existiert und den Frank Krappe 2001 in vierter Generation wieder eingerichtet hat: Dann werden wieder Schweine und Enten zur Mast eingestallt. Deren Futter baut Frank Krappe selbst an.

Wie viele werden bleiben?

Die Zahl der Stamm-Kunden, die die Regionalität und Frische seiner landwirtschaftlichen Produkte schätzen, sei in den vergangenen Jahren systematisch gestiegen, sagt der Bauer. Doch ist er gespannt, "wie viele bleiben, wenn die Krise vorbei ist".

Krappe’s Hofladen in Libbenichen, Mo. 13 bis 17, Die-Fr. 9-12 und 13-17, Sa.9-11.30 Uhr, Tel. 033602 27 40

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